Archiv des Autors: Norbert Fettback

Über Norbert Fettback

Norbert Fettback hat als Sportredakteur der HAZ die Fußballer von Hannover 96 rund 25 Jahre lang durch dick und dünn begleitet. Erst mit 50 entdeckte er für sich selbst das Laufen - auch um mehr als 40 überflüssige Pfunde loszuwerden. Nach der Premiere in New York (2005) absolvierte er Marathons unter anderem in Berlin, Chicago, Wien und Boston. Aufgrund diverser Verletzungen hat er sich bei der Wahl der Streckenlänge inzwischen mit dem Motto angefreundet: je kürzer desto besser.

Auf Spaßsuche in der Eilenriede

Die Hälfte ist geschafft: Halbmarathonläufer gehen auf die zweite Runde. Foto: Norbert Fettback

Nein, hier gibt es keinen „normalen“ Rennbericht zu lesen. Das überlassen wir mal den Kollegen von der Zeitung, die auf Namen, Zeiten und Platzierungen erpicht sind. Und da gibt es einiges aufzuschreiben nach dem 15. Eilenriederennen, das am letzten Sonntag im August Treffpunkt für fast 600 Läufer war. Wetter perfekt, Stimmung bestens, eine klasse Veranstaltung – so der Tenor danach. Auch ein deutscher Meister war dabei und anschließend mit sich und den Gegebenheiten sehr zufrieden. Nach seinem Titelgewinn im Halbmarathon Anfang April am Neuen Rathaus darf sich Karsten Meier jetzt, zumindest inoffiziell, auch Eilenriede-Meister nennen.

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Das Ende des Sommerlochs

Am 24. August starten die Läufer zum zehnten Garbsener City-Lauf. Foto: Archiv

Es bleibt festzuhalten: Acht Wochen können lang werden. Auch in der Jahreszeit, die für viele die schönste ist. Fast acht Wochen ist es her, dass man zusammen mit den Laufschuhen den Laufpass zur Hand nahm, um sich Spaß und Punkte bei einer größten Volkslaufserien hierzulande zu holen. Nach dem Eilenriede-Straßenlauf, der am 29. Juni gestartet worden war, hat diese Form der sportlichen Enthaltsamkeit nun aber ein Ende. Gleich zwei „Laufpass“-Rennen stehen in dieser Woche auf dem Programm: erst der Garbsener City-Lauf am 24. August, dann zwei Tage später das Eilenriederennen. Da findet sich für jeden, der Lust an der Bewegung hat, etwas.

Und man kann zeigen, wie man der Hitze der vergangenen Wochen getrotzt hat, die an vielen Tagen zu allem einlud – nur nicht zum Laufen. Bei Temperaturen an der 30- Grad-Grenze raten Ärzte gemeinhin generell von körperlicher Anstrengung ab. Doch wer macht schon so lange Pause und legt die Beine hoch? Und das wochenlang? Zumal es ja Alternativen gab, seine Form zu testen oder daran zu arbeiten: Es muss ja nicht zwingend mit Punkten fürs Laufpass-Ranking verbunden sein. Ob Park Run im Georgengarten, jüngst der Wisent Run in Springe oder mal eben die sonntägliche Runde mit den Hannover Runners durch die Eilenriede: Genug Gelegenheiten, sich zusammen mit anderen auszutoben, boten sich auch im Sommerloch.

Die Hannover Runners Runners haben ihren planmäßigen Vormittagslauf am kommenden Sonntag übrigens abgesagt. Es passt dieses Mal einfach nicht mit dem Treff am Lister Turm: Man würde dem Eilenriederennen in die Quere kommen. Und damit sich selbst, denn viele der Hannover Runners ihnen haben sich an diesem Tag für den Zehner oder den Halbmarathon angemeldet. Wo’s langgeht, das wissen sie am besten.

Oma Hanne hängt die Jugend ab (mit Ranking Nr. 13 und 14)

Auf geht’s: Der Zehn-Kilometer-Lauf in Döhren ist gestartet. Foto: Fettback

Guck an! Eine Oma ist aktuell die erfolgreichste Dauerläuferin der Region! Jedenfalls, wenn man das „Laufpass“-Ranking dafür als Maßstab nimmt: Hannelore Lyda, gerade 60 alt und kurz zuvor zum ersten Mal Großmutter geworden, hat die Jugend abgehängt. Vorerst jedenfalls. Beim Döhrener Abendlauf und zwei Tage später beim Volkslauf in Isernhagen sammelte sie mit zwei Top-Ten-Platzierungen weitere 30 Punkte ein und ließ damit Mandy Krause ein wenig alt aussehen.

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Solter kann in Neustadt keiner folgen (Ranking Nr. 11)

Allein auf weiter Spur: Andreas Solter hat die erste Runde in Neustadt absolviert. Foto: Fettback

Allein auf weiter Spur: Andreas Solter hat die erste Runde in Neustadt absolviert. Foto: Fettback

Wenn ein neues Kapitel von der Einsamkeit des Langstreckenläufers zu schreiben wäre, dann könnte Andreas Solter etwas dazu beisteuern. Beim 7. Neustädter Stadtlauf kam nach dem Mann im gelben Trikot des LAC Langenhagen lange nichts. Dass er über die zehn Kilometer nicht ganz aus dem Blickfeld der Konkurrenz verschwand, hatte letztlich damit zu tun, dass zur Hälfte des Rennens eine Runde im TSV-Stadion gedreht werden musste, ehe es zurück auf die Straße ging – ein Hoffnungsschimmer für die Verfolger. Heran an Solter kamen sie bei drückender Hitze trotzdem nicht – der lief sein flottes Tempo durch bis zum Schluss.

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Neue Sportbücher (2)

Wie Schmerzen besiegt werden können

Dann gehen wir aus gegebenem Anlass doch gleich mal ans Eingemachte. Die rechte Achillessehne hat sich nach Bergaufläufen vor ein paar Tagen schmerzhaft in Erinnerung gebracht. Was sagt Paul Hobrough dazu? Eine ganze Menge, in dem speziellen Fall auf acht Seiten auf den Punkt gebracht. Mit der (gewiss nicht neuen) Erkenntnis, die ein Läufer gar nicht gern hört: Das wird dauern. Trotzdem bleiben wir dran, der Mann weiß schließlich, wovon er schreibt. Und das nicht nur in der lesenswerten Passage über Achillessehnenbeschwerden und ihre Heilung.

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Neue Sportbücher (1)

Comeback im Kriechtempo

Der Altwarmbüchener See also, guck an! Ein Ort, um das Laufen neu zu entdecken. Und dafür kann schon eine einzige Runde ausreichen – jedenfalls für Ronald Reng. Es ist ein innerer Jubelschrei, den er nach den 3,6 Kilometern ausstößt. Sechster Platz beim ersten Start bei einem Volkslauf, darüber darf man sich gewiss freuen. Auch wenn es dafür keinen Pokal gibt, geschweige denn eine Medaille. Reng, Kolumnist der HAZ und als Autor sportinteressierten Lesern aufgrund seiner Publikationen rund um den Fußball bestens bekannt, reagiert euphorisch. So, als habe er etwas Wichtiges wiedergefunden, das ihm über die Jahre abhanden gekommen war: „Ich kann wieder laufen“, frohlockt er.

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Nach dem Marathon-Wochenende: Cool bleiben

Der Autor während seines Laufs am Aegi. Foto: Clemens Heidrich

Und dann war da dieser junge Mann am Ende der Friesenstraße. Abseits vom allgemeinen Trubel an der Strecke, im schwarzen T-Shirt, mit einem Schild in der Hand. „Cool bleiben“ – so seine Botschaft an die vorbeihuschenden Läufer. Netter Versuch bei gemessenen 22, gefühlt jedoch 30 Grad Celsius.

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Hannover-Marathon: So lief es bei der HAZ-Laufgruppe

Die HAZ-Laufgruppe nach dem Zieleinlauf. Foto: Pingpank

Gut, wenn man so einen Laufpartner an seiner Seite hat. Denn so kann kaum etwas schiefgehen. Annika Heinrich (32) ist zum ersten Mal in ihrem Leben zu einem Halbmarathon angetreten. Ihr Mann Dennis (38) hatte ihr den Startplatz zum Geburtstag geschenkt – und seine Liebste in der Vorbereitung auf den 8. April mit Rat und Tat unterstützt, sodass das Debüt zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde. „Es hat mir großen Spaß gemacht trotz der Hitze“, sagt Annika. „Und spannend war es auch.“ Sonst habe sie immer am Rand der Strecke gestanden, um ihren Dennis anzufeuern. Diesmal sei sie mittendrin gewesen im bunten Feld und habe das Laufspektakel aus einer neuen Perspektive erlebt. Und konnte es genießen, als ihr Mann beim Zieleinlauf am Neuen Rathaus ihr zujubelte.

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Hannover-Marathon: Fate Tola ist bereit fürs Laufspektakel

Gilbert Kipruto Kirwa , Stefanie Eichel, Fate Tola und Nicolas Kiefer (v.li.). Foto: Petrow

Nur gut, dass sie am Sonntag nicht singen oder reden muss. Als Fate Tola am Donnerstagabend in Hannover landete, wo sie 8. April ihren Vorjahreserfolg auf der Marathonstrecke wiederholen möchte, fehlte ihr die Stimme. Die hatte sie im Flugzeug gelassen, auf dem Rückflug von Addis Abeba, wo sich die 30-Jährige seit Januar auf ihren ersten Wettkampf des Jahres vorbereitet hatte. Ein Nebeneffekt der Klimaanlage an Bord. Wichtiger ist, dass Tola aus dem Trainingslager offenkundig die nötige Form für eine erneute Klasseleistung mitgebracht hat. Heiserkeit hin oder her. „Ich fühle mich sehr gut“, sagte sie. „Gucken wir mal.“

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HAZ-Vorbereitungsgruppe: Dieter Geyer – der „Leuchtturm“ vom Benther Berg

Dieter Geyer. Foto: Kutter

Wenn sich am Sonntag um Punkt 9 Uhr an die 3000 Marathonläufer am Friedrichswall in Bewegung setzen, wird Dieter Geyer inmitten des farbenfrohen Gewusels nicht zu übersehen sein. Nicht, weil er vorneweg rennen oder besonders originell gekleidet sein wird. Zwei Meter über seinem Kopf wird die ganze Zeit ein großer knallgelber Ballon schweben, den er mithilfe einer Leine hinter sich herziehen wird. Ein Blickfang, der auf andere Läufer Jahr für Jahr wie ein Magnet wirkt. 20 bis 30 Sportler, meint Geyer, werden sich ihm auf den 42,195 Kilometern an die Fersen heften. „Am besten die ganze Zeit bis ins Ziel“, sagt der Mann aus Velber, „das wäre für mich eine schöne Belohnung.“ Und es würde ihm diesen speziellen Tag zusätzlich verschönen. Der 62-Jährige, der erst als Mittvierziger das Laufen für sich entdeckte, tritt am 8. April zu seinem 75. Marathon an; seit zehn Jahren ist er Teil der Vorbereitungsgruppe der HAZ und damit gewissermaßen ein Gründungsmitglied.

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