Unterwegs mit Schneeketten

Nun kann es ja durchaus vorkommen, dass man sich im Weihnachtsmonat  Dezember aus gegebenem Grund auch mal selbst beschenken sollte. Damit der Trainingsplan aufgrund von Eis und Schnee nicht ganz zur Makulatur wird, bin ich dieser Tage also in ein hannoversches Laufgeschäft gestiefelt. Das kommt zwar öfter vor, was in nicht seltenen Fällen vonseiten der Familie mit empörtem Kopfschütteln quittiert wird („Du hast doch eh schon viel zu viele Klamotten und Schuhe fürs Laufen, kauf doch gleich noch einen Kleiderschrank dazu!“, aber dieses Mal musste es sein.  Auch, weil man ja mit Empfehlungen, die in diesem Forum gegeben werden, wie erst vor Kurzem geschehen, durchaus etwas anfangen kann.

Kurzum: Ich ziehe neuerdings zum Laufen gelegentlich Laufketten auf und damit ganz andere Saiten als etwa beim Autofahren. Dafür müssen stinknormale Winterreifen ausreichen, vergleichsweise die Trailschuhe des Läufers. Doch diese versagen derzeit nicht selten ihren Dienst, wenn es zu Fuß über eis- und schneeglatte Pisten geht. Für Yaktrax, so der futuristisch anmutende Name des gummibewehrten Stahlgeflechts zum Unterschnallen, ist dies offenbar kein Problem. Ich fühlte mich von den neidischen Blicken etlicher vor sich herutschender Passanten sogar geadelt, als ich auf festgetretenem Schnee in der Döhrener Masch so schnell unterwegs war, als liefe ich auf einem sommerlichen Waldweg. Die Dinger geben einem in der Tat erstaunlichen Halt, das Ende des winterlichen Eiertanzes scheint gekommen, auch wenn in meinem Fall der Härtetest auf eisigem Untergrund noch aussteht. Ein Tester hat sogar glaubhaft versichert, dass ihm die Dinger bei einem Berglauf von 1800 auf 2650 Meter Höhe und wieder hinunter, bei dem er nichts ausließ, sehr gute Dienste geleistet hätten.

Eigentlich habe ich nur zwei Probleme ausgemacht. Wenn Winterdienst und Streusalz ganze Arbeit verrichtet und den Asphalt richtig freigelegt haben, dann könnte es schon unangenehm werden. Meine Runden um dem Maschsee auf dem „durchwachsenen“ Radweg habe ich folglich ohne die in der Jackentasche verstauten Schneeketten zurückgelegt; die habe ich erst vor dem Schwenk in Richtung Ricklingen rausgeholt. Zum anderen habe ich beim Einkauf wohl nicht genau genug hingeschaut. Mein Paar Yaktrax trägt den Zusatz „Walker“, was wohl für eine gewisse Universalität spricht, aber nicht unbedingt die Variante für Läufer ist. Die heißt „Pro“ und soll sich unter anderem durch eine größere Haltbarkeit auszeichnen.

Doch wer will schon meckern, wenn er sich selbst etwas schenkt? Und zum Walker werde ich deshalb noch lange nicht!

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen – auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

6 Gedanken zu „Unterwegs mit Schneeketten

  1. Michael alias Roter Mike

    Moin,

    ich habe gestern am Maschsee (auf dem nichtgeräumten Fußweg)nebst Ricklinger Masch meinen mittwöchlichen Grundlagenausdauerlauf gemacht und bin dabei mit Trackingschuhen gut ausgekommen. Sicherlich musste man konzentrierter sein und mit einigen kleinen Rutschern auskommen, aber als Läufer sollte man ja auch die Koordination trainieren (wie das bei Walkern aussieht weiß ich allerdings nicht :-)). Mein Fazit als langjähriger Winterläufer:

    Schneeketten sind nur was für Perfektionisten, aber ansonsten in unseren Breiten entbehrlich.

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  2. littlewhitepony

    Hallo Norbert, Hallo Frerk,

    Euer Blog ist wirklich sehr schön und interessant. Ich bin selbst Läuferin und habe früher einmal für kurze Zeit in Hannover gelebt. Mittlerweile hat es mich nach Dublin verschlagen. Auch hier hatten wir im Dezember sehr viel Schnee – zur Überraschung der Iren, denn der Golfstrom sorgt auf der Insel sonst für ein eher mildes Klima.

    Auf den ungestreuten Eiswegen ist mir selbst kürzlich ein kleines Malheur passiert: http://www.littlewhitepony.de/2010/12/hochmut-kommt-vor-dem-fall/

    Viele Grüße von der Insel und weiter so.
    Euer Pony

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  3. Reini1

    Norbert, ich kann Deine Aussage nur bestätigen. Diese Schneeketten benutze ich bereits den 2. Winter und man hat einen super Halt damit. Sehr zu empfehlen!

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  4. Sven

    Hallo Norbert,
    habe mir mitte Dezember auch die Yaktrax zugelegt und bin echt begeistert davon. Wo vorher nichts mehr ging/lief, kann man jetzt wieder richtig Gas machen.
    Ich möchte die Schneeketten bei ungeräumten oder glatten Laufstrecken nicht mehr missen. Selbst kurze freigeräumte Asphaltstrecken sind kein Problem.

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  5. Pingback: Sport im Winter: Ist Joggen bei Kälte gefährlich? › Laufen in Hannover » Laufblog der HAZ

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