Studie: Mit Pillen gegen den Schmerz beim Marathon?

Mit den Marathons ist es wie mit den Blättern am Baum: Sie werden deutlich weniger, desto weiter der Herbst voranschreitet. In Deutschland muss man derzeit schon suchen, um herauszufinden, wo dieses Jahr noch etwas läuft. Frankfurt, Braunschweig oder Remscheid etwa stehen am 30. Oktober auf dem Veranstaltungsplan, im November wird es beim Schloß-Marienburg-Marathon oder in Steinfurt zur Sache gehen. Um bei so einem Rennen bestehen zu können, sollte man gut vorbereitet sein. Und vielleicht auch ein paar Tabletten dabei haben?

Dieser Frage gehen in einer Studie die Medizinische Hochschule Hannover und der Olympiastützpunkt Niedersachsen nach. Unter Leitung von Alexander Hanke, selbst Marathonläufer und Triathlet, werden derzeit Sportler anonym befragt, ob sie vor einem Marathon zu Schmerzmitteln greifen oder aber darauf verzichten. Das Gleiche hatten die Wissenschaftler schon 2014 anlässlich des Hannover-Marathons getan – seinerzeit waren 800 Läufer bei der Befragung dabei. Um noch aufschlussreichere Ergebnisse zu erhalten, soll der Kreis möglichst größer werden. Im Internet gibt es dazu ein Formular, das in Minutenschnelle ausgefüllt werden kann (hier geht’s zum Formular)

Gefragt wird dabei unter anderem nach der Zahl bisher absolvierter Marathon und wöchentlichen Laufumfängen, anderen aktiv betriebenen Sportarten und bekannten Krankheiten. Alles, wie schon gesagt, ohne Angabe des Namens. Kernfrage ist, ob der Betreffende schon zu einem 42,2-Kilometer-Lauf angetreten ist, nachdem er Schmerzmittel eingenommen hat und ob es danach körperliche Beschwerden gab.

Hanke berichtete in einem Interview mit „Spiegel online“ im Ergebnis der Studie von 2014 davon, dass Läufer, die zu solchen Medikamenten greifen, die Risiken geringer einschätzen als diejenigen, die darauf verzichten. Es sei gefährlich, den Schmerz unter erhöhter Belastung mit solchen Mitteln unterdrücken oder reduzieren zu wollen, weil so körperliche Warnsignale überhört würden. Zur Nachahmung empfohlen ist das bei allem Ehrgeiz gewiss nicht. Man darf gespannt sein, was die neue Studie der Wissenschaftler und Ärzte aus Hannover da noch zutage fördert.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

Ein Gedanke zu „Studie: Mit Pillen gegen den Schmerz beim Marathon?

  1. Bianca Mo.

    Auf diese Studie bin ich auch schon sehr gespannt. Ich persönlich denke, dass eine Vielzahl von Marathon-Läufern präventiv Schmerzmittel einnimmt, da ich allein schon in meinem Umfeld einige kenne, die dies tun. Da ist der Ehrgeiz wichtiger als die eigene Gesundheit…

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