Die Nachtvögel vom Steinhuder Meer

Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um sich auf so etwas einzulassen, was an diesem Freitag in Hagenburg abgehen soll: eine Runde im flotten Laufschritt ums Steinhuder Meer. Das Vorhaben, zu dem sich acht Mitglieder eines Internetforums verabredet haben, mutet auf den ersten Blick nicht unbedingt skurril an. Wer im Training steht, für den sind 30 Kilometer am Stück fast ein Klacks. In dem Fall ist das aber schon etwas Besonderes, was nicht nur damit zu tun hat, dass der Winter die ganze Region voll im Griff hat und man deshalb eher zu Schnee- als zu Laufschuhen greifen sollte.

Die fidelen Herren werden um 22 Uhr loslegen, also dann, wenn man die Hand vorm Gesicht nicht mehr sieht. Und der Winterräumdienst wird vermutlich auch einen großen Bogen um das Steinhuder Meer machen. Viel Spaß bei der Suche nach dem Weg um die Schneewehen herum!

Es ist bereits das dritte Mal nach 2008, dass dieser Mittwinter-Nachtlauf gestartet wird. Unverzichtbare Utensilien außer Laufschuhen und Kleidung, die Kälteresistenz verspricht: Kopflampen. Einer der acht läuft damit Gefahr, mit Naturschützern in Konflikt zu geraten: Dem Vernehmen nach leuchtet sein künstliches Licht so hell, dass Vögel schon den neuen Tag kommen sehen oder Spaziergänger meinen, Mardorf sei jetzt Standort der AWD-Arena.

Veranschlagt für die Seerunde sind heute rund drei Stunden. Es würde wohl nicht nur an der Kälte liegen, wenn die Männer – allesamt im besten Alter – schneller unterwegs sein sollten. Denn in Hagenburg wartet weit nach Mitternacht der eigentliche Höhepunkt: Feenzauber, ein punschartiges Getränk, das normalerweise ohne Alkohol konsumiert wird. Es soll aber auch Ausnahmen geben, vor allem nach so einer Runde!

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

0 Gedanken zu „Die Nachtvögel vom Steinhuder Meer

  1. Olli

    Nobby, besser hätte man es nicht auf den Punkt bringen können! Nachdem die vorweihnachtliche Meerumrundung im vergangenen Jahr bei extremsten Temperaturen (Minus 20 Grad) erfolgte, dürften die Schneewehen in diesem Jahr eine ähnliche Herausforderung sein!

    Weil ich morgen früh in die Winterfrische fliege, kann ich in diesem Jahr leider nicht dabei sein. Den „fidelen Herren“ wünsche ich aber jede Menge Spaß – und kommt alle wieder gesund nach Hause!

    Olli

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  2. Bodo

    Das Journalisten immer so übertreiben müssen: „flotter Laufschritt“ Das soll eine gemütliche Runde ums Meer werden :-)).

    Ich bin jedenfalls dabei und freue mich schon riesig auf das Spektakel.

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  3. Reini1

    Du hast richtig vermutet, Nobby: Der Streu- und Räumdienst hatte wichtigere Aufgaben. Daher war der Schnee noch ausreichend auf der gesamten Strecke um das Steinhuder Meer vorhanden. Trotzdem hat es allen Läufern gefallen und sie sind alle wieder gesund in Hagenburg abgekommen.

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    1. Nobby

      Das ist doch eine gute Nachricht, Reini! Ist bei vergleichbaren Bedingungen für 2011 dann eventuell ein Langlauf auf Skiern geplant? 🙂 Würde ja vielleicht sinnvoll und gut gegen nasse Füße sein …

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  4. Reini1

    Wäre nicht schlecht, wenn sich 2011 eine Gruppe Pysiotherapeutinnen mit heißen Getränken auf Skiern zur Begleitung und zur mentalen Unterstützung melden würde. Dadurch würde sich die Teilnehmerzahl noch erheblich steigern lassen. Aber 3 Jahre nacheinander solche Wetterverhältnisse halte ich für unwahrscheinlich.

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