Sieger beim HAZ-„Laufpass“ 2012: Robin Dörrie – der Dauerläufer

Schnell unterwegs: Robin Dörrie beim Marathon in Hannover.

Schnell unterwegs: Robin Dörrie beim Marathon in Hannover.

Dauerläufer – dieses Wort trifft es vielleicht am besten. Fast immer, wenn man eine Runde um den Maschsee dreht, ist er schon da. Mal früher, mal später, irgendwann aber bestimmt. Denn wer gewinnen will, muss viel trainieren – und Robin Dörrie will beides. Zum zweiten Mal infolge hat der 43-Jährige das „Laufpass“-Ranking der HAZ gewonnen, zum zweiten Mal mit gebührendem Abstand auf die nach ihm Platzierten. Wie macht der das bloß, fragen nicht nur die „Laufpass“-Konkurrenten?

Wenn Robin Dörrie über seinen Zweifacherfolg spricht – ein Erfolg, der für ihn alles andere als selbstverständlich war –, dann fallen zwei Wörter gleich mehrfach: Verletzung und Verein. Von Verletzungen blieb der Hannoveraner auch in diesem Jahr wieder verschont: Das, so Dörrie, sei vielleicht der Schlüssel des Erfolgs gewesen. Der zweite war der Garbsener SC. Der Verein, dem er vor gut einem Jahr beigetreten ist. In den vergangenen zwölf Monaten lief er erstmals im Kreis eines Laufteams, zuvor hatte er immer vereinslos trainiert. „Das hat mir einen richtigen Motivationsschub gegeben“, sagt Dörrie.

Dabei profitierte er besonders von der Marathonerfahrung seines Teamkollegen René Jäger. Der Garbsener, der im Oktober seine Bestzeit auf 2:28:37 Stunden drückte, schrieb Dörrie Wochenpläne und überarbeitete das  Training – mehr Intervalle sowie Wettkämpfe anstatt der gewohnten Tempodauerläufe. „Deshalb bin ich auch so häufig beim Laufpass gestartet.“

Häufig – das klingt noch ziemlich untertrieben. 31 Starts beim HAZ-“Laufpass“ inklusive Hannover-Marathon, dazu noch ein Herbstmarathon, ein paar weitere Läufe sowie einige Triathlons. Denn nebenbei ist Dörrie auch ein guter Schwimmer und Radfahrer. Insgesamt stand der Hannoveraner im vergangenen Jahr 47 Mal an der Startlinie. „Beim Nachzählen habe ich selber einen Schrecken bekommen“, gibt er unumwunden zu. Wie man eine derartige Belastung durchhält? Sport sei eben ein wichtiger Bestandteil seines Lebens, erzählt er. „Wie hat jemand neulich gesagt: Wenn Du an der Startlinie stehst, ist es um Dich geschehen.“ Ein bisschen Sucht, gesteht Dörrie, sei wohl auch dabei.

Die sportliche Bilanz kann sich auch fernab des Laufpasses sehen lassen: Landesmeister in der M 40 über Halbmarathon (1:14:26 Stunden), schnellster M-40-Läufer im Marathon (2:40:35 in Hannover) sowie 33:35 Minuten über 10 Kilometer. Damit es mit dem Erfolg klappt, hält Dörrie das ganze Jahr über sein straffes Trainingspensum. 80 Kilometer pro Woche sind es fast immer, in der Marathonvorbereitung werden die Wochenkilometer auch mal auf 150 hochgeschraubt.Wer denkt, dass bei so vielen Stunden in Laufschuhen das Bedürfnis nach Abwechselung steigt, der irrt. Bei der Streckenauswahl ist Dörrie  ein Gewohnheitsmensch – und in der hiesigen Läuferszene dafür bekannt, den Maschsee immer nur in einer Richtung zu umrunden. „Stimmt“, sagt der 43-Jährige und lacht. Nur wenn er mit anderen trainiere, werde auch mal die Richtung gewechselt.

Doch der Erfolg ist auch für den Vielstarter nicht immer alles. Die Titelverteidigung habe er im Verlauf des Jahres gar nicht mehr unbedingt im Sinn gehabt. „Christian Wiese war schon verdammt stark“, sagt er anerkennend über den Zweitplatzierten. Erst als er im Spätherbst immer noch an der Spitze des Rankings stand, habe er sich gedacht: Warum nicht einfach weiterlaufen und noch ein paar Läufe dranhängen? Wie die Geschichte ausgegangen ist, kann man in den Listen nachlesen: 31 Starts und 511 Punkte.

Und was kommt dieses Jahr? Die dritte Titelverteidigung? Dörrie winkt ab: „Ich brauche jetzt erstmal ein ruhigeres Jahr, in dem es wirklich nur um den Spaß beim Laufen geht.“ Ohnehin muss er in den kommenden Wochen kürzer treten: In diesen Tagen werden ihm Polypen entfernt, danach ist erstmal Schongang angesagt. Den Auftakt zum Laufpass am Silbersee wird er also definitv verpassen, und auch danach will er sich mit dem Wiedereinstieg Zeit lassen. „Beim Marathon in Hannover möchte ich gerne starten, vielleicht über 10 Kilometer oder über den Halbmarathon“, sagt er. Vor allem aber will er so schnell wie möglich wieder die Laufschuhe schnüren und seine Runden um den Maschsee drehen. Immer mit dem Uhrzeigersinn, versteht sich.

2 Gedanken zu „Sieger beim HAZ-„Laufpass“ 2012: Robin Dörrie – der Dauerläufer

  1. Torsten

    Herzlichen Glückwunsch zum Sieg beim „Laufpass“ 2012, Robin!!!
    Respekt für die erneut super starken Leistungen in 2012 und
    für die lobenden Worte an die „Konkurrenz“ und Vereinskollegen.

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  2. Pingback: HAZ-”Laufpass”: Pokale für die Besten › Laufen in Hannover » Laufblog der HAZ

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