Silvesterlauf: Neue Gesichter – neue Rekorde

Strahlende Siegerin: Fate Tola. Foto: Florian Petrow

Beim Start stand sie ganz weit außen in der ersten Reihe und wirkte beinahe ein wenig schüchtern, nach den 5,8 Kilometern war Fate Tola mittendrin im Geschehen. Für ihren deutlichen und durchaus zu erwartenden Sieg in 20:18 Minuten beim Silvesterlauf rund um den Maschsee holte sich die 30-Jährige auf dem Podium viel Beifall ab. Vom 1. Januar an läuft Tola im Trikot von Hannover Athletics; dass ihr Erfolg bei ihrer Premiere am Maschsee ihrem alten Verein LG Braunschweig gutgeschrieben wurde, ist dann reine Formsache. „Ich freue mich sehr, ab morgen Hannoveranerin zu sein“, sagte Tola bei der Siegerehrung mit einem Lächeln im Gesicht, das diese Aussage noch bekräftigte.

Tola musste nicht mal alles geben, um vor der Hamburgerin Svenja Meyer (20:26) im Ziel zu sein. Sie sei ein wenig irritiert gewesen, dass vorne nur Männer gelaufen seien und habe sich deshalb zwischenzeitlich ein wenig zurückgenommen, sagte sie. Immerhin waren am Ende nur elf andere Starter schneller als Tola, darunter Triathlon-Amateurweltmeister Christian Haupt (Hannover 96, 20:10).

Dass die erfolgreiche Langstreckenläuferin, die seit 2016 den deutschen Pass besitzt, bereits angekommen ist in ihrer neuen sportlichen Heimat, wurde am Rande des Jahresabschlussrennes deutlich. „Sie mag die familiäre Atmosphäre im neuen Verein“, sagt Athletics-Chef Markus Pingpank. Dass sich Tola mit seiner Tochter Svenja, diesmal trainingsbedingt nur Zuschauerin, gut versteht, passt ins Bild – von beiden dürfte auch im Laufe des Jahres 2018 bei diesen und jenen Wettkämpfen zu hören sein.

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Für Tola gehört der Hannover-Marathon am 8. April dazu, bei dem sie als Favoritin gilt. Ein anderer, der Silvester ebenfalls am Maschsee erfolgreich war, hat hingegen im Herbst in Berlin die 42,195 Kilometer im Programm: Dort will Haftom Weldaj, der für den TSV Pattensen startet, sein erstes Rennen über diese Distanz absolvieren. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt. Am Maschsee beeindruckte der 27-Jährige, der aus Eritrea stammt, mit einem starken Finish und einem locker herausgelaufenen Sieg in neuer Streckenrekordzeit von 17:26 Minuten. Es war sein 19. Erfolg im Jahr 2017 – eine starke Serie. Eigentlich wollte ihm Yannick Reihs die Schau stehlen, doch der 21-Jährige von Hannover Athletics lag am Ende fast eine halbe Minute zurück. Am Vortag erst war Reihs vom Skiurlaub in Schladming zurückkehrt, das steckte ihm offenbar noch in den Beinen. „Ich hatte schon vor zu gewinnen“, sagte er. Auf zu neuen Zielen: 2018 will Reihs die 14-Minuten-Marke über 5000 Meter unterbieten und um eine Medaille bei der deutschen U23-Meisterschaft mitlaufen.

Starker Auftritt: Olaf Schröer und seine Frau Andrea freuen sich über den neuen „Hausrekord“ des 50-Jährigen beim Silvesterlauf. Foto: Norbert Fettback

Bestzeiten standen beim Silvesterlauf für die Sportler der HAZ-Laufgruppe nicht im Vordergrund. Viele wollten im 3000er-Feld einfach nur Wettkampfluft schnuppern und wenn möglich auch noch ihren Spaß dabei haben. Wenn trotzdem ein neuer Hausrekord herauskam, umso besser. So freute sich Olaf Schröer über seine 27:40 Minuten bei seinem inzwischen vierten Start am Maschsee. „Damit hätte ich nicht gerechnet“ sagte der 50-Jährige. „Ich bin sehr zufrieden. Man sieht, dass mich die Gruppe voranbringt.“ Mit ihm freute sich Ehefrau Andrea, auch wenn sie scherzhaft anfügte: „Ich hätte mehr erwartet.“ Sei’s drum: Die Einstimmung auf die Silvesterfeier daheim in Hannover-Burg hätte nicht schöner sein können. Wie für Fate Tola steht auch für Olaf Schröer bereits fest: Der Hannover-Marathon 2018 kann kommen!

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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