Auf Spaßsuche in der Eilenriede

Die Hälfte ist geschafft: Halbmarathonläufer gehen auf die zweite Runde. Foto: Norbert Fettback

Nein, hier gibt es keinen „normalen“ Rennbericht zu lesen. Das überlassen wir mal den Kollegen von der Zeitung, die auf Namen, Zeiten und Platzierungen erpicht sind. Und da gibt es einiges aufzuschreiben nach dem 15. Eilenriederennen, das am letzten Sonntag im August Treffpunkt für fast 600 Läufer war. Wetter perfekt, Stimmung bestens, eine klasse Veranstaltung – so der Tenor danach. Auch ein deutscher Meister war dabei und anschließend mit sich und den Gegebenheiten sehr zufrieden. Nach seinem Titelgewinn im Halbmarathon Anfang April am Neuen Rathaus darf sich Karsten Meier jetzt, zumindest inoffiziell, auch Eilenriede-Meister nennen.

Über die 21,1 Kilometer, die der Hannoveraner im Dress der LG Braunschweig als Trainingslauf für die deutsche Straßenmeisterschaft über zehn Kilometer kommenden Sonntag in Bremen nutzte, lief er in 1:11:28 Stunden ungefährdet zum Sieg. Ohne sich zu verausgaben, wie er auf Nachfrage berichtete. „Das hat richtig Spaß gemacht“, sagte Meier. „Und das war gut für mein Selbstvertrauen.“ In Bremen strebt er einen Platz unter den besten acht an. Das könnte klappen mit dem „Rückenwind“ aus der Eilenriede.

Karsten Meier holte sich die „Eilenriede-Meisterschaft“ im Halbmarathon. Foto: Norbert Fettback

Andere wie Andreas Solter gucken nicht nach Bremen, sondern haben das „Laufpass“-Ranking im Blick. Am Freitag noch Dritter beim Garbsener City-Lauf, jetzt Zweiter im Stadtwald von Hannover – das brachte wieder ordentlich Punkte auf Solters Ranking-Konto. Er ist anscheinend gut über die sommerliche Wettkampfpause gekommen. Da konnte er es verschmerzen, dass ihm in der Eilenriede der 96-Triathlet Silas Bergmann über die zehn Kilometer gut eine halbe Minute abnahm und sich in 33:12 den Sieg holte.

Beide sind mir auf der Strecke begegnet, und zwar an der Brücke über den Messeschnellweg am Pferdeturm. Dazu muss der Eilenriederennen-Unkundige wissen, dass bei diesem Lauf eine Art Rundkurs zu absolvieren ist; in Kleefeld wird kehrt gemacht. So eine Begegnung hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die, die einem entgegenkommen, haben nur noch ein Drittel vor sich und können sich mental schon mal auf den Zieleinlauf einstimmen. Für die anderen ist noch nicht mal „Halbzeit“ – das kann schon demotivieren.

Zufrieden nach dem Zehner: Blog-Autor Norbert Fettback und Wilfried Oberheide (r.). Foto: Norbert Fettback

Erst recht, wenn man, wie ich, so spät im Jahr das erste Mal überhaupt wieder bei einem Zehner startet. Und man in Erinnerungen kramt, wie es hier früher gelaufen ist. Das Eilenriederennen habe ich selten ausgelassen, es sei denn, ich war verletzt. Allein in den vergangenen vier Jahren war das im August jedes Mal der Fall. Und jetzt? Die mäßige Trainingsform, was nicht mit fehlender Lust oder Zeit, sondern mit einer widerspenstigen Achillessehne zu tun hat, sorgte im Vorfeld für Fragezeichen. Und jünger wird man auch nicht. Schneller auch nicht mit 65. Ich habe mal nachgeschaut: 2013 zeigte die Uhr für mich 43:28 Minuten an. Diesmal sind sechs Minuten drauf gekommen. Ganz schön viel, aber immerhin noch unter 50 Minuten! Auch weil mir Wilfried aus meiner Laufgruppe in einem schwachen Moment auf der Schnellwegbrücke dankenswerterweise noch mal Beine machte.

Im Ziel habe ich mir ein Stück Melone schmecken lassen. Und mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen, dass es für unsereins bei einem Wettkampf nicht mehr um eine neue Bestzeit gehen kann. Sondern eigentlich nur noch um die Frage: War ich schon mal langsamer? Nur gut, dass das Laufen immer noch Spaß macht. Meistens jedenfalls.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.