Immer der blauen Linie nach

Foto: Florian Petrow.

Foto: Florian Petrow.

Den Roten Faden kennt man gut in Hannover. Mit seiner Hilfe können 36 Sehenswürdigkeiten der Stadt auf kurzem Weg bei einem Rundgang besichtigt werden. Und dies das ganze Jahr über. Hannovers blaue Linie, die sich aus unzähligen Strichen zusammensetzt, ist erst seit einigen Tagen zu sehen. Sie ist auf 42 Kilometern nicht für die Ewigkeit auf den Asphalt gespritzt worden. Eigentlich wird sie nur für einen einzigen Tag gebraucht. Für den 19. April 2015. Dann hat sie als Wegweiser für die Marathonläufer ausgedient. Ist das wirklich alles?

Die blaue Farbe kann so schöne Illusionen wecken. Da läuft man in Döhren den Schwarzen Weg hinunter in Richtung Wilkenburger Straße, weit und breit ist kein Mensch zu sehen, wenn nicht gerade ein Radrennfahrer herangeprescht kommt oder ein Kleingärtner Frühjahrsputz hält. Und doch fühlt man sich irgendwie dazugehörig: Ich bin ja ein Marathoni! Einer von denen, die in wenigen Tagen zuhauf hier unterwegs sein werden. Die mystische Linie macht’s möglich. Wer die nötige Vorstellungskraft besitzt, der braucht keine Startnummer für den Sonntag. Jedenfalls keine für die ganz große Runde durch die Stadt, in der überall Plakate vom bevorstehenden Sportereignis des Jahres künden.

Manchem reichen dann ja auch zehn Kilometer. Ober ein Abschnitt in einer Staffel. So kommt man am 19. April im Team auch auf einen Marathon, ob nun zu viert oder zu sechst. Und darf hinterher stolz auf die blauen Striche schauen, die einem unfehlbar den Weg gewiesen haben und auf die so mancher Schweißtropfen gefallen ist.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen – auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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