Dieter Baumann läuft Marathon in Hannover

Will in Hannover Marathon laufen: Dieter Baumann. Foto: dpa

Will in Hannover Marathon laufen: Dieter Baumann. Foto: dpa

Man kann nicht unbedingt sagen, dass es Dieter Baumann noch einmal wissen will. Aber der inzwischen 48-Jährige scheint entschlossen, sich am 5. Mai in Hannover von seiner besten Seite zu zeigen. Und das ausgerechnet auf der von ihm wenig geliebten Marathondistanz. Baumann hat sich für diesen Tag die drei Stunden zum Ziel genommen, und dafür quält er sich schon wochenlang, wie er jetzt in Hannover eingestand. „Lange Läufe sind für mich ein Gräuel“, sagte der 5000-Meter-Olympiasieger von 1992. „Bei allem, was über eine Stunde hinausgeht, frage ich mich immer wieder: Wie kann man so was nur machen?!“

Baumann will es machen, und zwar in Hannover – unbedingt über die volle Distanz und nicht nur als Mitglied einer Staffel wie 2012. Und auch noch punktgenau, das hat er angekündigt. Demnach ist jeder, der eine Zeit knapp unter drei Stunden anvisiert und in der Lage ist, diese auch zu schaffen, gut beraten, sich an seine Fersen zu heften. Wer möchte hinterher nicht sagen: Puh, ich bin gemeinsam mit Baumann 42 Kilometer gelaufen und kann dabei auch noch stolz auf die Stoppuhr zeigen.

Für den Schwaben wäre Hannover erst der zweite Marathon, den er erfolgreich abschließt. 2007, in Frankfurt, brauchte er glatt 2:30 Stunden, aber da hatte er seine Karriere auch schon beendet. Der erste Versuch im Jahr 2002 – zehn Jahre nach dem Olympiasieg –- in Hamburg war gründlich in die Hose gegangen: Baumann stieg nach 36 Kilometern völlig entkräftet aus. Wie sich später zeigte, war das auch der jähe Anfang vom Ende der erhofften Marathonkarriere.

Jetzt also schindet sich Baumann mit täglichen Läufen, um anderen im Rennen voranzugehen. Ein löbliches Unterfangen, zumal er sich dieser Tage ausdrücklich erneut als „Sprinter und Mittelstreckler“ bezeichnet hat. Alles, was darüber hinaus gehe, sei ungemein spannend.

Ein Vorschlag für Besucher an der Strecke am 5. Mai: Man könnte sich doch am Walter-Großmann-Weg im Georgengarten postieren. Dort nämlich ist Baumanns berüchtigte 36-Kilometer-Marke. Wenn er dort, wie einst in Hamburg, schwach werden sollte, könnte ihm Unterstützung sicher gut tun. Auch seine Begleiter hätten etwas davon.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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