„Laufpass“: Familie verleiht Flügel

Christian Wiese (vorne) und Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics). Foto: Fettback

Christian Wiese (vorne) und Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics). Foto: Fettback

Man kann nicht alles haben. Einer wie Christian Wiese, weiß gut, wie er mit diesem Zwiespalt umgehen muss. Er muss den Spagat finden zwischen Sport und Familie – und er kriegt das auf die Reihe, ohne hier oder da große Abstriche machen zu müssen. Beim Eilenriede-Straßenlauf des VfL Eintracht Hannover konnte sich der 34-Jährige die Urkunde für den 3. Platz abholen – zeitgleich war er mit seinem Vereinskollegen Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics) in 33:48 Minuten ins Ziel gelaufen. Am Sieger, dem Holzmindener Jan Kaschura (33:37), war diesmal kein Vorbeikommen.

Wiese, der in der „Laufpass“-Serie schon seit Jahren eine gute Figur macht, war dennoch zufrieden, obwohl ihm sonst oft die anderen hinterrennen und er auch schon deutlich schneller war. Wozu man wissen muss: Es war extrem schwül-warm auf der Runde durch den Stadtwald, was allen knapp 270 Startern zu schaffen machte. Und nicht nur das. „Meine Beine waren noch schwer“, sagte der 34-Jährige. Kein Wunder: Zwei Tage zuvor hatte Wiese beim Abendsportfest in Wunstorf über 1500 Meter in 4:14 Minuten gewonnen (übrigens mit einer Sekunde Vorsprung auf Dirk Schwarzbach von Hannover 96) und sich mit dieser Zeit für die deutsche Seniorenmeisterschaft im thüringischen Leinefelde qualifiziert. Nun ist er gespannt, was dort am zweiten Juli-Wochenende geht. Wunstorf war erst das dritte Bahnrennen des früheren Fußballers. „Ich weiß wirklich nicht, was jetzt dabei herauskommt“, sagte Wiese.

Aber eigentlich kann nicht viel schiefgehen in Leinefelde. Wiese wird von seiner Familie begleitet, seine Frau wird ihn anfeuern, und die Zwillinge – noch kein Jahr alt – werden sich im Stadion auch bemerkbar machen. Das dürfte ihm Flügel verleihen. Laufen ist derzeit mehr oder minder eine schöne Nebensache für den Lehrer aus Hannover, abzulesen auch an der Zahl seiner Starts in der „Laufpass“-Serie – und trotzdem kann er sich getrost der Konkurrenz stellen. Siehe Eilenriede-Straßenlauf, bei dem traditionell auch die Bezirkstitel vergeben wurden.

Erfolgreiches Ehepaar: Jörg Kleinholz-Mewese und Gwendolyn Mewes. Foto: Fettback

Erfolgreiches Ehepaar: Jörg Kleinholz-Mewese und Gwendolyn Mewes. Foto: Fettback

Bei den Frauen führte an Gwendolyn Mewes mal wieder kein Weg vorbei, 38:26 Minuten zeigte die Uhr am Ende für die Läuferin vom LAC Langenhagen an. Malina Langhorst (Hannover Athtletics, 39:32) und die Hannoveranerin Lucie Moisson ( 39:57) hatten klar das Nachsehen. Für Mewes, die nur eine gute Minute langsamer war als Ehemann Jörg Kleinholz-Mewes, war es das mit Läufen über zehn Kilometer. Zumindest vorerst. Nicht allein, weil der „Laufpass“ in die Sommerpause geht. „Jetzt trainiere ich für den Berlin-Marathon“, sagte die dreifache Mutter. Läuft es für sie dort ähnlich gut wie beim „Laufpass“, wo sie mal wieder klar die Nummer 1 ist, könnte eine neue Bestzeit herauskommen. 2013 war Mewes in der Hauptstadt nach 2:58:Stunden im Ziel. Vor den 42,195 Kilometern hat sie auch 2016 keine Bange. Und die Kinder, der Stolz der Familie, scheinen auch sie zu beflügeln.

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