Das Gute im Läufer

Nun ist es ja so, dass die Wochen nicht mehr fern sind, in denen man genau Ausschau halten muss, um eine Antwort auf die oft gestellte Frage zu bekommen:  Wo laufen sie denn?  Der Sommer und die Ferien gehen auch 2011 wieder ihre Liaison ein, was Veranstalter und Sportler gleichermaßen abzuschrecken scheint und den Juli und August bis auf wenige Ausnahmen zur wettkampffreien Jahreszeit macht.
Doch Pausen tun gut, und sie sind eine gute Chance , um Aufmerksamkeit zu finden, für jene Veranstalter, denen es nicht vordergründig um Bestzeiten, Titel und Medaillen geht. Denn gelaufen wird trotzdem, wenn auch weit weniger verbissen als bei den Rennen, in denen den meisten der Sinn danach steht, die anderen hinter sich zu lassen.

Wer vor ein paar Tagen in die Gesichter derjenigen geschaut hat, die in der Nähe von Bad Münder ihre Runden beim 13. Söltjerlauf drehten, der hat eine Ahnung davon bekommen, worauf es bei solchen Sportveranstaltungen ankommt: darum, auch mal für andere da zu sein und das eigene Ego abzuhängen. In Bad Münder brachte jede gelaufene 3,8-Kilometer-Runde – in vier Stunden waren es schließlich 2907, wofür 723 Sportler zwischen sechs und 70 sorgten – einen Euro in die Kasse eines örtlichen Jugendtheaters, gesponsert von der Sparkasse. Dass mehr als 30 junge Schauspieler selbst die Laufschuhe anzogen und sich – stolz wie Oskar – jede Runde durch den Süntel  auf ihrer Startnummer bestätigen ließen, passte gut ins Bild eines Tages, an dem Gemeinsamkeit zählte.

Nicht viel anders wird es am 3. Juli sein. Dann wird um 11 Uhr auf dem Sportplatz des TK Hannover der 4. Mukoviszidose-Spendenlauf gestartet.  Auch hier geht es rund für einen guten Zweck, diesmal sind es 400 Meter auf roter Asche. Mit dem Ziel, möglichst viel „Asche“ zusammenzubekommen, um Menschen zu helfen, die unter dieser schweren Stoffwechselkrankheit leiden. In der Nähe der Medizinischen Hochschule, in der Fuhrberger Straße, gibt es ein „Haus Schutzengel“, eine Art Herberge für Patienten und Angehörige; ein Verein fördert das Ganze – und ist dabei auf Unterstützung angewiesen. Im Unterschied zu Bad Münder, wo ein Sponsor die gelaufenen Runden in barer Münze vergütet, ist es bei diesem Lauf gute Tradition, dass sich Läufer selbst um Geldgeber bemühen, die ihren Einsatz auf der Bahn honorieren. Es muss ja nicht immer ein großes Institut oder eine Firma von Welt sein, die dafür aufkommt. Mitunter hilft auch der freundliche Versicherungsvertreter gleich um die Ecke. Vor allem, wenn der selbst passionierter Läufer ist.

Der Mukoviszidose-Spendenlauf gehört zur neuen „Welfare“- Serie, die fünf Benefizläufe umfasst. Den nächsten gibt es bereits am 25. Juni, dann wird um 16 Uhr am südlichen Maschseeufer der 5. Aegidiuslauf gestartet – mit dem Ziel, schwerstkranken und behinderten Kinder und Jugendlichen zu helfen, für die in Hannover das Aegidiushaus gebaut wird. Dafür wird das Startgeld verwendet, das jeder Teilnehmer zahlt.

Zu diesem Lauf hat sich sogar Prominenz aus der 1. Bundesliga angesagt, auch das macht den Unterschied aus zu den üblichen Volksläufen. Spitzensport mit am Start: Etwas Besseres kann so einer Veranstaltung nicht passieren, um gebührende Aufmerksamkeit zu finden.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

0 Gedanken zu „Das Gute im Läufer

  1. Reini1

    Viele Teilnehmer des letzten Mukoviszidose-Spendenlauf waren begeistert. Es hat ihnen sehr viel Freude gemacht! Dieses Jahr soll es noch schöner und erfolgreicher werden. Es sind noch Anmeldungen möglich!

    Sehr zu empfehlen ist auch der Werkheim Benefiz-Lauf im September (http://www.werkheim.de/). Ein Marathon durch die grüne Landschaft von Hannover. Es gibt keine Sieger und/oder Verlierer, aber ein sehr liebevolles Bufett nach einem gemeinsamen Zieleinlauf. Einstieg auch an Zwischenstationen möglich!

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    1. Norbert Fettback

      Reini, ich kann Dir im Zusammenhang mit dem Werkheim-Lauf nur zustimmen: Volker Schepers und seine Leute stellen da alljährlich im September für einen guten Zweck in der Tat einiges auf die Beine. Und dass einige „Werkheimer“ selbst zum regelmäßigen Laufen gefunden habe, ich ein weiterer Aspekt, der eine Würdigung verdient.

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