Serie „Lauffamilien“ (Teil 5): Ansteckende Leidenschaft

Robert, Sabine und Thomas Meier (v.li.). Foto: privat

Gemeinsam sportlich unterwegs: Robert, Sabine und Thomas Meier (v.li.). Foto: privat

Nun also mal wieder ein Wettkampf gleich vor der Haustür! Dabei sind Sabine und Thomas Meier doch erst vor ein paar Tagen Marathon gelaufen. Und nicht irgendeinen: den von Nizza nach Cannes. „Ein besonderes Erlebnis. Und ich spüre die Anstrengung immer noch“, sagt Sabine Meier, die am Sonntag die malerische Strecke an der Küste des Mittelmeers bei stürmischem Wetter in 3:31 Stunden zurücklegte. Ihr Mann war rund eine Viertelstunde schneller, aber das tat auch in dem Fall nichts zur Sache. Sport ist für die Meiers eine gemeinsame Angelegenheit und hat Familientradition, auch wenn man nicht zusammen über die Ziellinie läuft und in der Regel auch nicht gemeinsam trainiert, weil Tempo und Wochenplanung dagegen sprechen.

Und das wird auch beim 6. Bothfelder Waldlauf der Fall sein. Auch wenn die Strecke mit der an der Côte d’Azur in keiner Weise zu vergleichen ist: Es ist Pflichtprogramm (als Mitglieder des ausrichtenden TuS Bothfeld 04) und zugleich Kür für die passionierten Läufer, dort zu erscheinen. Seit mehr als 20 Jahren ist dieser Sport ihr Hobby, es hat das Ehepaar schon durch die halbe Welt geführt. Sabine Meier kam so richtig auf den Geschmack, als sie einst das Buch „Faszination Marathon“ gelesen, nein verschlungen hatte und dann nicht nur ein-, zweimal die Woche laufen wollte, wie sie es zuvor getan hatte. „Die Lektüre fand ich so toll, dass ich das unbedingt selbst ausprobieren wollte“, sagt sie. 2001 stand sie dann in Hamburg erstmals an der Startlinie zur 42-Kilometer-Distanz, die Zeit von 4:19 Stunden war für sie am Ende zweitrangig. „Es war das tolle Gefühl, es geschafft und unterwegs allen Schwierigkeiten getrotzt zu haben“, sagt die 46-Jährige.

Seitdem sind für die Medizinisch-Technische Assistentin an der MHH 25 Marathonläufe dazugekommen. Ihr Mann Thomas, bei dem es noch einige mehr sind, zählt gar nicht mehr mit. Auf diese Weise haben die beiden schon so manche europäische Metropole laufend erkundet. „Ganz ohne Autoverkehr, eben Sightseeing auf die andere, viel schönere Art“, meint Thomas Meier (48), von Beruf Buchhalter bei einem Energieversorger. Der nächste Ausflug, zu dem die Laufschuhe im Gepäck gehören, ist bereits gebucht: Im März geht es nach Rom. Und das bereits zum zweiten Mal.

Im unwegsamen Gelände unterwegs: Maria Meier (im grünen Trikot). Foto: privat

Im unwegsamen Gelände unterwegs: Maria Meier (im grünen Trikot). Foto: privat

Laufen ist bei den Meiers aus Bothfeld nicht nur eine Sache der Eltern. Auch Robert, der 14 Jahre alte Sohn, ist ein begeisterter Sportler; dass er sich nicht zwischen Laufen (TuS Bothfeld) und Fußball (beim OSV Hannover, dem anderen Verein gleich um die Ecke) entscheiden kann, spricht für sich. Und Talent bringt er auch mit: Bei einem Rennen in Wunstorf hat er vor ein paar Monaten die fünf Kilometer in 18:24 Minuten zurückgelegt. Das ist schon eine Hausnummer. Auch Tochter Maria (16) begnügt sich inzwischen nicht mehr damit, bei Volksläufen der Mutter hinterherzurennen, wie sie es lange getan hat. Sabine Meier berichtet mit einigem Stolz davon, dass ihre Tochter, die sich derzeit zu einem Austauschjahr in den USA aufhält, im Cross-Country-Team ihrer Schule in Virginia eine gute Rolle spielt. „Früher hat sie sich nie richtig angestrengt, jetzt schafft sie die fünf Kilometer in 21 Minuten.“

Dass Maria beim Bothfelder Waldlauf diesmal fehlt, sprengt das familiäre Quartett. 2014 dürfte das wieder anders aussehen. Meier viermal in der Starterliste: Eigentlich gehört sich das so.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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