HAZ-Laufgruppe: „Nach einem Küsschen läuft es sich gleich besser“

Foto: Michael Wallmüller

Einen Plan B braucht Regine Löhr-Schulz an diesem Tag nicht. „Es hätte nicht besser laufen können“, sagt sie nach ihrer Marathonpremiere. „Ich bin vollauf zufrieden.“ Aus  ihren Worten spricht nicht nur der Stolz, es geschafft zu haben, sondern das auch noch in einer Zeit, die sie kaum für möglich gehalten hätte. „Vorgenommen hatte ich mir, unter 4:30 Stunden zu bleiben“, sagt die Ärztin. In der Ergebnisliste steht hinter ihrem Namen nun eine 4:18 – wenn das kein Grund zum Feiern ist! „Wir werden heute noch fein essen gehen“, sagt sie. „Doch jetzt nehme ich zu Hause erst mal ein schönes Bad.“

Löhr-Schulz gehört zu den 70 Freizeitsportlern, die sich mit der HAZ-Vorbereitungsgruppe für den Hannover-Marathon in Form gebracht haben. Als sie sich am Sonntagnachmittag in ihren blauen Shirts auf der Wiese hinter dem Neuen Rathaus treffen, um kurze Erfahrungsberichte auszutauschen und Erinnerungsfotos zu schießen, geht es den meisten wie der 51-jährigen Hannoveranerin. Vielen steht die Freude ins Gesicht geschrieben, dass sich die gut fünfmonatige Vorbereitung mit den regelmäßigen Treffs am Sonnabendvormittag am Maschsee gelohnt hat.
„Ein perfekter Tag“, sagt Karl Lieke. „Wie aus dem Bilderbuch.“ Auch er ist Marathon gelaufen, nach 4:12 Stunden war der 67-Jährige im Ziel. Nur neun aus seiner Altersklasse im gesamten Feld waren schneller als er. Schon zum sechsten Mal hat Lieke mit der HAZ-Gruppe trainiert. „Es macht immer wieder Spaß“, sagt er. Und offenbar hält der sportliche Erfolg damit gut Schritt.

Inka Lange kann das bestätigen. Sie hatte sich zum ersten Mal der HAZ-Gruppe angeschlossen, gestern verbesserte sie ihre Bestzeit im Halbmarathon gleich um rund fünf Minuten auf 1:46 Stunden. Dabei gab sie vielen Männern das Nachsehen. Zwischendurch hielt sich die 33-Jährige aus Linden an den Rat von Trainer Markus Pingpank, ausreichend zu trinken – was bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius besonders wichtig ist. Lange schmiedet bereits neue Pläne: „Der nächste Halbe kommt bestimmt“, sagt sie.

Mike Asche, auch neu in der HAZ-Gruppe, im Unterschied zu Lange oder Löhr-Schulz aber mit bereits viel Lauferfahrung ausgestattet, hat sich da bereits festgelegt. Am 20. Mai wird er beim Rennsteiglauf starten. Dass er gut drauf ist, zeigte der 40-Jährige gestern, als er im Marathon nach 3:36 Stunden ins Ziel kam. „Ich bin echt zufrieden“, sagt er. Am Streckenrand feuerte ihn seine Freundin Claudia an; Asche nahm sich die Zeit, immer mal wieder zu stoppen, wenn er sie unter den Zuschauern entdeckte. „Nach einem Küsschen läuft es sich gleich wieder besser“, sagte er. „Irgendwann spürt man die Beine ja doch.“

Stefanie Busch ließ sich von der guten Stimmung in der Stadt beflügeln. „Toll, was vor allem in der List und in der Innenstadt los war“, sagt sie. Anders war die Stimmungslage bei Michael Strube: Erst hatte ihm mitten in der Vorbereitung der Arzt davon abgeraten, sich an einen Marathon heranzuwagen. Und die halbe Distanz brachte der 50-Jährige gestern nicht zu Ende – schuld war eine schmerzhafte Blase am Fuß. Es ist an diesem herrlichen Sonnentag nicht alles Sonnenschein. „Ich bin sehr enttäuscht“, sagt Strube, der von anderen HAZ-Läufern getröstet wurde.

Auch Andre Wantosch, der humpelnd nach 2:35 Stunden ins Ziel kam, brauchte Zuspruch. Ein Fersensporn hatte dem 43-jährigen Halbmarathonläufer zu schaffen gemacht. „Ich wollte aber unbedingt ankommen“, sagt er. „Auch weil es mir mit der HAZ-Gruppe so viel Spaß gemacht hat.“

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen – auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

2 Gedanken zu „HAZ-Laufgruppe: „Nach einem Küsschen läuft es sich gleich besser“

  1. Maria-Luise Kluge

    Hallo Norbert, konnte leider beim Abschlussfoto nicht anwesend sein, weil ich trotz die von mir angestrebte Zeit (zu warm) bei der Siegerehrung meine Bronzemedaille in Empfang
    nehmen musste, begeistert hat mich dein Heiratsantrag , auf diesem Wege wünsche ich dir und deiner zukünftigen Frau alles Gute. Liebe Grüße Maria-Luise Kluge

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  2. Norbert

    Danke, Maria-Luise! Und Dir einen Glückwunsch zu Deiner tollen Leistung und der Bronzemedaille im Halbmarathon! Damit ist es doch so gekommen wie von Dir erhofft. Weiter viel Spaß beim Laufen!

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