Siegerin des HAZ-Laufpass-Rankings: Bianca Stanienda zieht es in die Berge – und ins Wasser

Erste im „Laufpass“-Ranking 2012 der HAZ: Bianca Stanienda.

Nun braucht sie also ein neues Ziel. „Ich nehme mir Jahr für Jahr etwas anderes vor“, sagt Bianca Stanienda. Auch im vorigen Jahr war das so, und es hat damit bestens geklappt: Die 43-Jährige, die in Gestorf wohnt und für den SV Eintracht Hiddestorf startet, hat in der Frauenwertung des „Laufpass“-Rankings der HAZ triumphiert. So, wie sie sich es vorgenommen hatte. „Anfang des Jahres habe ich mir gesagt: Das wäre es doch mal wert, es zu versuchen“, blickt die gelernte Bürokauffrau zurück. Durchs Ziel gegangen, um im Bild zu bleiben, ist sie mit einem riesengroßen Vorsprung. In allen 25 der insgesamt 40 Wertungsläufen, in denen Stanienda antrat, konnte sie sich unter den ersten drei platzieren. So brachte sie es auf 561 Punkte und war war schon lange vor dem letzten Rennen nicht mehr von Platz 1 zu verdrängen.

Der Erfolg allein ist es nicht, den die zweifache Mutter an dieser Wettkampfserie zu schätzen weiß. „Da gibt es keine böse Konkurrenz“, sagt sie. „Die Läuferinnen und Läufer, die man trifft, sind schon nein nettes Völkchen. Da wird auch über ganz Privates geredet und nicht nur über Sport.“ Trotzdem: Der Ehrgeiz Staniendas ist immer noch groß, auch nach inzwischen 29 Jahren, in denen sie ungezählte Paare an Laufschuhen verschlissen hat. „Ich versuche schon, bei jedem Rennen alles aus mir rauszuholen“, sagt sie.

Zu ihrer Bilanz gehören inzwischen auch 30 Marathons. Den ersten ist sie mit 17 in Berlin gelaufen; damals wohnte sie noch in Ahlten und benötigte aufgrund ihres Alters die schriftliche Einwilligung der Eltern, um überhaupt starten zu können. Als ihren „emotionalsten“ Lauf über die 42,2 Kilometer bezeichnet sie den New-York-Marathon von 2009 (3:16:12 Stunden), mit dem sich für sie ein Jugendtraum erfüllte. Und das zum 40. Geburtstag. „Dass ich dann bei den Frauen die zweitbeste deutsche Starterin war, war dann noch etwas ganz Besonderes“, lautet ihr Fazit. „Gegen einen Marathon kommt kein anderer Lauf an“, sagt Stanienda, die es in absehbarer Zeit in die Berge zieht. „Beim Brocken-Marathon mitzulaufen, das würde mich schon reizen.“

Doch erst einmal geht es um etwas ganz anderes: Stanienda will das Metier wechseln, zeitweise zumindest. Am 16. Juni möchte sie in Peine ihr Debüt auf der olympischen Triathlon-Distanz geben. Laufen und Radfahren stellen sie dabei vor keine Probleme, mit dem eher ungeliebten Schwimmen hat sie sich inzwischen angefreundet. „Anfangs konnte ich gar nicht kraulen“, sagt sie. „Jetzt schaffe ich schon 1500 Meter.“ Das Training in Pattensen, zusammen mit Freunden vom Lauftreff Hiddestorf, dem sie seit zwölf Jahren angehört und den sie nicht missen möchte, trägt Früchte. Triathlon und Schwimmen sind die Sportarten von Kim (13) und Carolin (10), der beiden Stanienda-Töchter. „Die machen das toll“, lobt die Mutter, die nun auch auf den Geschmack gekommen ist und eine neue Herausforderung gefunden hat.

Doch das Laufen, da dürfen getrost Wetten angenommen werden, wird in der sportlichen Hitliste der 43-Jährigen auch künftig die Nummer 1 sein. Mehr als sieben Stunden zwackt sie jede Woche dafür ab, die gute Organisation von beruflicher Teilzeitbeschäftigung, Kinderbetreuung und Familienleben macht es möglich. Stanienda bei Volksläufen in der Region unter den ersten drei – das wird auch künftig der Fall sein. Wenngleich vielleicht nicht mehr ganz so häufig wie 2012.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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