HAZ-Vorbereitungsgruppe: Doppelte Lauffreude

„Allein laufen macht nur halb so viel Spaß“: Juliane Pach und Mike Voland. Foto: Fettback

Es gibt Läufer, die es genießen, auf langen Trainingsrunden allein richtig zur Ruhe zu kommen. Andere ziehen Gesellschaft vor – gern die des eigenen Partners. So finden sich in der HAZ-Laufgruppe, die sich mit Trainer Markus Pingpank auf den Marathon oder Halbmarathon am 8. April in Hannover vorbereitet, auch diesmal mehrere Paare, die ihr Hobby auf besondere Weise verbindet.

„Allein laufen macht nur halb so viel Spaß“, findet Juliane Pach. Die 38-Jährige hat vor drei Jahren über eine Freundin die Freude am Laufen entdeckt, die Treffen zum Training allerdings waren auf Dauer schwer zu organisieren. Umso mehr freut die Bilanzbuchhalterin, dass sich vor einem Jahr auch ihr Lebensgefährte Mike Voland, ein Physiotherapeut, für das Laufen begeistern ließ. Die gemeinsamen Joggingrunden in und um Barsinghausen, ihren Wohnort, sind für die beiden seitdem zur schönen Gewohnheit geworden.

Zugute kommt ihnen, dass sie sich im selben, eher ruhigen Tempo wohlfühlen. Auch bei Wettkämpfen sind sie stets zeitgleich ins Ziel gelaufen. Unter anderem beim Urlaub am Wolfgangsee haben sie auf diese Weise Volksläufe bis zu zehn Kilometer Seite an Seite bewältigt, in Hannover am 8. April soll es beim Halbmarathon ebenso sein. „Unterwegs treffen wir immer viele nette Menschen“, erzählt Juliane. „Auch in Österreich haben wir Freunde gefunden und konnten sie überzeugen, in Hannover Urlaub zu machen und den Halbmarathon mit uns zu laufen.“Die langjährige Beziehung, erzählen die beiden, habe sich durch das neue Hobby noch weiter verbessert. „Das gemeinsame Laufen schweißt uns zusammen“, sagt Juliane Pach. Mike stimmt zu. „Die Zeit, die ich mit Juliane beim Laufen verbringe, lässt unsere gemeinsame Zeit viel intensiver werden“, ergänzt der 52-Jährige. „Jeder gemeine Höhenmeter im Deister, jeder Stein im Schuh sind eine Erinnerung, die wir gemeinsam haben und die uns keiner nimmt.“

„Toll, dass wir diesmal zusammen dabei sind“: Annika und Dennis Heinrich. Foto: privat

Auch Annika und Dennis Heinrich aus der Südstadt haben das Laufen zum gemeinsamen Hobby gemacht – wenn auch im jeweils eigenen Tempo. Die Teilnahme an der HAZ-Laufgruppe hat sich die 32-Jährige im vergangenen Herbst von ihrem Mann zum Geburtstag gewünscht. „Ich hatte vorher schon mal einen Zehn-Kilometer-Lauf mitgemacht, aber ohne abgestimmtes Training“, erzählt die Groß- und Außenhandelskauffrau. Dennis (38) dagegen hat schon 2014 erstmals an der HAZ-Laufgruppe teilgenommen und seitdem erfolgreich Wettkämpfe bis hin zur Marathondistanz absolviert. Annika bereitet sich nun mit dem Trainingsplan von Markus Pingpank auf ihren ersten Halbmarathon vor. Die HAZ-Gruppe hat bis zum 8. April an jedem zweiten Wochenende einen festen Platz im Kalender. „Toll, dass wir diesmal zusammen dabei sind“, sagt das Paar übereinstimmend.

Sportlich waren die beiden schon immer. Annika liebt Handball und Kampfkunst. Dennis war passionierter Fußballspieler, bevor er sich aufs Laufen verlegte. Bei dieser Umorientierung spielte Annikas Geburtstag ebenfalls eine besondere Rolle. „Vor sieben Jahren habe ich mir an ihrem Geburtstag beim Fußball die Nase gebrochen“, erzählt der Informatiker. Statt sich um die Gäste kümmern zu können, habe er den Tag im Krankenhaus verbringen müssen. Da habe es gereicht mit dem verletzungsträchtigen Ballsport. Der Grundstein für die neue Laufkarriere wurde gelegt.

In der HAZ-Gruppe gehörte Dennis sofort zu den Leistungsstärksten, mittlerweile führt er die schnellste Tempogruppe selber an. Da Annika ihre Runden langsamer dreht, trainieren die beiden meistens getrennt. Ab und zu begleiten sie sich aber gegenseitig auf dem Fahrrad. „Und Heiligabend vor dem großen Trubel sind wir auch mal zusammen durch die Südstadt gelaufen“, erzählt Dennis. Mit dem Laufen haben sie nun ein Thema, das sie zusätzlich zu ihren anderen Interessen verbindet. Und Dennis kann etwas zurückgeben von der Unterstützung, die er bei seinen Wettkämpfen stets von seiner Frau bekommen hat. Beim Silvesterlauf hat diesmal er an der Strecke gestanden, um Annika anzufeuern.

„Wir freuen uns schon sehr darauf“: Andrea und Hans-Peter Möller. Foto: privat

Anfeuern wird am 8. April auch Andrea Möller (47) ihren Hans-Peter. Das lässt der Zeitplan in Hannover zu: Er läuft den Marathon, sie wird rund zwei Stunden später an der Startlinie zur halben Distanz stehen. „Wir freuen uns schon sehr darauf“, sagt Andrea, von Beruf Apothekerin, „wie schon in den vergangenen drei Jahren.“ So lange hält das Ehepaar aus Hannover bereits der HAZ-Vorbereitungsgruppe die Treue, beide schätzen das Angebot nicht allein, weil die Laufform davon profitiert. „Es macht Spaß zusammen, und wir haben übers Laufen auch neue Freundschaften geknüpft“, sagt Hans-Peter Möller, der beruflich als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater häufig außerhalb Hannovers unterwegs ist und dann stets seine Laufsachen im Gepäck hat. Zwei- oder dreimal in der Woche finden beide trotzdem Zeit und Gelegenheit, gemeinsam auf die Strecke zu gehen. „Als wir uns vor gut 20 Jahren kennengelernt haben, fand Andrea das Laufen noch doof“, sagt der 49-Jährige. „Jetzt würde nicht nur mir etwas fehlen, wenn es das nicht gäbe.“

Vom Heideviertel aus geht es zu zweit Richtung Eilenriede oder Maschsee, auch der Mittellandkanal gehört zu den Routen, die beide regelmäßig einschlagen. Hans-Peter hat in der Regel dann auch zwei drei Kilogramm schwere Hanteln dabei, in jeder Hand eine. Das soll den Trainingseffekt erhöhen – „läuferisch nehme ich Rücksicht auf Andrea, es soll ja passen“, sagt er. Beim Laufen gehe es ihnen grundsätzlich nicht um neue Bestzeiten, sagen beide, wichtiger sei das eigentliche Erlebnis. Doch wenn Marathon „erstmals mal eine Drei vorne stehen sollte, das wäre schon was“, gibt Hans-Peter zu. Seine Frau wäre mit einer Zeit von 2:20 Stunden über die 21 Kilometer sehr zufrieden.

Stand jetzt: Damit könnte es klappen am 8. April – und zwar bei beiden.

Von Gabriele Schulte und Norbert Fettback

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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