Berliner Befindlichkeiten

Die Läufer des 40. Berlin-Marathon passieren das Brandenburger Tor in Berlin. Die Strecke führte auf einem Rundkurs durch die Stadt an zahlreichen markanten Punkten vorbei.

Die Läufer des 40. Berlin-Marathon passieren das Brandenburger Tor in Berlin. Die Strecke führte auf einem Rundkurs durch die Stadt an zahlreichen markanten Punkten vorbei. dpa

Man kann nicht sagen, dass nun Welten zwischen den Mewes aus Hannover und Christian Wiese aus Lehrte lagen. Alle drei haben den 40. Berlin-Marathon schließlich unter drei Stunden geschafft – das muss man erst mal hinbekommen und verdient Respekt. Die Stimmung beim Trio war dennoch grundverschieden. Gwendolyn Mewes freute sich riesig über ihre Zeit von 2:58:57 Stunden, die zu einem beachtlichen 44. Platz im Frauenfeld reichte. Ihr Ehemann Jörg Kleinholz-Mewes legte eine 2:53:02 hin und war damit ebenfalls ausgesprochen happy. Anders als Wiese: Der verpasste sein selbst gesetztes Ziel in 2:48:51 klar und brauchte hinterher viel Aufmunterung.

Nach Feiern war ihm, anders als den beiden Bothfeldern, jedenfalls nicht zumute. „Ich wollte die 2:35-Stunden-Marke knacken“, berichtet Wiese. „Und eigentlich habe ich mich auch gut gefühlt und war gut vorbereitet.“ Sein Plan ging aber nur über drei Viertel der Strecke auf, solange konnte er seinen zuvor berechneten Schnitt von 3:40 Minuten pro Kilometer nahezu auf die Sekunde genau halten. Dann aber setzten, aus für ihn unerklärlichen Gründen, heftige Magenprobleme ein. „Ich konnte nichts mehr trinken und musste mich mehrfach übergeben“, berichtet der 32-Jährige. Die letzten zwölf Kilometer wurden für Wiese zur Qual; dass er bei seinem dritten Marathon dann auch noch deutlich über seiner Bestzeit aus dem Vorjahr an gleicher Stelle (2:37) blieb, ärgerte ihn zusätzlich.

Gwendolyn Mewes und Jörg Kleinholz-Mewes haben den Berlin Marathon unter drei Stunden geschafft.

Gwendolyn Mewes und Jörg Kleinholz-Mewes haben den Berlin Marathon unter drei Stunden geschafft.

Bei den Mewes hingegen lief es beim bedeutendsten deutschen Langstreckenrennen wie am Schnürchen. Dabei machten sie nicht einmal gemeinsame Sache. „Wir standen in unterschiedlichen Startblöcken, und ehe es losging, haben wir uns auch noch aus den Augen verloren“, berichtet Gwendolyn, die ihren zweiten Marathon absolvierte und sich im Vergleich zur Premiere 2011 in Hannover um rund zehn Minuten verbesserte. So lief jeder sein Rennen und profitierte von der tollen Stimmung an der Strecke und den aus Läufersicht angenehmen Temperaturen. Bei Kilometer 27 war der Spaß dann aber vorbei, jedenfalls  für Gwendolyn Mewes. „Da wurde es hart“, sagt sie, „trotzdem war das Rennen einfach cool.“

Davon werden beide noch manches zu erzählen haben. Bei den nächsten Volksläufen in und um Hannover etwa. Denn da sind sie Stammgäste, und da lassen nicht nur die beiden die Saison ausklingen. Auch Christian Wiese wird man dort wiedersehen. Sich unters Laufvolk zu mischen, ist immer noch das beste Mittel zur Frustbewältigung.

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