HAZ-Laufgruppe: Heimanns zwölfter Streich

Es läuft: Jens Heimann profitiert auch von den Tipps von Gruppenleiterin Silke Pingpank. Foto: Fettback

Es läuft: Jens Heimann profitiert auch von den Tipps von Gruppenleiterin Silke Pingpank. Foto: Fettback

Auch der kommende Sonnabend ist für ihn längst fest verplant. 9 Uhr, Sportgelände von Hannover 78, Maschseenähe. Dann trifft sich die HAZ-Gruppe, wie alle zwei Wochen, in Laufklamotten, um die nächsten Schritte zu machen für den Hannover-Marathon am 8. April 2018. „Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht dabei wäre“, sagt Jens Heimann. Er ist einer der 85 Freizeitsportler, die dieses gemeinsame Ziel haben. Bereits zum siebten Mal gehört der 50-Jährige dazu. Ein kleiner Rekord, der gute Gründe hat. Man könnte es auch so sehen: HAZ-Vorbereitungsgruppe ohne Jens Heimann, das geht eigentlich gar nicht.

„Besser kann ich als Läufer nicht durch den Winter kommen“, sagt Heimann. Jetzt, da einen schon beim Blick aus dem Fenster fröstelt und man sich morgens am liebsten unter der Bettdecke verkriechen möchte, ist ihm diese Art der Motivation willkommen. Dann wartet nicht die einsame Runde in Arnum, wo er zu Hause ist, sondern ein Lauf in bester Gesellschaft mit „vielen interessanten Leuten“, wie Heimann sagt. Das habe ihn schon 2005, bei seinem sportlichen Wiedereinstieg, merklich vorangebracht. Zwölf Jahre zuvor hatte er den Marathon in München in der stolzen Zeit von 3:00 Stunden absolviert. „Glatt und handgestoppt, damals gab es ja noch keinen Chip und keine elektronische Zeitmessung“, sagt er. Danach lief es für ihn einige Jahre lang weniger gut – auch eine Folge seines starken beruflichen Engagements als Maschinenbauingenieur.

Jetzt, mit 50, hat Heimann eine andere Zeitrechnung. München ist nur noch eine sehr schöne Erinnerung und das Laufen für ihn inzwischen die beste Form der Stressbewältigung. „Wenn ich ein, zwei Stunden unterwegs bin, ist mein Kopf wieder frei. Für mich ist das Entspannung pur“, sagt er. Dazu gehört auch die regelmäßige Ausfahrt mit der ein Jahr alten Enkelin Penepole – im Babyjogger. Ehrgeiz ist aber auch noch da. Der Trainingsplan, den ihm Markus Pingpank geschrieben hat, ist für die 42,195 Kilometer auf vier Stunden ausgelegt. Das ist immer noch respektabel und erfordert Trainingsfleiß und Zielstrebigkeit.

Es ist der zwölfte Marathon, der für Heimann im kommenden April ansteht. Und der siebte davon in Hannover. Die Vorbereitung, mit bis zu vier Einheiten in der Woche, laufe gut, sagt er. Auch weil er seit Langem von Verletzungen verschont geblieben sei. „Früher habe ich es manchmal übertrieben und dann irgendwann unter Achillessehnenproblemen gelitten“, sagt er. „Jetzt höre ich besser rein in meinen Körper.“ Dazu kommen die Tipps vom Trainer und dessen Frau Silke, die sonnabends zur festen Begleitung in der HAZ-Läufergruppe gehört. „Jens ist immer gut gelaunt und die Ruhe in Person“, sagt Silke Pingpank.

Einen zusätzlichen Motivationsschub im Vorfeld des Hannover-Marathons hat Heimann die Nachricht von der Streckenänderung gegeben. „Eine gute Sache! Wenn ich im Georgengarten das Schild gesehen habe, dass die Halbmarathonläufer links abbiegen müssen, vor uns aber die lange Gerade in Gegenrichtung vom eigentlichen Ziel lag, war meine Stimmung immer am Boden“, sagt er. Diese Schleife ist nun Geschichte – und das Ziel am Neuen Rathaus, wo es für Heimann am 8. April zwölf schlagen soll, gefühlt um einiges näher.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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