HAZ-Vorbereitungsgruppe: Kontrastprogramm in Zielnähe

Startschuss zum 10-Kilometer-Lauf beim Deister-Marathon. Foto: Heinrich

Da haben die sechs wohl alles richtig gemacht. Am Sonntag sind Silke Bartels, Katja Eggers, Maike Kaschorek, Maria Luise Kluge, Tinna Pedersen und Ines Severloh in Palma de Mallorca zum Wettkampf angetreten. Bei Temperaturen um die 14 Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein – ideale Bedingungen also für das Frauen-Sextett aus der HAZ-Vorbereitungsgruppe, das Kurs nimmt auf den Hannover-Marathon in drei Wochen. Andere, mit denen die sechs in Hannover sonst beim Training gemeinsam ihre Runde drehen, hatten es nicht so gut. Am Vortag traten 29 HAZ-Läufer in Springe an. Was eigentlich ein Formtest werden sollte, geriet zu einer eiskalten Willensprüfung. Durchhalten und ankommen – nichts anderes zählte bei minus 6 Grad (gefühlt deutlich unter minus 10 aufgrund des stürmischen Ostwindes) und zum Teil spiegelglatter Strecke.

Annika Heinrich (von rechts) mit Mike Voland und Juliane Pach. Foto: Heinrich

So extrem habe ich es in Springe noch nie erlebt. Es war eine einzige Quälerei“, berichtet Jens Heimann. Der 50-Jährige hatte sich zum Start beim Halbmarathon durchgerungen. In Springe heißt das bei dieser Distanz Jahr für Jahr: zwei Runden, also auch zweimal den Hügel auf freien Feld hoch, ehe es nach Alvesrode geht. Hier machte Heimann und den anderen Läufern diesmal nicht nur der eisige Gegenwind zu schaffen, sie mussten auch mit Schneewehen kämpfen. Ein Novum. „Nur gut, dass ich mich für Schuhe mit extra Grip entschieden hatte“, sagte der Arnumer, für den im Ziel eine Zeit von 1:51 Stunden gestoppt wurde. „Sehr gut bei diesen Bedingungen“, meint der Arnumer, „ich bin vollauf zufrieden.“ Ebenfalls erstaunlich schnell aus der HAZ-Gruppe waren in Springe Mike Asche (Halbmarathon in 1:39 Stunden), Astrid Lenhard (1:49) oder Frank Zengeley (zehn Kilometer in 46:18).

Während im sonnenverwöhnten Palma ärmellose Shirts und kurze Hosen im Läuferfeld dominierten, waren am Deister diesmal Verpackungskünstler gefragt. Heimann etwa nutzte sein Startnummernband als Gürtel, um Laufjacke und das wärmende Hemd zusammenzuschnüren und sich so vor dem Wind zu schützen. Auch eine Mütze durfte nicht fehlen. Andere Starter machten ein „Nordpol-Feeling“ aus und bekamen nach einigen Kilometern zu spüren, dass ihre Ohren „vom Eis ummantelt“ waren.

Maike Kaschorek (v.l.), Ines Severloh, Katja Eggers, Silke Bartels, Maria Luise Kluge und Tinna Pedersen. Foto: Pingpank

Vom Winter und seinen Folgen keine Spur auf Mallorca: Hier wurde stattdessen ordentlich geschwitzt. Der Griff zur Sonnencreme konnte auch nicht schaden. Die sechs HAZ-Läuferinnen sind, zusammen mit weiteren Teilnehmern der von Trainer Markus Pingpank organisierten Frühjahrsreise, schon seit dem 10. März auf der Lieblingsinsel der Deutschen. Seitdem haben sie in Colonia de Sant Jordi jeden Tag zum Laufen und für andere Fitnesseinheiten genutzt. Dann der Start in Palma über die zehn Kilometer beziehungsweise den Halbmarathon, sozusagen der Punkt auf dem i in der Vorbereitung. Mit Ergebnissen, die sich ebenfalls sehen lassen können. Maike und Tinna liefen die zehn Kilometer in 0:48 beziehungsweise 0:56 Stunden, über die 21,1 Kilometer zeigte die Uhr für Maria Luise 2:03 Stunden, für Katja und Silke jeweils 2:08 und für Ines 2:13 Stunden an. Was auch heißt: Der 8. April kann kommen.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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