Rotnasen am Start

"Barsinghausen läuft"  - natürlich für den guten Zweck. Foto: Fettback

"Barsinghausen läuft" - natürlich für den guten Zweck. Foto: Fettback

Nun ist es ja so, dass man mit dem Laufen nicht nur dem eigenen Körper Gutes tut (so weit man nicht so unvernünftig ist, mehr zu wollen, als es Konstitution und Kondition hergeben). Es gibt Rennen, da läuft man nicht nur eben so für sich, für einen Platz auf dem Treppchen oder aber mit Freunden allein ums Ankommen, sondern ist unterwegs für andere, die deren Namen man nicht einmal kennt. Und auch das kann ein lohnenswertes Ziel sein.

In Barsinghausen etwa hatten sich Anfang September viele Rotnasen unters Läufervolk gemischt. Überhaupt ging es hier nicht mit dem großen Ernst zur Sache, der sonst bei anderen Wettkämpfen zu beobachten ist. Die Maskerade am Deister hatte einen guten Grund und war eine witzige Idee: Es wurde Geld gesammelt für die Clinic Clowns aus Hannover – eine Gruppe von Frauen und Männern, die es sich zum Anliegen gemacht hat, in Kinderkliniken bei kleinen, kranken Patienten für gute Laune zu sorgen. Etwa 3000 Euro, finanziert vor allem aus den Beträgen, die die Läufer für ihren Startplatz entrichteten, sollen zusammengekommen sein. Damit ist auch für den rührigen Tischlermeister Marc Wilke die Rechnung aufgegangen: Der Handwerker aus Barsinghausen hatte voriges Jahr die Idee zu diesem Spendenlauf für einen sozialen Zweck – er darf sich ein zweites Mal bestätigt fühlen, mit vielen Helfern die Sache erfolgreich zu Ende gebracht haben. Und er hat bereits versprochen: Fortsetzung folgt. Nicht nur die richtigen Rotnasen und die auf  Zeit dürfen sich also freuen.

Nicht anders verhält es sich bei Volker Schepers, selbst ein engagierter Freizeitläufer, und seinen Mitstreitern von Werkheim e.V., die bereits zum dritten Mal zu einem Benefizmarathon aufgerufen haben. Er führt am Mittellandkanal entlang, an Universität und Maschsee vorbei bis Anderten und zurück nach Vahrenwald – eine Strecke, die nicht mal der große Hannover-Marathon bieten kann. Aber der Ableger von Werkheim mit neun Etappenpunkten, an denen Läufer sich dazugesellen können, ist ja auch kein richtiger Marathon und will will es auch gar nicht sein. Endzeit nach knapp 45 Kilometer? Egal! Platzierung? Nebensächlich! Sieger? Das „Leckerhaus“ in Stöcken, das Grundschülern Tag für Tag Essen auftischt und bei Hausaufgaben hilft!

Da kann man nur sagen: Note 1.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

0 Gedanken zu „Rotnasen am Start

  1. dwarfnebula

    Werkheim – ja, das ist einfach klasse. Schön gemütlich Hannover umrunden und das alles für einen guten Zweck. Nach der ersten Veranstaltung bekam noch jeder Läufer eine CD mit Videos, Bilder, …

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