„Laufpass“: Nicht nur Sonnenschein in Hiddestorf (Ranking 27 und 28)

Es läuft rund: Halbmarathonis auf dem Weg nach Harklenbeck. Vier von 21 Kilometern sind absolviert. (Foto: Fettback)

Es läuft rund: Halbmarathonis auf dem Weg nach Harklenbeck. Vier von 21 Kilometern sind absolviert. (Foto: Fettback)

Die Unterschiede hätten nicht größer sein können. Am Freitagabend waren Tausende von Läufern durch die Innenstadt von Hannover gerannt, beklatscht wiederum von Tausenden, die die Strecken säumten – mit der mondänen Oper als Fixpunkt. Getaucht in künstliches Licht und im weiß-orangefarbenen Einheitslook. In Hiddestorf drückt niemand auf den Schalter, da tut es morgens um 9 Uhr die Sonne.

Wie so oft bei den vorausgegangenen 18 Auflagen des Rübenlaufs, denn auf das Wetter ist auch dieses Mal Verlass. Von den Halbmarathonläufern, die am Vormittag auf ihrem Rundkurs Orte wie Harklenbeck, Wilkenburg oder Hemmingen passsieren, nimmt kaum ein Einwohner Notiz, mal abgesehen von den Helfern an den Getränkeständen und von Polizei, Feuerwehr, befreundeten Sportvereinen und Sanitätern des DRK. Liegt das nur an der Tageszeit? 719 Namen werden am Ende in den Ergebnislisten aufgeführt, nicht schlecht für eine Sportveranstaltung auf dem Dorf und eine Zahl, die die ehrenamtlichen Organisatoren durchaus zufrieden stimmt. Aber auch eben kein Feld, bei dem es am Start so eng ist, dass wie in Hannover gedrängelt werden muss. „Wir sind nun mal keine Eventveranstaltung“, sagt Jürgen Haß vom SV Eintracht Hiddestorf. Bei der Siegerehrung gehen ihm die Dankesworte eines Sportlers von Hannover 96 auch deshalb runter wie Öl: Es sei erneut sehr schöne Veranstaltung gewesen. Gerne komme man wieder.

Dunkle Wolken sind trotz der sprichwörtlichen Hiddestorfer Schönwettergarantie – nur 2014 und 2015 regnete es beim Rübenlauf – auszumachen. Christian Schlamelcher und Mandy Krause gehen als letzte Sieger auf der originären 21,1-Kilometer-Laufstrecke in die Annalen ein. Die Bundesstraße 3, die bei dieser Schleife durch alle Hemminger Stadtteile gequert wurde, wird zur großen Baustelle – kein Durchkommen mehr für die Läufer! Die Organisatoren möchten zur 20. Auflage unbedingt eine Alternativroute anbieten, „der Halbmarathon ist nun mal das Herzstück des Rübenlaufs“, wie Haß meint. Das aber ist nicht so einfach umzusetzen, das hieße noch mehr Feldmark und Einsamkeit für die Langstreckenläufer. Wer wie am Sonntag den Wind von vorne im Gesicht oder den lange Steigerung zwischen Westerfeld und Hemmingen in den Beinen spürt, der sehnt sich nach Aufmunterung am Wegesrand. Und die war schon dieses Mal rar.

Für Markus Pingpank, Vereinschef von Hannover Athletics und als Namensgeber einer großen Freizeitlaufgruppe Stammgast, teilt Hiddestorf das Schicksal von so manch anderem traditionellem Lauf. „Sie haben es von Jahr zu Jahr schwerer, gegen Veranstaltungen zu bestehen, die Eventcharakter haben“, sagt er. Auch wenn Haß vom SVE-Organisationsteam den Nachtlauf in Hannover zwei Tage vorher nicht dafür verantwortlich macht: Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es auch in Hiddestorf vierstellige Starterzahlen, zuletzt 2009. Auch bei gut 700, wie jetzt mit Schülerlauf, Rennen über fünf und zehn Kilometer sowie Nordic Walking, ist auf dem Lande alles noch im grünen Bereich. Doch die Boomzeiten sind vorbei; den Hinweis in der Ausschreibung, bei 1000 Anmeldungen sei das Limit erreicht, kann man sich längst sparen.

Dabei zeigt man sich in Hiddestorf durchaus innovativ. Dieses Mal gab es erstmals eine Zeitnahme per Chip. Ansonsten wissen diejenigen, die Hiddestorf Jahr für Jahr die Treue halten, was sie außer dem in der Regel schönen Wetter erwartet. Dann wird der Sportplatz, wo die Läufer ins Ziel kommen, zur kurzweiligen Bühne und Begegnungstätte für diejenigen, die einfach nur Spaß an ihrem Sport haben und sich danach schmecken lassen, was Hausfrauen am heimischen Backherd gezaubert oder Biobauern von den Bäumen geholt haben. Für die Startnummernlotterie wiederum lassen sich örtliche Sponsoren nicht lumpen. Auch so etwas hält die Stammkundschaft bei der Stange.

Am 17.September 2017, der 20. Auflage, soll es beim Rübenlauf wieder rund gehen. Für Haß, Bernhard Lasser, Gerd Metje und Co. vom SV Eintracht wird es keine große Pause geben können. Rückenwind kann nicht schaden: Dass in Hiddestorf sportlich was geht, zeigte der Sieger über zehn Kilometer: Haftom Weldaj vom TSV Pattensen verbesserte den Streckenrekord auf 32:08 Minuten. Ein Jahr zuvor gab der Flüchtling aus Eritrea beim Rübenlauf sein Laufdebüt in Deutschland. Beim Nachtlauf in Hannover war er 2016 ebenfalls der Schnellste und durfte den silberfarbenen Pokal entgegennehmen. Wie auch Gwendolyn Mewes. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte…

Gesamtranking Frauen

Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf
1. Mewes Gwendolyn 1984 DetsRaceTeam 611 26
2. Krause Mandy 1987 PostSVLehrte 396 22
3. Lyda Hannelore 1958 DetsRaceTeam 318 21
4. Meyer Kathrin 1980 GarbsenerSC 203 17
5. Grohmann Nadine 1985 AllegrettoHannover 168 17
6. Czupryniak Justyna 1978 LACLangenhagen 147 11
7. Schönknecht Antje 1973 LT Hämelerwald 144 13
8. Griesbach Joelin 1991 Nanotroniker 106 8
9. Hoffmann Kathrin 1986 DetsRaceTeam 91 7
10. Ziball Nicole 1974 TK HANNOVER 88 13
11. Rothan Michaela 1965 VfLWoltorf 82 7
12. Hauswirth Karin 1972 LAC Langenhagen 77 7
13. Klug Nadine 1981 76 5
14. Meier Sabine 1966 SG Bredenbeck 75 5
15. Huwatscheck Lisa 1991 Rübenberger Renner 71 5
16. Raphael Rebekka 1980 Hannover96Triathlon 69 4
17. Lenhard Astrid 1978   65 7
18. Krinke Nicole 1978 LG Nienburg 60 3
19. Bültena Wiebke 1988 Hannover 96 56 3
20. Schroeder Annett 1969 Hannover96 55 4

Gesamtranking Männer

Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Lauf
1. Reinhardt Nicolas 1982 Feldflitzerjr. 392 24
2. Kleinholz-Mewes Jörg 1973 DetsRaceTeam 326 22
3. Rodenbeck Jürgen 1969 TuS Wunstorf 229 13
4. Wiese Christian 1981 Hannover Athletics 207 9
5. Solter Andreas 1983 LAC Langenhagen 202 17
6. Hintze Ricardo 1973 TUI Run for smile 194 10
7. Kehl Steve 1981 Hannover 96 Triathlon 174 10
8. Nickel Dirk 1971 Hannover 171 21
9. Kramer Andreas 1969 TSV Barsinghausen 164 13
10. Weldaj Haftom 1990 TSVPattensen 135 6
11. Hofmann Dirk 1983 Hannover 107 10
12. Rapior Alexander 1970 Dets Race Team 98 6
13. Lang Steffen 1983 Hannover Athletics 86 5
14. Huck Timo 1988 Team Erdinger Alkoholfrei 84 10
15. Raphael Jan 1980 Hannover 96 Triathlon 83 4
16. Heise Niklas 1996 ESV Eintracht Hameln 79 4
17. Dörrie Robin 1969 Hannover96 78 5
18. Meinen Sven 1989 Nanotroniker 78 6
19. Schlamelcher Christian 1989 DetsRaceTeam 75 6
20. Terbeznik Pascal 1997 SG Misburg 71 5

Alle Rankings zum Herunterladen

27. Ranking

27. Gesamtranking

28. Ranking

28. Ranking Sonderpunkte (aktualisiert 7.10.16)

28. Gesamtranking

8 Gedanken zu „„Laufpass“: Nicht nur Sonnenschein in Hiddestorf (Ranking 27 und 28)

  1. Andreas Solter

    Blödes iPhone 😉
    Vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz beim aufbereiten der Ergebnislisten!
    Leider fehlen mir noch 2 Punkte aus dem Citylauf in Lehrte, siehe Kommentare im entsprechenden Blogeintrag.
    VG
    Andreas

    Antworten
    1. Robert Kremer

      Hallo Andreas,

      das Gesamtranking nach dem Lehrter Abendlauf wurde nicht noch mal aktualisiert hochgeladen.

      Das letzte Ranking dieses Wochenendes, nach dem Steinhuder Meer Lauf ist aktuell und dort findest Du dann auch die zwei fehlenden Punkte. Wir haben einfach nicht noch mal alle Gesamtrankings angepackt sondern bei dem jeweils aktuellsten korrigiert.

      Sportliche Grüße
      Robert

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  2. Anja

    Das Laufevents anderen Laufveranstaltungen das Wasser abgraben bezweifele ich.
    Der Laufsport hat den letzten Jahren einen gigantischen Zulauf gehabt. Es dürfte klar sein, dass irgendwann der Zenit erreicht ist, die Zahlen stagnieren oder sich gar rückläufig verhalten werden.

    Ich persönlich frage mich gelegentlich ob der Begriff Volkslauf so eigentlich zutreffend ist. Volkslauf = Lauf fürs Volk? Laufschuhe an und los. Kein Verein erforderlich, keine Lizenz, kein Starterpass. Du, ich, alt, jung, … wir alle bewegen uns und haben Spaß. Klar gibt es Schnellere und Langsamere, aber genau darauf sollte es meines Erachtens gar nicht so sehr ankommen. Das ist jedenfalls meine Vorstellung von einem Volkslauf. Stattdessen aber finde ich an jeder Ecke Laufserien, Ranking, „inoffizielle Meisterschaften“ und in den Ergebnislisten Namen die ich auch bei NLV und DLV- Meisterschaften wiederfinde. Alles in allem also schon recht leistungsorientiert. Die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler finde ich beeindruckend – Respekt!

    Ich aber will mich damit nicht messen. Ich starte beim Hannover Marathon, weil ich es toll finde unter so einer Atmosphäre laufen zu können, egal in welcher Zeit. In den Ergebnislisten gehe ich unter den vielen Namen einfach unter – perfekt. Danach suche ich mir kleine Läufe heraus, Läufe ohne Zeitmessung, Läufe für einen guten Zweck oder Läufe auf irgendeinem Dorf, das ich vorher nicht mal kannte. Klar gibt es auch dort schnelle Läuferinnen und Läufer, aber bislang bin ich immer mindestens im Mittelfeld angekommen und freu mich wie Bolle darüber.

    Vielleicht gibt es einfach zu viele Läufe, aber vielleicht gibt es auch einfach zu viel Leistungsgedanken.

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  3. Birgit

    Ich glaube, mir stehen für meine Zeit von 1.38:12 beim Hiddestorfer HM auch 10 Sonderpunkte zu, wie sie für Mandy Krause und Kathrin Hoffmann vergeben wurden. Habe sie in der Klasse ab 50 bekommen, aber für die Hauptwertung müsste die Zeit doch auch dafür ausreichen, oder?
    Nicht dass ich sie dringend brauche ;), zumal dies erst mein 2. Lauf ist und ich kaum noch an den Wertungsläufen dieses Jahr teilnehmen kann, aber ich möchte die Wertung schon gern verstehen und nachvollziehen können … Danke im Voraus fürs Nachsehen!

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