Achtung! Es wird rutschig …

Ein Jogger läuft am zugefrorenen Maschsee durch den Schnee. Foto: dpa

An dieser Stelle ist es in den vergangenen Wochen etwas ruhiger geworden. Nicht, dass wir das Laufen aufgegeben hätten, aber es dauert eben ein bisschen, bis nach der eisigen Kälte die Finger wieder auftauen. Eigentlich hatten wir uns nach dem letzten Winter ja auf ein besseren gefreut. Aber nein, kaum ist der Dezember da, macht der Winter seinem Namen alle Ehre. Da müssen selbst die hannoverschen Laufschuhverkäufer passen!

Wobei eines gleich am Anfang klargestellt sei: Läufer sind keine Weicheier! Die Kälte? Welche Kälte. Gut, das Anziehen vor dem morgendlichen Lauf dauert in diesen Tagen eine gefühlte Viertelstunde länger, weil man sich wie ein Raumfahrer erst mühsam in alle Schutzschichten zwängen (warum sind diese langen Laufsocken immer so eng?) und dann, kaum hat man’s geschafft, wieder halb rauspellen muss. Wegen des stillen Örtchens, als Vorsichtsmaßnahme, weil es draußen ja so kalt ist!

Nein, Läufer sind hartgesotten. Trotz fieser Minusgrade war der Maschsee in den letzten zwei Wochen gut besucht (die Eilenriede auch, allerdings von einem ganz anderen Völkchen – davon demnächst mehr …). Und schon dachte man, in diesem Jahr könnte man dem Winter ein Schnippchen schlagen. Doch: Pustekuchen! Kaum ist die Kälte erträglicher geworden, kommt der wahre Feind eines jeden Läufers: der Schnee.

Und hier kommen die Laufschuhverkäufer ins Spiel.

Nachdem heute Morgen der schnelle Lauf um den Maschsee (diesmal war’s wirklich einsam) zu einer Rutschpartie geworden ist und bei jedem Schritt die Sekunden unter den Sohlen dahinschmolz, bin ich mit einem festen Vorsatz in die Stadt gefahren: Ich brauche einen neuen Laufschuh. Schnell und leicht soll er sein, aber bitte mit Bodenhaftung.

Nun gibt es, seit dem findige Sportschufirmen den normalen Waldlauf zum Trailrun umfunktioniert haben, eine ganze Palette an Tretern, die mehr Grip unterm Fuß versprechen. Im ersten Laden stellte der Verkäufer auch gleich eine schier endlose Auswahl vor. Runde Noppen, eckige Greifer, angespitzte Knubbel aus Reifenüberresten – alles was detailverliebte Gummifetischisten gern haben, war hier auf einem Regalmeter versammelt. Dumm nur, dass die Hälfte gleich ausschied, schließlich will keiner bei einem schnellen Lauf auf Schnee ein halbes Survivalpack am Fuß haben. Schnell und Bodenhaftung – nur ein Schuh hätte diesem Ideal entsprochen. Aber wie es dann immer so ist: „Denn haben wir leider nicht in ihrer Größe“, sagte der junge Mann und setzte eine mitfühlende Miene auf.

Auch im zweiten Laden waren sie hilfsbereit, schüttelten aber schon gleich beim ersten Satz „Schuh … schnell … Bodenhaftung …“ den Kopf. Ich solle lieber gleich zu Spikes greifen, riet die nette Dame am Verkaufstresen. Danke, stehen schon im Schrank – und dort bleiben sie, zumindest wenn eine schnelle Maschseerunde ansteht. Auch Sehnen und Waden haben ein Anrecht auf körperliche Unversehrtheit.

Im dritten Laden gab’s erst große Augen, dann erhellte sich beim Gegenüber die Miene und plötzlich kam die Eingebung: „Ha, ich hab da was für Sie.“ Schon war er weg, kramte im Hinterzimmer in einer Kiste und rannte strahlend wieder nach vorn. In der Hand: Schneeketten für die Füße, aus Metall, kinderleicht anzubringen und natürlich mit ganz viel Grip unter der Sohle.

Ich habe schließlich doch noch einen Paar Schuhe gekauft – im Winterschlussverkauf. Das Auslaufmodell steht jetzt daheim im Regal, neben zwei baugleichen Exemplaren. Allesamt mit glatter Sohle. Und morgen früh geht es damit raus. Denn Laufen auf Schnee soll Koordination und Kraft fördern. Im Winter wird schließlich die Grundlage gelegt.

4 Gedanken zu „Achtung! Es wird rutschig …

    1. Frerk Schenker

      @Laufhannes
      Ich gebe Dir ja recht, dass man nicht für jede Wetterlage einen extra Schuh braucht. Aber bei Schnee geht’s nun mal kaum ohne das gewisse Extra. Deswegen habe ich heute auch beim Wettkampf mit Eis und Schnee schön 12er-Dornen drunter geschraubt. Da hilft wenigstens 😉

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  1. Nobby

    Ich habe in dieser ersten Winterwoche mit meinen Trailschuhen (Nike Pegasus) gute Erfahrungen gemacht. Wenn man damit nicht gerade auf festgefahrenem Schnee läuft, hat man aufgrund des Profis ausreichend Grip. Irgendwann werde ich mir aber auch noch die „Schneeketten“ zulegen.

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  2. Chris

    Trailschuhe genügen bei wenig und griffigem Schnee gut. Sobald es aber unter dem Schnee rutschig oder der Schnee festgetreten ist, wirken die „Schneeketten“ Wunder. Mein erster Ausflug in dichtem Schneetreiben war toll. Die Dinger merkt man unter den Laufschuhen kaum und ich war sogar in der Lage, damit einen spasseshalber eingeschalteten Steigerungslauf zu absolvieren…

    http://www.lauftipps.ch/optimale-laufausruestung/laufschuhe/yaktrax-pro-laufen-auf-eis/

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