Die dritte Dimension

Es ist wieder Triathlonzeit: Wie hier beim Wettkampf in Limmer. Foto: Florian Petrow

 Der Sommer bringt es mit sich, dass ich diese Frage mal wieder häufiger zu hören bekommen. Die Badesaison hat ihren Höhepunkt, auf den Ausfallstraßen der Stadt machen Radrennfahrer den Autos den Platz streitig – da muss ich auf das nächste Attentat gefasst sein. „Wann macht du denn nun deinen ersten Triathlon?“, hat mich meine Tochter dieser Tage wieder mal gefragt. Dabei weiß sie nur zu gut, dass das in meinem Fall ein heikles Thema ist. Laufen: Kein Problem für mich, zumal die alte Form nach diversen Zipperlein derzeit zurückkehrt. Radfahren: Kriege ich auch hin; der gute alte Renner, den ich Kumpel Olaf voriges Jahr abgekauft habe, steht eh viel zu häufig ungenutzt im Keller. Schwimmen: Vergiss es!

Ich gebe es an dieser Stelle gerne zu: Gefühlt habe ich 20 Jahre lang einen großen Bogen um die Schwimmbäder und Pools dieser Welt gemacht. Ist einfach nicht mein Ding. Schon in der Schulzeit war es mir ein Graus, wenn es im Sportunterricht ins Wasser ging. Kann aber auch Spaß machen, wie ich im Juni beim Urlaub auf Teneriffa gemerkt habe. Am großen Becken im Hotel in Los Silos war nie viel los, hier konnte man ungestört seine Bahnen ziehen, und ich habe nach einer Woche tatsächlich auf 1000 Meter am Stück gebracht. Im Geiste hörte ich da schon meine Tochter sagen, seit gut einem Jahr als Neu-Triathletin unterwegs und inzwischen schon mit Erfahrungen auf der olympischen Distanz ausgestattet: Dann kannst Du Dich ja getrost anmelden beim nächsten Volkstriathlon in Hannover! Du schaffst das schon.

Dabei hat sie ja nicht gesehen, wie ich im Hotel-Pool die 35 Meter von Beckenrand zu Beckenrand Bahn für Bahn zurückgelegt habe: im Brustschwimmen. Das dauerte endlos. Meinen dabei zum Zeitvertreib angestellten Hochrechnungen zufolge käme ich bei einem Einsteiger-Triathlon aus dem Wasser, wenn viele andere von der Rad- auf die Laufstrecke wechseln. Soll ich mich etwa in meinem Alter noch zum Hermann machen? Im Kraulstil ginge es zwar schneller, doch mit den zehn Schlägen, nach denen mir die Flügel regelmäßig erlahmen, schaffe ich nun mal keine 500 Meter. Es sieht ganz danach aus, dass ich meiner Laufgruppe erhalten bleibe.

 Zumal es hier ein warnendes Beispiel gibt. Christian, ein exzellenter Langstreckler, hat vor Kurzem auch den Triathlon für sich entdeckt. Jetzt kann er nicht mal mehr laufen. Denn jüngst ist ihm ein folgenschweres Malheur passiert. Bei einem Wettkampf wollte er nach der ersten Disziplin auf dem Weg zur Wechselzone des Neoprenanzug abstreifen. Leider übersah er dabei ein gefährliches Loch im Boden und knickte um. Das böse Ende: Das Wadenbein ist durch.

 Dienstags werden wir uns nun eine Weile nicht sehen, was wirklich schade ist. Gute Besserung! Ich laufe dann mal für Christian mit.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback, Jahrgang 1953, begleitet die "Roten" journalistisch seit 1991 und hat damit (fast) alles miterlebt an Höhen und Tiefen: den DFB-Pokalsieg ebenso wie den Abstieg in die damalige Regionalliga und in jüngerer Zeit die Europa League. Das Fußballspielen hat er selbst vor langer Zeit aus Verletzungsgründen beendet. Vor zehn Jahren stellte er fest, dass Laufen als Freizeitsport auch nach zwei Kreuzbandrissen durchaus Spaß machen kann.

2 Gedanken zu „Die dritte Dimension

  1. Christian

    Hej Norbert,

    danke für deine Anteilnahme! :-)
    gestern war ich ja das erste Mal wieder beim Training, auch wenn nur mit dem Rad… :-)

    Wegen solch einen “kleinen” Malheur lässt man sich doch aber nicht abschrecken und schon gar nicht die Lust verderben…
    So habe ich wenigstens mal die Chance beim Schwimmen besser zu werden (das geht nämlich:-))

    Und im August bei der Team Challenge stehen wir uns auch wieder auf der Laufstrecke!

    In diesem Sinne!!

    sportliche Grüße
    Christian

    PS: Triathlon ist echt einen Test wert!

    Antworten
    1. Nobby

      Hallo Christian,
      gut, dass Du wieder in die Pötte kommst! Dann sehen wir uns ja Mitte August im Georgengarten!
      Im Übrigen: Mein erster Triathlon zeichnet sich ab. Zum Geburtstag habe ich einen Startplatz geschenkt bekommen, zum Glück für mich für einen Mitteldistanz-Staffelwettbewerb. Rate mal, welchen Part ich da übernehmen werde … :)

      Antworten

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