Archiv des Autors: Norbert Fettback

Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen – auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

Silber ist für Svenja Pingpank nicht alles

Svenja Pingpank (rechts) von Hannover Athletics ist mit Teamsilber von der Cross-EM zusammen mit Vera Coutellier, Alina Reh, Konstanze Klosterhalfen und Anna Gehring (v.l.) zurückgekehrt. Foto: DLV

Svenja Pingpank (rechts) von Hannover Athletics ist mit Teamsilber von der Cross-EM zusammen mit Vera Coutellier, Alina Reh, Konstanze Klosterhalfen und Anna Gehring (v.l.) zurückgekehrt. Foto: DLV

Jubeln konnte sie trotzdem. Als eine von fünf Läuferinnen komplettierte Svenja Pingpank von Hannover Athletics das deutsche U23-Frauenteam, das bei der Cross-Europameisterschaft in Samorin (Slowakei) zur Silbermedaille lief. Maßgeblich dafür waren die Plätze 1 und 2 durch die überragenden Alina Reh (SSV Ulm, 20:21 Minuten) und Konstanze Klosterhalfen (Bayer Leverkusen, 20:24), die das 63 Starterinnen zählende Feld über die 6180 Meter lange Distanz dominierten. Anna Gehring (SC Itzehoe) als Zwölfte (21:27) machte das gute Mannschaftsresultat komplett. Über die einzige deutsche Teammedaille in Samorin konnten sich schließlich auch Vera Coutellier (ASV Köln, 20. in 21:47) und Svenja Pingpank (46. in 22:31) freuen, die mit aufs Podest durften und ebenfalls mit Silber ausgezeichnet wurden.  Ein versöhnliches Saisonende für die 21-Jährige aus Barsinghausen bei ihrem ersten Start bei einer internationalen Meisterschaft.

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HAZ-Laufgruppe: Heimanns zwölfter Streich

Es läuft: Jens Heimann profitiert auch von den Tipps von Gruppenleiterin Silke Pingpank. Foto: Fettback

Es läuft: Jens Heimann profitiert auch von den Tipps von Gruppenleiterin Silke Pingpank. Foto: Fettback

Auch der kommende Sonnabend ist für ihn längst fest verplant. 9 Uhr, Sportgelände von Hannover 78, Maschseenähe. Dann trifft sich die HAZ-Gruppe, wie alle zwei Wochen, in Laufklamotten, um die nächsten Schritte zu machen für den Hannover-Marathon am 8. April 2018. „Mir würde etwas fehlen, wenn ich nicht dabei wäre“, sagt Jens Heimann. Er ist einer der 85 Freizeitsportler, die dieses gemeinsame Ziel haben. Bereits zum siebten Mal gehört der 50-Jährige dazu. Ein kleiner Rekord, der gute Gründe hat. Man könnte es auch so sehen: HAZ-Vorbereitungsgruppe ohne Jens Heimann, das geht eigentlich gar nicht.

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Auch auf die Schuhe kommt es an

Foto: Maike Kaschorek

Es ist die Zeit gekommen für die ganz Harten. Man schaue in Helstorf oder an der Marienburg vorbei: jüngst Schauplätze von Laufwettbewerben der etwas anderen Kategorie. Hier musste man nicht nur gut zu Fuß sein, sondern auch Nehmerqualitäten zeigen – im Kampf gegen Kälte, Wind, Schlamm und Höhenmeter. Der November ist die Zeit, in der man es dem inneren Schweinehund mal so richtig zeigen kann. Und der Monat, in dem die Waschmaschine nach einem Lauf unter freien Himmel viel mehr als sonst zu tun bekommt.

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Fate Tola wird Hannoveranerin

Fate Tola und Markus Pingpank. Foto: Fettback

Das darf man einen Paukenschlag nennen. Dass Fate Tola am 8. April 2018 in Hannover ihren Marathonerfolg aus diesem Frühjahr wiederholen möchte, damit war zu rechnen. Dass die 30-Jährige, die aus Äthiopien stammt und seit Mitte vorigen Jahres den deutschen Pass besitzt, von Januar an auch für Hannover an den Start gehen wird, das lässt aufhorchen. Gefühlt ist es Lichtjahre her, dass sich Hannover mit Spitzenläufern auf den langen Distanzen schmücken konnte. Einer der letzten, die hierzulande zur nationalen Elite zu zählen waren, war Markus Pingpank. Jetzt ist der 53-Jährige der Vorsitzende des Vereins, in dessen Farben Tola im kommenden Jahr starten wird: Hannover Athletics. Fragen und Antworten zu einem spektakulären Wechsel.

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Jankowskis langer Anlauf im Lönspark

Start zum Hauptlauf – mit dem späteren Sieger Christof Jankowski (Nr. 36). Foto: TKH

Manchmal muss man einen langen Anlauf nehmen. Das kann Jahre dauern. Und dafür ist mituntermehr Stehvermögen nötig als bei einem Marathonrennen. Christof Jankowski kann ein Lied davon singen: der Mann, der jetzt über die zehn Kilometer im hannoverschen Lönspark gewonnen hat – neun Jahre, nachdem er an gleicher Stelle schon einmal triumphiert hatte. In 33:58 Minuten lief Jankowski ein recht einsames Rennen an der Spitze des großen Starterfeldes, auf den nächsten Plätzen folgten der Quedlinburger Mike Poch (34:51) und Michael Kendelbacher aus Bad Nenndorf (34:56) mit respektvollem Abstand. „Es tat mal wieder richtig gut, einen Wettkampf von vorne zu laufen und zu gewinnen“, sagte der 38-Jährige. „Ich liebe diese Strecke mit so viel schöner Natur.“

Die Freude Jankowskis, der zudem fast eine Minute schneller war als 2008, ist nur zu verständlich. Hinter ihm liegen zwei Jahre Pause vom Laufen. Quälende Monate, in denen er seinen Sport nur als Beobachter erlebte. Und in denen auch ungezählte Besuche bei Ärzten und Physiotherapeuten die Verletzungsprobleme nicht aus der Welt schaffen konnten, die ihn permanent ausbremsten. Dann der im Vergleich dazu golden anmutende Herbst 2017, die Belohnung für die mentale Stärke in der sportlichen Schattenzeit: fünfter Platz beim Brockenlauf. Ein gelungenes Comeback.

Zwei Monate später dann der Sieg beim Lieblingslauf im Lönspark für denjenigen, der 2010 das HAZ-Ranking der „Laufpass“-Serie gewonnen hatte. Nächstes Ziel des ambitionierten Erlebnissportlers, der für Hannover 96 startet, ist der Halbmarathon rund um die Marienburg am 25. November – ein kleiner, aber feiner Höhepunkt des ausklingenden Laufjahres in der Region Hannover.Dass sich die noch anstehenden Wettkämpfe im Freien an den Fingern einer Hand abzählen lassen, tat den Teilnehmerzahlen beim 41. Lönsparklauf des TKH gut. Insgesamt 705 Frauen und Männer absolvierten die zehn und fünf Kilometer – diese Resonanz konnte sich sehen lassen an einem total verregneten Wochenende.

Obwohl der Veranstalter das Ziel vom durchweichten Sportplatz in einen halbwegs trockenen Bereich verlegt hatte: Nasse Füße holten sich auch die schnellsten Frauen, Elke Behrend (40:54), Beate Marx (41:18) und Kerstin Kopfmann (42:27). Hilft nichts: Da muss man durch in dieser Jahreszeit. Ob nun als Erster oder Letzter.

Weitere Fotos vom Lauf gibt es hier.

Nasses Jubiläum in Bothfeld (Ranking Nr. 34)

Foto: TuS Bothfeld

Auf nasse Füße muss man sich hier anscheinend Jahr für Jahr einstellen. Auch beim Jubiläumslauf des TuS Bothfeld kannte das Wetter keine Gnade: Starker Regen sorgte am Renntag dafür, dass die Runde durch den Bothfelder Wald nach Veranstalterangaben einer „Crossstrecke“ glich und die Aschenbahn auf dem Sportplatz als Start- und Zielpunkt einer „Seenplatte“. Wie schon 2014 und 2015, als Matsch und Pfützen den Läufern und den Organisatoren ebenfalls zu schaffen machten. Nasse Füße sind da nicht alles.

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HAZ-Laufgruppe: Wenn der Schweiß fließt

Schnelle Runde: Läufer der HAZ-Vorbereitungsgruppe testen ihr Leistungsvermögen. Foto: Pingpank

Unterstützung tut gut an so einem anstrengenden Vormittag. Finn (7) steht
auf halber Höhe zwischen Sportleistungszentrum und Erika-Fisch-Stadion und
sieht seinen Vater im gelben Shirt schon von Weitem heranrauschen. Der hat
es sichtlich eilig, doch so viel Zeit muss sein: abstoppen, die Hand
ausstrecken und mit dem Sohnemann abklatschen. Derart angespornt geht es
flott weiter auf die zweite und letzte Runde – das Ergebnis soll ja stimmen.
2350 Meter sind es schließlich, auf die es Heiko Rieckenberg in exakt zehn
Minuten bringt, nachdem Markus Pingpank mit einem Pfiff die Läufer gestoppt
hat. Ende der Übung – jetzt kann das Training für den Hannover-Marathon
richtig losgehen!

Leistungstest – so heißt das zeitlich kurze, aber intensive Programm der
HAZ-Vorbereitungsgruppe an diesem Vormittag. Dahinter steckt die Absicht,
für die kommenden fünf Monate fünf Untergruppen zusammenzustellen, die nach
dem jeweiligen läuferischen Vermögen ausgerichtet sind. Keiner soll
überfordert, aber auch keiner unterfordert werden – ob nun 23 oder 79 Jahre
alt, ob Anfänger oder „alter Hase“. Die Spanne reicht von einem
Durchschnittstempo von sieben Minuten für den Kilometer bis zu fünf Minuten
für diese Distanz.

Stolz auf den Vater: Finn und Heiko Rieckenberg. Foto: Pingpank

Alles geben, ordentlich aus der Puste und tüchtig ins Schwitzen kommen, das
trifft an diesem Tag nicht nur auf Heiko Rieckenberg zu. Von den 85
Freizeitsportlern, die sich unter Anleitung von Pingpank für den 8. April
den nötigen Schwung holen wollen, nutzen 77 die Gelegenheit zum Formcheck
und knien sich rein. Der Trainer ist nicht nur von der Beteiligung
überrascht. Nachdem er für jeden Einzelnen die gelaufenen Meter in einer
Liste vermerkt hat, hebt Pingpank anerkennend den Daumen. „Ich bin
regelrecht begeistert“, sagt er. „So viele leistungsstarke Läuferinnen und
Läufer hatten wir in den vergangenen Jahren nicht.“ Drei Viertel hätten mehr
als 2000 Meter geschafft, das sei bemerkenswert und eine gute Basis für die
weitere Vorbereitung. Dazu treffen sich die HAZ-Läufer alle zwei Wochen
sonnabends, für die Zeit dazwischen gibt es für jeden detaillierte
Trainingsrichtlinien.

Auch Heiko Rieckenberg darf mit sich zufrieden sein. Zum zweiten Mal ist er
in der Vorbereitungsgruppe dabei. Beim Leistungstest hat er 200 Meter mehr
zurückgelegt als 2016, gut abzulesen an den Pappschildern auf der
Zielgeraden. Ein ziemlich großer Sprung vorwärts. „Das hat heute super
geklappt“, sagt er. Der 40-Jährige aus Bissendorf hat ja auch etwas
gutzumachen, wie er einräumt. Seine Leistung beim Halbmarathon in Hannover
vor einem Jahr, als er knapp unter zwei Stunden brauchte, sei „grottig“
gewesen. Jetzt sollen es 1:45 Stunden werden. Auch ein ganz schöner Sprung.
Aber realistisch, wie Trainer Pingpank nach dem aktuellen Leistungstest
meint. „Wenn Heiko das Programm durchzieht, dann schafft er das“, sagt er.
„Sogar unter 1:45.“

HAZ-Vorbereitungsgruppe nimmt Kurs auf den Hannover-Marathon

Die HAZ-Läufer zum Auftakt am Maschsee. Foto: Tim Schaarschmidt

Der Anfang ist gemacht. „War doch gar nicht schlimm. Und an Spaß hat es auch nicht gefehlt“, sagt Marc Grimme nach der lockeren Runde um den Maschsee, der ein Lauf-Abc vorausgegangen ist. Seine ersten Lektionen auf einem längeren Weg: Am 8. April nächsten Jahres will der 29-Jährige in Hannover zu seinem Marathondebüt antreten, seit Sonnabend läuft sein Trainingsprogramm – eine Premiere sozusagen. Und dies zusammen mit weiteren 84 Freizeitsportlern, die sich zur HAZ-Vorbereitungsgruppe zusammengefunden haben. Sie ist längst mehr als ein Geheimtipp für Läufer, die ein halbes Jahr später gut präpariert an der Startline des Laufklassikers stehen wollen. Die einen, wie Grimme, um dann die 42 Kilometer anzugehen, die anderen mit Halbmarathon-Ambitionen.

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Neue Bücher übers Laufen (2)

Der Kopf rennt mit

Zum Geburtstag gibt es mitunter ausgefallene Geschenke. So mancher erfüllt sich aus diesem Anlass selbst einen nicht alltäglichen Wunsch. So wie Michele Ufer: Er machte sich, als er 39 wurde, auf zu einem Lauf durch die Atacama-Wüste in Chile. Ein Etappenrennen über 250 Kilometer in bis zu 3500 Meter Höhe in der wohl trockensten Region der Welt. Zuvor war er nie mehr als 29 Kilometer am Stück gelaufen, hatte noch nie einen Wettkampf bestritten. Nicht minder bemerkenswert: Seine Vorbereitungszeit auf dieses Abenteuer betrug weniger als vier Monate. Hinterher schwärmte Ufer vom schönsten Geburtstag, den er je gehabt habe. Mit der Krönung, als absoluter Neuling nur sechs anderen den Vortritt gelassen zu haben.

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Neue Bücher übers Laufen

Sieger über sich selbst

Es hat zweifellos dieser Erfahrung bedurft, um dieses Buch zu schreiben: eines, das von stolzen Triumphen berichtet, vor allem aber vom Sieg über sich selbst. Gary Dudney, in den USA bekannt als Kolumnist und als Läufer, der mehr als 200 Marathon- und Ultramarathonrennen beendet hat, macht sein Scheitern beim berühmt-berüchtigten Leadville Trail zum Ausgangspunkt jener Überlegungen, die ihn stark werden ließen im Kampf gegen die zahlreichen Widrigkeiten extremer Herausforderungen. Nach 90 der insgesamt 100 Meilen (das sind rund 160 Kilometer) gab Dudney im Jahr 2002 bei seinem Debüt in den Rocky Mountains auf. Bis auf 3000 Meter in der Höhe hatte er sich zuvor zu Fuß heraufgequält, hatte versucht, auch in der Einsamkeit der Nacht dem Gebirge und der Kälte zu trotzen. Letztlich fragte er sich, desillusioniert und von Krämpfen geplagt im Auto sitzend: Warum mache ich das?

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