Hannover-Marathon: So lief es bei der HAZ-Laufgruppe

Die HAZ-Laufgruppe nach dem Zieleinlauf. Foto: Pingpank

Gut, wenn man so einen Laufpartner an seiner Seite hat. Denn so kann kaum etwas schiefgehen. Annika Heinrich (32) ist zum ersten Mal in ihrem Leben zu einem Halbmarathon angetreten. Ihr Mann Dennis (38) hatte ihr den Startplatz zum Geburtstag geschenkt – und seine Liebste in der Vorbereitung auf den 8. April mit Rat und Tat unterstützt, sodass das Debüt zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. „Es hat mir großen Spaß gemacht trotz der Hitze“, sagt Annika. „Und spannend war es auch.“ Sonst habe sie immer am Rand der Strecke gestanden, um ihren Dennis anzufeuern. Diesmal sei sie mittendrin gewesen im bunten Feld und habe das Laufspektakel aus einer neuen Perspektive erlebt. Und konnte es genießen, als ihr Mann beim Zieleinlauf am Neuen Rathaus ihr zujubelte.

Ein Küsschen ins verschwitzte Gesicht gab es obendrein von Dennis, ebenso ein fachmännisches Lob: „Für das erste Mal ist es bei Annika super gelaufen.“ 2:20 Stunden lautet ihr offizielle Resultat. Dennis Heinrich war um einiges länger unterwegs, aus erklärlichen Gründen. Er gehörte zum Feld der Marathonis, für die 42,195 Kilometer benötigte er 3:13 Stunden und konnte sich über eine neue persönliche Bestzeit freuen. Dass er sein ursprüngliches Ziel verfehlte, unter 3:10 Stunden zu bleiben – geschenkt an einem heißem Tag wie diesem, der den Aktiven ungewöhnlich viel abverlangte und manches Zeitziel dahinschmelzen ließ.

Annika und Dennis Heinrich. Foto: Fettback

Dennis hatte seiner Frau unter anderem nochmals ans Herz gelegt, es zum Anfang bewusst ruhig angehen zu lassen. „Daran habe ich mich gehalten“, berichtet sie. „Und generell bin ich so gelaufen, dass ich mich gut gefühlt habe.“ Nur keine großen Anfängerfehler machen: Dazu gehörte für Annika Heinrich, an jedem Stand zu stoppen, an dem es etwas zu trinken gab. „Einen Becher mit Wasser habe ich mir außerdem jedes Mal über den Kopf gegossen.“ Ein probates Mittel gegen die drohende Überhitzung. Auch viele andere aus der 85 Mitglieder starken HAZ-Laufgruppe hatten darunter zu leiden. „Bei Kilometer 29 wurde es richtig schwer“, sagt Svenja Kirbis (32). Ihren ersten Marathon brachte sie dennoch gut zu Ende. „Heute war es nicht gerade leicht. 4:16 Stunden, ich bin zufrieden.“

Das gilt auch für Juliane Pach (38). Unter 2:30 Stunden habe sie beim Lauf über 21,1 Kilometer bleiben wollen. Heraus kam eine Zeit von 2:26. „Was will ich mehr? Da hat sich das Training im Vorfeld gelohnt“, meint sie. Mit ihrem Lebensgefährten Mike Voland hatte sie die erste Hälfte des Rennens noch gemeinsam gemeistert, dann verließen ihn die Kräfte. „Sechs Wochen Krankheit zu Jahresbeginn, jetzt diese Hitze – bei mir ging nicht mehr viel“, sagt Mike Voland. Gut eine halbe Stunde nach Juliane erreichte er „völlig erschöpft“ das Ziel – wo er sich trösten und mit frischen Erdbeeren verwöhnen ließ. Sein Spaß am Laufen hat unter der gestrigen Hitze jedoch nicht gelitten. „Die HAZ-Gruppe ist eine tolle Truppe, ich freue mich schon auf das nächste Mal.“

Auch das Fazit von Trainer Markus Pingpank fällt positiv aus. „Obwohl die Wetterbedingungen alles andere als ideal waren, sind fast alle aus der Gruppe zufrieden damit, wie es für sie gelaufen ist. Auch deshalb, weil sie an diesem Tag den Kampf gegen sich selbst gewonnen haben.“ Da zählte in erster Linie anzukommen.

Die Heinrichs ließen den Tag zu Hause in der Südstadt auf der Couch ausklingen. Demnächst geht es für eine Woche in den Urlaub an die Ostsee. Mit Laufsachen? „Na klar“, sagt Dennis. „Mal sehen“, meint Annika. Er plant im Herbst Starts bei den Marathons in Berlin und Chicago. Sie freut sich schon auf den 7. April 2019 in Hannover: „Dann werde ich es noch mal probieren.“ Da ist offenbar jemand auf den Geschmack gekommen.

Dieser Beitrag wurde am von in HAZ-Laufgruppe veröffentlicht. Schlagworte: , , .

Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.