Neue Bücher für Laufbegeisterte

Die Blätter an den Bäumen fallen, selbst der Laufkalender wird von der alljährlichen herbstlichen Magersucht heimgesucht, und die Tage sind inzwischen so kurz, dass auf die Stirnlampe bei der gewohnten Laufrunde nach der Arbeit nicht verzichtet werden kann. Ja, wir Läufer haben es schwer in diesen Wochen, die aber auch eine Chance bieten: Tun wir das, was sonst zu kurz gerät. Trainieren wir mal nicht nur die Muskeln an Waden und Oberschenkeln, sondern diejenigen Körperregionen, die sonst meist zu kurz kommen. Und verlassen wir dabei ruhig mal die gewohnten Pfade.

Wie das geschehen kann, dafür gibt es aktuelle Tipps in Buchform.

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Etwa von Manuela Dierkes: Nach „Athletic to go“ hat die Sportlehrerin aus Hamburg mit „Complete Athlete – das 15-Minuten-Programm ohne Geräte“ nachgelegt. Statt auf gebundenen Seiten ist jede der 18 Übungen, mit denen etwas für Arme und Schultern, den Rücken, den Bauch sowie Beine und Gesäß getan werden kann, auf einzelne, praktisch zu handhabende Seiten gedruckt. Das hilft dabei, wie schon beim Vorgänger, sein individuelles Trainingsprogramm zusammenzustellen. Dierkes empfiehlt Einheiten von insgesamt 15 Minuten Dauer mit drei bis 15 unterschiedlichen Übungen und entsprechenden Wiederholungen. Die Karten auf den Boden, die Uhr im Blick, und es kann losgehen mit dem „Igelcrunch“ oder dem „Bergsteiger“. Die triathlonbegeisterte Autorin verspricht dem Läufer nicht nur, dass bei entsprechender Regelmäßigkeit ein Leistungssprung die Folge ist – sondern auch, dass man im Laufe der Zeit mehr Freude daran hat, seinen Körper im Spiegel anzusehen. Wenn das kein zusätzlicher Anreiz ist …

Manuela Dierkes, „Complete Athlete“, mit QR-Code mit Videoanleitung zu jeder Übung, spomedis Hamburg, 17,95 Euro.

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Kurz und knackig – das ist auch der Leitfaden von Kathrin Thierfelder, die auf 128 Seiten Übungen präsentiert und erklärt, mit deren Hilfe man am Feierabend dem Stress des Tages beikommen kann. Wie der Buchtitel „After-Work Yoga“ verrät, ist das keine Lektüre, die ausschließlich für Läufer bestimmt ist. Aber wer von uns macht nicht gern mal den Rücken krumm und die Arme lang, um seinen Körper noch besser in Schuss zu bringen? Derjenige, für den Yoga eine neue Sportwelt ist, findet schnell auf den Pfad der Erleuchtung. Thierfelder lässt einer kurzen Einführung in die Yoga-Praxis ihr sogenanntes Basisprogramm für Nacken und Rücken, Arme und Schultern, Bauch und Taille, Beine und Po, Balance sowie Flexibilität folgen. Weiter geht es mit Anleitungen, die auf den ganzen Körper zielen. Hinzu kommen dynamische Ausdauerübungen und umkomplizierte Einheiten für zwischendurch. Alles ist so gut bebildert, dass man nicht viel falsch machen kann. Der innere Schweinehund muss sich warm anziehen.

Kathrin Thierfelder, „After-Work Yoga“, Bruckmann Verlag München, 14,99 Euro.

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Und noch eine Frau in der Runde der Neuerscheinungen: Die Schwedin Kristina Modig stimmt ein in den Kanon vom Streben nach Gesundheit und Wohnbefinden. Mit ihrer Hilfe betritt der Läufer in mancher Hinsicht Neuland, denn Modigs großes Thema ist „Pilates“. Damit führt sie auf den eher sanften Weg, daheim etwas für Muskeln und Beweglichkeit zu tun und letztlich auch die Seele zu stärken. Selbst sagt sie über sich, dank der Pilates-Methode sei sie immer bereit für neue körperliche Herausforderungen. Was auf den 128 Seiten dazu zu lesen und zu sehen ist, macht Lust auf eine Entdeckungsreise in Übungsbereiche, die man in der Regel nur vom Hörensagen kennt. Dabei, das streicht Modig heraus, kommt es auf Ausdauer und Geduld an. Und man solle sich langfristige Ziele setzen, rät sie – etwa keine Schmerzen mehr zu haben oder einen Marathon laufen zu können. Keine Angst: Diese und jene der 16 Übungen wie die „Meerjungfrau“ und „Die Hundert“ sind für Läufer kein Buch mit sieben Siegeln. Der Einstieg in Pilates ist einfacher als gedacht.

Kristina Modig, „Pilates“, Übungen und Rezepte für Balance in jeder Lebenslage, Bruckmann Verlag München, 19,99 Euro

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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