HAZ-Laufpass-Sieger: Nicht nur der Erfolg zählt

„Laufpass“-Siegerin Gwendolyn Mewes. Foto: oh

„Laufpass“-Siegerin Gwendolyn Mewes. Foto: oh

Robin Dörrie und Gwendolyn Mewes haben das „Laufpass“-Ranking der HAZ mit großem Vorsprung gewonnen. Trotz des überlegenen Erfolges sagen beide:  Nicht nur der Erfolg zählt. Norbert Fettback hat mit ihnen über die zurückliegende „Laufpass“-Saison gesprochen.

Tempo zu machen, das fällt Gwendolyn Mewes bei einer 800-Meter-Bestzeit von 2:09 Minuten nicht schwer. Und wenn sie erst mal Fahrt aufgenommen hat, ist die schnelle Frau aus Hannover kaum noch zu stoppen. Im HAZ-Ranking 2011 startete die 27-Jährige regelrecht durch. Am Ende war ihr Vorsprung mit 585 Punkten, die sie aufgrund zahlreicher vorderer Platzierungen bei „Laufpass“-Veranstaltungen gesammelt hat, so groß, dass sie bei den letzten drei Rennen getrost in die Zuschauerrolle wechseln konnte. Den 1. Platz vermochte ihr zu diesem Zeitpunkt niemand mehr streitig zu machen, da konnten sich Sabine Meier und Hannelore Lyda als hartnäckigste Verfolgerinnen noch so ins Zeug legen.

„Mir hat das sehr viel Spaß gemacht“, sagt Mewes, was sie auch auf Kontakte und Gespräche mit anderen Sportlern bezieht, die die Zeit unmittelbar vor und nach den Rennen ausfüllen. Wenn dann, wie in ihrem Fall, auch Erfolge hinzukommen, von denen zudem noch viele Freunde und Bekannte Notiz nehmen – umso schöner.

Dabei ist die Lehrerin für Mathematik und Sport an der KGS Laatzen nicht mit dem Ziel ins Laufjahr 2011 gestartet, die Ranking-Frauenwertung zu gewinnen. „Anfangs bin ich nur so mitgelaufen“, sagt Mewes. Anfangs, das waren die Wochen und Monate, in denen sich die frühere erfolgreiche Bahnläuferin und Mittelstrecklerin auf ihren ersten Marathon vorbereitete. Diesen beendete sie im Mai in Hannover nach 3:08 Stunden – und war rundum zufrieden.

Und so gut in Form, dass sie in den folgenden „Laufpass“-Wettbewerben nicht locker ließ. In 27 von 37 Rennen, in denen Punkte vergeben wurden, war sie am Start – und in der Regel immer dabei, wenn die Schnellsten zur Siegerehrung aufgerufen wurden. Für den Zehn-Kilometer-Lauf im Hermann-Löns-Park Mitte November galt das allerdings nicht. Da schob sie bei ihrem letzten Wettkampf des Jahres ihren zwei Jahre alten Sohn Flynn Mio im Babyjogger vor sich her – Punkte und Podium sind eben auch für eine erfolgsorientierte Sportlerin wie Mewes nicht alles.

Es war zugleich ihre persönliche Abschiedsvorstellung von den Wettkampfstrecken für längere Zeit. Im Juli erwartet Gwendolyn Mewes ihr zweites Kind, da gilt es, die Dinge des Lebens anders zu ordnen. Für die Lauferfolge muss in der Zwischenzeit dann eben Ehemann Jörg Kleinholz-Mewes sorgen. Und der hat als Dritter in der Männer-Gesamtwertung gerade gezeigt, dass dieser Sport in der kleinen Familie bestens aufgehoben ist.

„Laufpass“-Sieger Robin Dörrie. Foto: zur Nieden

„Laufpass“-Sieger Robin Dörrie. Foto: zur Nieden

Er habe „irre viel Spaß“ gehabt, sagt Robin Dörrie über die „Laufpass“-Serie 2011. Dass der 42-Jährige als Gesamtsieger auch noch jede Menge Erfolg hatte und etliche Freundschaften knüpfte, rundet das Ganze auf besondere Weise ab. Denn wer kennt sie nicht, diese Geschichten, dass sich sportliche Konkurrenten spinnefeind sind, wenn es darum geht, Erster zu werden? Dörrie hat sich über Monate ein spannendes Duell mit Timo Merten um die Spitzenposition im HAZ-Ranking geliefert; das aber hat sie nicht entzweit, sondern zu wirklichen Freunden gemacht. Mit dem Ergebnis, dass sie nicht nur gemeinsam trainieren, sondern auch zusammen zu Wettkämpfen fahren und sich an der Startlinie gegenseitig das Beste wünschen. Künftig tragen sie auch noch das gleiche Vereinstrikot: das des Garbsener SC.

Dazu, dass Dörrie im Ranking diesmal der Bessere war und mit 538 Gesamtpunkten deutlich vorne lag, hat ihm Merten neidlos gratuliert. Und sich auch darüber gefreut, dass sein Laufkumpel so richtig angekommen ist in Hannover. Vor drei Jahren ist er umgezogen – von Alfeld in die Südstadt, in die Nähe des Maschsees. Ein Umstand, der Dörrie das Einleben merklich leichter machte. Leute kennenlernen durch das Laufen mit dem Maschsee vor der Haustür, dieses Rezept hat in seinem Fall bestens funktioniert. „So habe ich für mich auch die Volksläufe in Hannover und Umgebung entdeckt“, sagt der frühere Fußballer, der mit dem Duinger SC und dem SV Alfeld in der Bezirksliga spielte.

Statt im Mittelfeld dem Ball nachzujagen, rennt der Freizeitsportler Dörrie jetzt Woche für Woche durchschnittlich 80 Kilometer. Den Ball vermisst er nicht mehr. Bei 33 „Laufpass“-Veranstaltungen ist er 2011 im Trikot von Det’s Raceteam angetreten, dreimal war er dabei der Schnellste und ansonsten immer in den Punkterängen. „Wenn du mal vorne stehst, dann willst du am Ende auch gewinnen“, lautet sein Credo. Dass es schließlich so gekommen ist, hatte aus Dörries Sicht seinen Grund auch darin, dass er 2011 von Verletzungen verschont geblieben ist.

Inzwischen hat er auch den Triathlon für sich entdeckt – noch eine sportliche Leidenschaft, die er mit Timo Merten teilt. Laufen aber soll die Nummer 1 auf der persönlichen Rangliste bleiben. „Da bin ich besser“, sagt Dörrie, der 2012 im HAZ-Ranking als Titelverteidiger gewissermaßen in der Pflicht steht. Merten hingegen, schon 2010 Zweiter, könnte den nächsten Anlauf planen, um endlich mal ganz vorne zu landen …

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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