Hannover-Marathon: Bereit für die nächsten Rekorde

Anna (links) und Lisa Hahner mit Lusapho April. Foto: Petrow

Anna (links) und Lisa Hahner mit Lusapho April. Foto: Petrow

Es  war eines der am häufigsten gebrauchten Wörter auf der abschließenden Pressekonferenz. Zwei Tage, bevor es ernst wird auf Hannovers Straßen, war immer wieder von Rekorden die Rede. Einen haben die Veranstalter mit 20 196 Startzusagen schon im Sack; da kann kommen, was will. Bis Sonntag, wenn die Meldeschalter schließen, wird sich diese Zahl sogar noch erhöhen. „Wir kratzen an der Schwelle zu 21 000“, hat Marathon-Chefin Stefanie Eichel 48 Stunden vorher prognostiziert. Das hätte sie sich vor einigen Wochen nicht träumen lassen.

Da passt es in Bild, dass ein Rennen, das das Wort Marathon im Namen trägt, auch in der viel zitierten Königsdisziplin nicht auf der Stelle tritt. Bei 2261 stand Mitte der Woche die Zahl der Voranmeldungen – auch hier geht es merklich voran. Die Aussicht, dass am Sonntag auch noch beide Streckenrekorde gebrochen werden könnten, stimmt die Marathon-Macher zusätzlich froh. Obwohl sie dafür einiges locker machten müssten. Jeweils 3000 Euro Prämie sind ausgelobt, wenn die Bestmarken des Südafrikaners  Lusapho April (2:08:32 Stunden) und der Ukrainerin Olena Burkowska (2:27:07) unterboten werden. Zusätzlich zum festgeschriebenen Preisgeld von je 7000 für den Sieger, wenn die Zieluhr am Friedrichswall Zeiten unter 2:09:00 beziehungsweise 2:28:00 anzeigen sollte.

Vier, die es schaffen können, ganz vorne zu sein, saßen am Freitag vorne auf dem Podium. Anna Hahner (Startnummer F2), die mit einer Bestzeit von 2:26:44 antritt, gab sich dabei auch verbal forsch. „Mein Körper sagt mir, dass er Bock hat, schnell zu laufen“, lautet ihre Botschaft.  Lisa Hahner (Startnummer F4, Bestzeit 2:28:39), bei ihren bisherigen Starts in Hannover stets vom Verletzungspech begleitet, stellt sich der familiären Konkurrenz, ohne dabei die Ellbogen herauszufahren. „Jede von uns will die Schnellste sein“, sagt sie. „Und wenn ich es nicht bin, dann eben meine Zwillingsschwester.“ Der Fahrplan für den Sonntag sieht vor, dass die Hahners die Halbmarathonmarke in einer Zeit unter 75 Minuten passieren. Das ließe beiden alle Möglichkeiten offen.

Einiges vor hat auch Lusapho April . Bei seinem fünften Start in Hannover soll die Startnummer 7 zu seiner Glückszahl werden. „Ich traue mir einen neuen Rekord zu“, sagt der  33-Jährige. Seine Form hat er Ende März bei einem Rennen über 21,1 Kilometer in New York für gut befunden, April  blieb nur gut zwei Minuten über der Einstundenmarke. Einen Trainingslauf über 10 000 Meter hat er vorigen Sonnabend in 29 Minuten absolviert; auch nicht schlecht mit Blick auf das, was am Sonntag folgen soll. Für Moses Masai  (Startnummer 5) steht über diese Distanz sogar eine 26:57 zu Buche, als Dritter bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009. Nach dem Abschied von der Bahn nimmt der Kenianer mit 29 Jahren den dritten Anlauf, Vergleichbares bei einem Marathon zu zeigen. Zu seiner Trainingsgruppe gehören Läufer, die die 42,195 Kilometer schon in 2:06 und 2:07 Stunden gelaufen sind. „Das will ich auch schaffen“, sagt er. Am liebsten am Sonntag.

Das wäre zugleich beste Werbung für Hannover als rekordträchtiges Pflaster. Wer in diesen Tagen durch die Stadt geht, der kann das Marathonfluidum spüren. Rund um den Trammplatz, wo am Freitagnachmittag die Marathonmesse öffnete, war schon am Mittag kaum ein Durchkommen – überall wurde aufgebaut. Ein Vorgeschmack auf den Sonntag, an dem es hier von 9 Uhr an so richtig rund gehen wird. Wie schön, dass sich dann auch das Wetter von seiner rekordverdächtigen Seite zeigen soll.

Alle Infos zum Hannover-Marathon 2016

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen – auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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