Hannover-Marathon: Wie schnell ist die neue Strecke wirklich?

Startschuss zum Hannover-Marathon 2011. Foto: zur Nieden

Startschuss zum Hannover-Marathon 2011. Foto: zur Nieden

Der Bronzestatus verpflichtet. Seit wenigen Wochen darf sich der Hannover-Marathon mit dem Bronze Labels des internationalen Leichtathletik Verbandes IAAF schmücken – und um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, wollen die Organisatoren den Wettkampf in diesem Jahr noch attraktiver machen.  Aus sportlicher Sicht soll dafür die leicht veränderte Streckenführung sorgen. Der Schlenker durch den Georgengarten wurde gestrichen, dafür geht es künftig an der Eilenriede vorbei. Doch wird die Strecke dadurch wirklich schneller?

So viel steht fest: Richtig beliebt war der Georgengarten bei den Teilnehmern nie. Kaum hatten die Läufer die schnurgerade Nienburger Straße bewältigt, ging es über die ebenso schnurgerade Allee im Georgengarten fast zwei quälend lange Kilometer wieder zurück. Auch der erneute Rückweg vorbei am Wilhelm-Busch-Museum war nicht sonderlich reizend. Kaum Zuschauer, staubige Wege – nur die Cola vor dem Museum versprach ein kleines Highlight. Folgerichtig haben die Veranstalter diesen Teil der Strecke gestrichen. Stattdessen führt eine größere Schleife die Läufer durch die  Oststadt und die List.

Im Unterschied zum alten Kurs biegen die Läufer künftig nach dem Verlassen der Hamburger Allee (kurz nach Km 16) in die Hollenzollernstraße ein, laufen über die Wedekind- und Bödekerstraße hinein in die verwinkelten Straßen der Oststadt. Und genau hier wird  entschieden, ob der neue Kurs wirklich schneller ist.

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Die Organisatoren hatten bei der Vorstellung der Strecke erklärt, dass ein Spitzenläufer bis zu einer Minute auf dem neuen Kurs schneller sein könne. Doch: Wie soll das angehen?

Wir sprechen hier über knapp vier Kilometer neue Strecke – selbst ein Topläufer wird auf einem so kurzen Abschnitt keine 15 Sekunden pro Kilometer rauslaufen, und sei er noch so flach und schnell. Der Rest der Strecke bleibt schließlich unverändert. Natürlich ist der psychologische Aspekt nicht zu unterschätzen, wenn die Allee im Georgengarten wegfällt. Auch die Parkwege (die allerdings nur einen kleinen Teil der vier Kilometer im Georgengarten ausmachen) sind für schnelle Läufer unangenehmer zu laufen als der flache Asphalt in der Oststadt. Aber dafür – und das ist die Krux – warten auf dem neuen Kurs zwischen Km 18 und Km 20 gleich acht 90-Grad-Kurven auf die Läufer.

Die Frage ist also, was mehr bremst beziehungsweise schneller macht: Vier öde Kilometer, wovon zwei geradeaus und ein paar Hundert Meter über Kiesparkwege gehen – oder vier Kilometer über Asphalt, die mehr Zuschauer und mehr Abwechslung versprechen, aber mit mehreren Kurven gespickt sind? Eines es sicher: Eine Minute schneller machen diese neuen vier Kilometer vermutlich nicht (zumindest nicht bei den Topläufern).

Ob und wie weit es bei den Zeiten nach vorn geht, wird am 6. Mai bei der neuen Auflage des Hannover-Marathons entschieden. Ob es dann am Ende an der Strecke lag, darüber wird bestimmt auch im Nachhinein noch die eine oder andere Diskussion geführt werden.

4 Gedanken zu „Hannover-Marathon: Wie schnell ist die neue Strecke wirklich?

  1. lena

    es ist schön das die strecke mal leicht geändert wird,aber wenn es darum geht das es nicht mehr soo viel geradeaus gehen soll,
    was ist dann mit der hildesheimer str.?
    die is ja nun sowas von grade und nicht gerade attraktiv zum laufen.

    ps: wie kann die email-angabe als freiwillig angegeben werden,wenn sie doch angefordert wird?

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  2. Frerk Schenker

    Hallo Lena,

    es ging den Veranstaltern weniger darum, die Geraden auf der Strecke zu beseitigen. Die Georgengärten haben aber den Nachteil, nicht nur gerade, sondern meist auch sonnig und menschenleer zu sein. Die Hildesheimer ist zwar ebenfalls gerade und sehr lang, persönlich hab ich sie aber noch nicht als störend empfunden, weil dort jede Menge Zuschauer stehen.

    Gruß,
    Frerk

    PS: danke für den Hinweis, werden wir ändern

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  3. Marathon Runner

    Hallo,

    ich bin mal gespannt, was für Zeiten in Zukunft in Hannover gelaufen werden. Ich hoffe sehr diesmal dabei sein zu können.

    Wir sehen uns dann vielleicht in Hannover auf der neuen Strecke.

    Gruß

    Marathon Runner

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  4. Pingback: TUI Marathon Hannover: Neue Strecke mit Schloss und Eilenriede › Laufen in Hannover » Laufblog der HAZ

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