Mit Siebenmeilenstiefel am Flughafen vorbei

Der 6. Puma Airport Run lockte zahlreiche Läufer nach Langenhagen.

Wer hat den Tipp des Trainers nicht noch im Ohr: Zieh zum Wettkampf nur keine neuen Schuhe an! Keine Experimente! Kann aber durchaus funktionieren, wie beim 6. Puma Airport Run zu erleben war. Man frage Gwendolyn Mewes aus Hannover, die über 10,2 Kilometer in 38:23 Minuten so schnell unterwegs war, als habe sie einen Turboantrieb. Das gute Training allein scheint es jedenfalls nicht gewesen zu sein. Kurz vor dem Start hatte die junge Frau ein Paar fabrikneue Laufschuhe zum Testen angezogen. „Die sind wirklich klasse“, sagte Mewes, „die kaufe ich jetzt gleich.“ Eine gute Idee, zumal einen demnächst einen guten Anlass gibt, die leichten Treter, die an Siebenmeilenstiefel erinnern, wieder überzustreifen: Die Bothfelderin will im Rahmen des Hannover-Marathons erneut über diese Distanz antreten und nicht nur mal so mitlaufen.

Nicht nur für sie war der Laufsonnabend in Langenhagen – eine der größten Veranstaltungen dieser Art in der Region – die Generalprobe für den 5. Mai. Auch Peer Röhner, beim Airport Run in 35:01 Minuten schnellster Mann über 10,2 Kilometer, wird dann wieder an der Startlinie stehen, allerdings beim Halbmarathon. Er will dann seiner Bestzeit nahe kommen, die bei 1:14 Stunden steht. „Peer ist in toller Form“, sagte Robin Dörrie aus Hannover, der sich diesmal geschlagen gegen musste, mit seiner Zeit (35:13) als Zweiter aber zufrieden war. Nach acht Kilometern hatte sich Röhner („ein guter Testlauf!“) von Dörrie abgesetzt und seinen Vorsprung uneinholbar ausgebaut.

Ausgepumpt, aber zufrieden war auch Christian Wiese, auf den Röhner am 5. Mai treffen wird und der in Langenhagen schon mal ordentlich vorlegte. 1:12:23 Stunden, so lautete die Siegerzeit des Sportlehrers vom Kurt-Schwitters-Gymnasium, der auf dieser Distanz noch nie so schnell unterwegs gewesen war und der keinem Sportverein angehört. „Eigentlich sollte eine 1:15 herauskommen“, sagte er. „Mal gucken, was in Hannover geht.“ Das gilt auch für Rene Jäger vom Garbsener SC, den Zweitplatzierten (1:12:59) in Langenhagen. Zuletzt hatte er diesen und jenen Rückschlag wegstecken müssen, etwa die Aufgabe bei der deutschen Halbmarathon-Meisterschaft in Refrath. In Hannover will er mit fünf weiteren Läufern seines Vereins, der zusehends von sich reden macht, beim Marathon starten, bei dem es auch um niedersächsische Titel geht. Jäger, der zudem für die Trainingspläne zuständig ist, ist guter Dinge, dass die Garbsener in der Mannschaftswertung weit vorne landen können. Und er selbst steht auch ein bisschen unter Druck: Vor zwei Jahren war der frühere Footballer in 2:39 Stunden in Hannover der Schnellste aus der Region.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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