„Laufpass“-Siegerin Sina Petersen: Plötzlich Erste

"Laufpass"-Siegerin 2015: Sina Petersen. (Foto: Rainer Surrey)

„Laufpass“-Siegerin 2015: Sina Petersen. (Foto: Rainer Surrey)

Es gibt Siege, die sind fest eingeplant. Und es gibt Siege, die sind völlig überraschend. Und dann gibt es noch Erfolge, die sich Stück für Stück entwickeln. In diese Kategorie fällt der Gesamtsieg von Sina Petersen beim HAZ-„Laufpass“.

„Mit dem Sieg hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt die 29-Jährige. Denn eigentlich sollten die „Laufpass“-Rennen zu Beginn des Jahres nur der Vorbereitung auf den Hannover-Marathon dienen. „Ich mache kaum Tempoläufe und bin deshalb die Wettkämpfe gelaufen“, erzählt sie. Bei sechs der ersten sieben Rennen ging sie an den Start – und stand im April plötzlich an der Spitze der „Laufpass“-Gesamtwertung. Für die Lehrerin, die am Gymnasium Langenhagen Sport und Mathe unterrichtet, aber noch kein Grund, weiter als bis zum Marathon zu planen. Für sie zählten die 42,195 Kilometer.

In starken 3:25:20 Stunden absolvierte Petersen den Marathon in Hannover. Während andere eine solche Zeit zum Anlass nehmen, für längere Zeit die Füße hochlegen, war Petersen plötzlich mit dem  Wettkampffieber infiziert. „Ich habe gesehen, dass es im Laufpass gar nicht so schlecht läuft für mich.“ Und auf einmal war sie vom Ehrgeiz gepackt. Zwar blieb ihr die Gesamtzweite Mandy Krause immer dicht auf den Fersen, doch die Führung gab Petersen bis zum Ende nicht mehr ab. Schon nach dem 36. von insgesamt 38. „Laufpass“-Rennen stand sie als Siegerin fest.

(Foto: Rainer Surrey)

(Foto: Rainer Surrey)

Trotz des Erfolges beim „Laufpass“ – die 29-Jährige bezeichnet sich als Hobbyläuferin. Zwar hat sie in der Vorbereitung auf den Hannover-Marathon mitunter auch zu ungewöhnlichen Uhrzeiten die Laufschuhe geschnürt („einmal um 22 Uhr, weil mich das schlechte Gewissen gepackt hatte“). Für Petersen steht bei allem aber weiter der Spaß und das persönliche Wohlbefinden im Vordergrund. „Ich laufe auch zum Ausgleich“, sagt sie. Besonders schätzt sie am Laufen die Freiheit bei der Planung. „Ich kann auch mal in einer Freistunde trainieren.“

Dass sie das Laufen gelassen angeht, zeigt die Antwort auf die Frage nach dem Trainingsplan. „Für die Marathon-Vorbereitung hatte ich einen – aus dem Internet“, erzählt sie. Seitdem läuft sie wieder ohne. Und so kommen pro Woche mal fünf Einheiten zusammen, oder auch nur eine.

Petersen war schon als Jugendliche in der LG Hannover aktiv, über 800 Meter hat sie eine Bestzeit von 2:27 Minuten stehen. Als reine Läuferin versteht sie sich aber nicht. Handball hat sie gespielt, im Sportstudium den Spaß an Badminton und Beachvolleyball entdeckt. Auch im Wildwasserkajak hat sich Petersen schon erfolgreich versucht. Und da Laufen mitunter doch zu einseitig sei, nimmt sie im Jahr an ein bis zwei Triathlons teil. In diesem Sommer war sie in Limmer und am Maschsee am Start. „Aber nur zum Spaß.“

Der Spaß soll auch im kommenden Jahr im Vordergrund stehen. Ziele für 2016? „Eigentlich habe ich noch kein richtiges.“ Sie will fit bleiben und vielleicht beim Hannover-Marathon die Halbdistanz laufen. Kurz davor sind Osterferien, ein Urlaub bereits fest eingeplant. Und da der nicht unter der Vorbereitung auf einen Wettkampf leiden soll, wird sie es vielleicht machen wie in dieser Saison: An den Start gehen – und schauen, wie sich das ganze so entwickelt.

Ein Gedanke zu „„Laufpass“-Siegerin Sina Petersen: Plötzlich Erste

  1. Pingback: „Laufpass“: Das Gesamtranking 2015 › Laufen in Hannover » Laufblog der HAZ

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.