HAZ-Laufgruppe: Auftakt am Berg

Auftakt bei Schmuddelwetter: Die HAZ-Laufgruppe am Lindener Berg. Foto: Tim Schaarschmidt

Wenn Laufen einer Matherechnung gleich käme, könnte der geneigte Halbmarathonläufer bereits jetzt für sich notieren: Mehr als die Hälfte haben wir schon. Zwölf Kilometer standen beim Autftakt der HAZ-Laufgruppe auf dem Programm, bis zur 21,1-Kilometer-Marke scheint es da nicht mehr allzu fern. Doch spätestens an den Steigungen des Lindener Bergs dürfte dem ein oder anderen geschwant haben: was noch vor uns liegt, könnte ganz schön anstregend werden.

„Der Auftakt war schon schwer“, sagt Markus Pingpank, der die Läufer der HAZ-Gruppe auch in diesem Jahr wieder für den Hannover-Matrathon vorbereitet. 70 Teilnehmer haben sich angemeldet, wie schon in den Vorjahren will ein Großteil von ihnen am 9. April 2017 beim Halbmarathon an den Start gehen.

„Wissen, wo es langgeht“

Und damit in einem halben Jahr alles klappt, scheuchte Pingpank seine Schützlinge zu Beginn des Trainingsprogramms gleich mehrfach den Lindener Berg rauf und runter – „damit die gleich wissen, wo es in den kommenden Monaten langgeht.“ Zwölf Kilometer sind schon mehr als die Hälfte? So einfach ist es mit dem Halbmarathon dann doch nicht.

Völlig neu erklären muss Pingpank den Teilnehmern das Laufen allerdings auch nicht. Waren bei der ersten HAZ-Laufgruppe vor neun Jahren noch viele blutige Laufanfänger dabei, hat sich das Bild mittlerweile komlett gewandelt. Fast alle 70 Teilnehmer haben in der Vergangenheit bereits erste Lauferfahrungen gesammelt, einige sind sogar schon erfolgreich Marathon gelaufen. „Echte Laufnovizen sind diesmal nur zwei dabei“, sagt Pingpank. Die Leute seien eben vernünftiger geworden. „Von 0 auf 42 Kilometer in sechs Monaten ist alles andere als empfehlenswert.“

Und so geht es für die meisten HAZ-Läufer in den kommenden Monaten nicht nur ums Ankommen, sondern viel mehr um das Erreichen der ganz persönlichen Traumzeit.

Wir stellen an dieser Stelle zwei der Teilnehmer der HAZ-Laufgruppe vor:

Mit Teamwork an die 1:59

Monika Weippert: "Es macht Spaß, zusammen mit anderen zu laufen." Foto: Tim Schaarschmidt

Monika Weippert: „Es macht Spaß, zusammen mit anderen zu laufen.“ Foto: Tim Schaarschmidt

Muskelkater am Tag danach kann auch ein gutes Gefühl vermitteln. „Es war anstrengend am Lindener Berg“, sagt Monika Weippert nach dem ersten Trainingslauf, den sie zusammen mit der HAZ-Vorbereitungsgruppe absolvierte. „Aber es macht Spaß, zusammen mit anderen zu laufen.“ Bislang hat die 43-Jährige, die in Ingeln-Oesselse zu Hause ist, ihre Runden immer für sich gedreht. Nein, doch nicht ganz: Wenn es rausging in die Feldmark, dann war Milka meistens auch dabei. Milka ist eine Jagdhündin, die nicht von ihrer Seite weicht, wenn Monika Weippert die Laufschuhe anzieht.

Jetzt gibt es alle 14 Tage eine andere Begleitung. „Ich erhoffe mir einiges von der HAZ-Gruppe“, sagt die kaufmännische Angestellte. Nachdem ihr ein Kollege davon erzählt hatte, überlegte sie nicht lange, sich anzumelden. „In der Gruppe strengt man sich doch mehr an“, sagt sie. „Man bekommt auch Tipps und einen Trainingsplan.“ Das alles soll dabei helfen, dass es im April in
Hannover endlich damit klappt, den Halbmarathon in weniger als zwei Stunden zu schaffen. Seit zwei Jahren, berichtet Monika Weippert, laufe sie diesem Ziel vergeblich hinterher. „Das war jedes Mal enttäuschend, es nicht geschafft zu haben“, sagt sie. „Ich war danach richtig frustriert.“

Jetzt also der dritte Anlauf – und das besser vorbereitet, wie sie sich erhofft. Die 43-Jährige weiß, dass sie dafür noch einiges tun muss. Der vorausgegangene Leistungstest bei Trainer Markus Pingpank habe ihr gezeigt, „dass ich noch weit davon weg bin, es schaffen zu können“. Doch bis zum 9. April bleibe noch ausreichend Zeit. „Und ich habe das Team im Rücken.“ 1:59 Stunden beim Halbmarathon in fünf Monaten – das wäre es!

Marathon-Hattrick im Blick

Hans-Peter Möller: „Ich laufe mit, weil wir viele Gleichgesinnte sind.“ Foto: Tim Schaarschmidt

Hans-Peter Möller: „Ich laufe mit, weil wir viele
Gleichgesinnte sind.“ Foto: Tim Schaarschmidt

Lange hat Hans-Peter Möller darüber nicht nachgedacht. „Im April möchte ich meinen dritten Marathon laufen“, sagt er. „Deshalb bin ich jetzt zum dritten Mal dabei.“ Mit 70 anderen aus der HAZ-Vorbereitungsgruppe hat er sein persönliches Laufprojekt erneut gestartet. Ohne übertriebenen Ehrgeiz, wie der Hannoveraner anmerkt, aber mit für ihn wichtigen Rahmenbedingungen. „Ich laufe mit, weil wir viele Gleichgesinnte sind“, sagt der 48-Jährige. Es mache Spaß, obwohl das Pensum nicht mit links zu bewältigen sei. „Den Trainingsplan kann aber jeder schaffen, wenn man die erforderliche Selbstdisziplin aufbringt.“

Zum Laufen bei Wind und Wetter ohne Rücksicht auf den Kalender rauszugehen, um Schritt für Schritt irgendwann sein großes Ziel erreichen zu können: Möller, von Beruf Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, weiß seit 2014, wie das ist. Es fällt ihm leichter, da auch seine Frau Andrea mit von der Partie ist; sie bereitet sich auf den Halbmarathon in Hannover vor, und das auch in der HAZ-Gruppe. Und dann ist da noch Marco Abrahms, mit dem sich aus Möllers Sicht eine besondere Erfolgsgeschichte verbindet. Nachdem eine Verletzung seinen Start 2016 in Hannover im letzten Moment durchkreuzt hatte, meldeten sich beide für den Marathon in Dresden an. Dort liefen sie im Oktober nach 4:23 Stunden zusammen über die Ziellinie, das gemeinsame Training hatte sich
auch in diesem Fall ausgezahlt.

So soll es weitergehen. Möller ist optimistisch, dass es auch beim dritten Mal klappt mit dem Marathon. „Ich merke, dass mich das Training in der Gruppe voranbringt“, sagt er. „Ich kann das nur empfehlen.“

Von Norbert Fettback und Frerk Schenker

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