„Laufpass“: Jankowski hoch 3

Schon nach dem Startschuss ganz vorn: Zehn-Kilometer-Sieger Christof Jankowski. Foto: Fabig

Es lief rund. Auch bei der 17. Auflage. Mit Rahmenbedingungen, wie man sie sich nur wünschen kann bei einem Volkslauf im Grünen mit dem Mittellandkanal im Hintergrund als optischen Blickfang: Sonne, 15 Grad, kaum Wind – und wieder mal eine nahezu perfekte Organisation. „Es hat alles gut funktioniert“, so lautete das Fazit von Uwe Jankowski, dem 1. Vorsitzenden des TuS Vinnhorst. „Seit vielen Jahren haben wir ein eingespieltes Team, das sich um alles kümmert.“ So wie am Sonnabend – ob bei der Startnummernausgabe, den Streckenposten im Wald oder bei der Verpflegung der Läufer.

Jankowski ist in Vinnhorst nicht nur derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht. Er stand auch mit dem Mikrofon im Start- und Zielbereich. Erst schickte er die Läufer – insgesamt 325 in den vier Wettbewerben, womit nach zwei Jahren mal wieder die 300er-Marke überschritten wurde – auf die Strecke. Hinterher, als sie auf die letzte Kurve vom Kanal hinauf zum Zielstrich einbogen, empfing er sie mit anerkennenden Worten für die vollbrachte Leistung. Die Sieger natürlich vorneweg.

Auf den letzten Metern: Sabrina Geermann, Siegerin über die zehn Kilometer. Foto: Merz

Was nicht alle Tage vorkommt: Gleich zweimal fiel dabei aus dem Mund von Jankowski der Name Jankowski. Zunächst beim Fünf-Kilometer-Lauf: Raoul Jankowski, der für Hannover Athletics startet und der ein sehr guter Marathonläufer ist, zeigte der Konkurrenz auch auf dieser Distanz die Hacken. In 15:27 Minuten hatte er mehr als zweieinhalb Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Dann Christof Jankowski im Trikot von Hannover 96, der im Hauptrennen des Tages über die zehn Kilometer in 33:26 nicht zu bezwingen war. Was zur Folge hatte: Der Vater durfte seinem Sohn Christof bei der Siegerehrung auch offiziell zum ersten Platz gratulieren. Raoul Jankowski, der schnelle Fünf-Kilometer-Mann, das sei in dem Zusammenhang nicht unerwähnt, ist mit den beiden nicht verwandt, sondern „nur“ ein Namensvetter. Bei den Frauen hießen die strahlenden Siegerinnen bei strahlendem Sonnenschein Sina Petersen (21:40, Hannover 96) und Sabrina Geermann (Garbsener SC, 41:08).

Der Mann für alles: Uwe Jankowski bei der Ehrung der schnellsten Frauen über zehn Kilometer. Links Andrea Süßmann (3., Garbsener SC), daneben Raphaela Koch (2., SG Bredenbeck). Foto: Fabig

Und da wir schon bei Zahlen sind: Wer in Vinnhorst an den Start ging, war bei den Erwachsenen mit 5 Euro dabei, Kinder und Jugendliche gar nur mit 2 Euro. Anderswo werden bei vergleichbaren Veranstaltungen auch schon mal 13 Euro fällig. Dass es in Vinnhorst günstiger ist und der Verein laut Uwe Jankowski trotzdem „noch einen guten Gewinn“ macht, hat viele Gründe. Dazu gehören Sponsoren wie ein hannoverscher Laufladen und eine große Supermarktkette, die die Bananen kostenlos bereitstellte, die im Ziel verteilt wurden. Die Sanitäner machten ihren Job ehrenamtlich, um die Unterhaltung der Kinder kümmerten sich Mitarbeiter einer Apotheke. Auch das unentgeltlich. Und den Kuchen, der reißenden Absatz fand, hatten TuS-Mitglieder gebacken und spendiert. Gut, wenn man solche Unterstützer an seiner Seite hat. Zudem zahlte sich aus, dass für die Läufer an der Strecke nichts abgesperrt werden musste – Mutter Natur sei Dank.

Wundern kann man sich da eigentlich nur über eins: Gut 300 Läufer, das kann das nicht das letzte Wort sein! Bei dem, was man dort als Läufer erleben kann für wenig Geld.

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Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

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