Archiv der Kategorie: Allgemein

Neue Sportbücher

Große Momente auf Hawaii

Wer sonst wäre dafür infrage gekommen wenn nicht Bob Babbitt? Der Ironman, längst legendäre Wettkampfserie der besonders ausdauernden und leidensfähigen Triathleten, ist 40 geworden. Da ist es wieder mal Zeit, in den Annalen zu stöbern – und Babbitt war schließlich einer der Ersten. Nicht auf dem Podium, aber bei der Teilnahme, ob nun als Aktiver oder Dauergast an der Strecke. 1980 gab der Amerikaner auf Hawaii sein Debüt im Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen, zwei Jahre nach der Ironman-Premiere. Wie es damals losging, das hat er schon mehrfach in Buchform beschrieben. Nun die neue Auflage zum Vierzigsten.

Sie ist sehr schön bebildert. Das vor allem ist die Stärke dieses Buches. Die Texte sind weniger aufregend, was wohl auch daran liegt, dass vieles nach 40 Jahren nicht neu ist. Zumal der Langdistanz-Triathlon hierzulande, nicht zuletzt dank der Erfolge von Athleten wie Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange, in den vergangenen Jahren an öffentlicher Aufmerksamkeit und Resonanz gewonnen hat.

Mit Frodeno und Lange, der sich jüngst gerade seinen zweiten WM-Titel schnappte, hat Babbitt auch Interviews geführt. Beim Lesen werden große Momente dieses Sports wieder wach. Das gilt auch für die „40 spektakulären Augenblicke“ aus vier Jahrzehnten. In Zeitraffermanier erinnert Babbitt darin an Lyn Lemaire, die 1979 als überhaupt erste Frau beim Ironman das Ziel erreichte. Oder an Julie Moss, die 1982 – zuvor lange in Führung liegend – in Maikäfermanier krabbelnd den zweiten Platz rettete. Auch Thomas Hellriegel wird die gebotete Ehre zuteil: Als erster Deutscher triumphierte er 1997 auf Big Island, vorausgegangen waren zwei zweite Plätze.

In der mehrseitigen Ergebnisstatistik findet sich auch der Name von Sandra Wallenhorst aus Hannover, die 2008 drittbeste Frau war. Ein anderer aus Hannover springt einen regelrecht an: Christian Haupt, Amateur-Weltmeister 2016 und 2017, vollführt auf dem Foto auf Seite 110 einen unnachahmlichen Freudensatz. Wer nach Tipps sucht, um es vielleicht einmal ähnlich weit zu bringen: Auch der wird bei Babbitt fündig.

Bob Babbitt: „Ironman. Alles über den härtesten Wettkampf der Welt.“. Delius Klasing Verlag. 192 Seiten, 34,90 Euro.

Der Knigge für Pedalisten

Wir, die wir uns als Läufer fühlen, wissen in den meisten Fällen, was zu tun und was zu unterlassen ist, wenn wir unseren Sport ausüben. Sind wir etwa beim Training in der Gruppe unterwegs, dann sollte der Langsamste das Tempo vorgeben. Stehen wir am Start zum Marathon, dann sollte man sich doch bitte schön in den Block begeben, den man aufgrund seiner nachgewiesenen Fähigkeiten zugewiesen bekommen hat – und sich nicht vordrängeln, um vielleicht ein paar Sekunden zu schinden. Und was auch niemand mag: Jemand, der die ganze Zeit im Schlepptau gelaufen ist, setzt auf der Zielgeraden zum Überholen an. Da können die anderen richtig sauer werden. Zu Recht.

Doch nicht nur Läufer haben ihren Knigge als Leitfaden fürs richtige Verhalten. Das gilt auch für Radsportler. Ihnen liegt das, was es zu beherzigen gilt, wenn sie in den Sattel steigen, inzwischen auch schwarz auf weiß vor. „Die Regeln“ heißt dieses herrliche Buch mit dem Untertitel „Kodex für Radsportjünger“. Darin zu blättern lohnt sich auch für Läufer, die gelegentlich aufs Rad umsteigen. Ansonsten könnte man schnell ins Fettnäpfchen treten und sich böse Blicke einfangen.

Aufgelistet sind 95 Regeln oder – wie es im Vorwort so schön heißt – „einfache Wahrheiten des Radsports“. Sie sind vergnüglich zu lesen und mit viel Herzblut und Sachverstand niedergeschrieben worden von fünf sogenannten Velominati, selbsternannten „Radsportjüngern höchsten Ranges“, für die der Tritt in die Pedale weit mehr ist als nur ein Zeitvertreib oder ein Mittel, um von A nach B zu kommen. Damit verbinden sie pure Leidenschaft. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass der Straßenradsport seine eigene Kultur hat, die es zu bewahren gilt.

So manches aus dem Regelwerk, das thematisch in fünf Kapitel geordnet wurde, ist auch Läufer nicht unbekannt – oder sollte ihnen zur Nachahmung empfohlen werden. Etwa die Regel 12: „Die korrekte Anzahl Räder, die man besitzen sollte, lautet N+1, wobei N für die Zahl der derzeit im Besitz befindlichen Räder steht.“ Räder durch Laufschuhe ersetzen, und schon passt es. Oder Regel 58: „Unterstütze deinen Radladen vor Ort.“ Von wegen Einkauf per Internet! Oder die 71: „Trainiere vernünftig.“ Was auch heißen soll: Man muss nicht nur schnell sein, um erfolgreich zu sein.

Über allem aber thront die Regel 5: „Beiss verflucht noch mal auf die Zähne.“ Da gibt es nicht viel zu erklären.

Velominati: „Die Regeln. Kodex für Radsportjünger“. Covadonga Verlag Bielefeld. 312 Seiten, 14,80 Euro.

Von einem, der nicht mehr abgehängt werden möchte

Lernen mit Rudi: Das ist der rote Faden, der sich durch das Buch „Rennrad-Training“ zieht. Mit Rudi ist nicht etwa Rudi Altig gemeint, eine legendäre Figur dieser Sportart. Rudi ist eine fiktive Person und wie sein berühmter Namensvetter ein vom Radfahren Besessener. Mit dem kleinen Unterschied, dass er ein „Normalo“ ist, der sich drei-, viermal in der Woche in den Sattel schwingt und es im Jahr bis auf 8000 Kilometer bringt. Auf seiner Hausrunde fährt er seinen Freunden aber zu oft hinterher. Das wurmt ihn, und das soll sich ändern.

Wie das geschehen kann, zeigen Tim Böhme und Jochen Haar in ihrem praxisnahen Ratgeber auf. In zehn Kapiteln gibt das Duo informative, verständlich formulierte Tipps, die auch beim Laien gut ankommen dürften. Der Bogen spannt sich vom Ausdauer- und Bergtraining über die richtige Sitzposition bis zu Ernährungsfragen und der Regeneration. Und wer erwägt, sich mal bei einem Alpencross zu versuchen, der wird auch bei diesem Thema fündig. Eine runde Sache für all diejenigen, die sich immer einen runden Tritt wünschen, was eigentlich aber gar nicht hinzubekommen ist. Effektiv soll er sein – auch das lernen wir …

Tim Böhme/Jochen Haar: „Rennrad-Training. Topfit für Hausrunde, Alpencorss, Radmarathon“. Bruckmann-Verlag. 192 Seiten, 20 Euro.

Alles über Sportmassage

Und was, wenn es hier und da zwickt? Wenn die Wade nach dem Laufen oder Radfahren schmerzt? Oder es schon körperliche Beschwerden gibt, ehe es überhaupt losgeht? Eine Massage kann Wunder wirken, heißt es dann oft. Nur verstehen Laien in der Regel nicht allzu viel davon. Weder von der praktischen Ausführung, was normalerweise auch Sache der Therapeuten sein sollte, noch von den Auswirkungen auf den Körper. Josep Marmol und Artur Jacomet haben nun einen Leitfaden vorgelegt, der viele Facetten der Sportmassage erklärt. Als Nachschlagewerk dürften auch Freizeitsportler aus dem derzeit „umfangreichsten Werk auf diesem Gebiet“, wie der Verlag schreibt, Nutzen ziehen. Eine gute Idee: Über eine App lassen sich 18 sogenannte Video-Tutorials einsehen, was dem Buch einen wirklichen Mehrwert gibt.

Josep Marmol/Artur Jacomet: „Anatomie & Massage“. Meyer & Meyer Verlag. 160 Seiten, 28 Euro.

„Laufpass“: Jankowski hoch 3

Schon nach dem Startschuss ganz vorn: Zehn-Kilometer-Sieger Christof Jankowski. Foto: Fabig

Es lief rund. Auch bei der 17. Auflage. Mit Rahmenbedingungen, wie man sie sich nur wünschen kann bei einem Volkslauf im Grünen mit dem Mittellandkanal im Hintergrund als optischen Blickfang: Sonne, 15 Grad, kaum Wind – und wieder mal eine nahezu perfekte Organisation. „Es hat alles gut funktioniert“, so lautete das Fazit von Uwe Jankowski, dem 1. Vorsitzenden des TuS Vinnhorst. „Seit vielen Jahren haben wir ein eingespieltes Team, das sich um alles kümmert.“ So wie am Sonnabend – ob bei der Startnummernausgabe, den Streckenposten im Wald oder bei der Verpflegung der Läufer.

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Neue Sportbücher

Die „Bekloppte“ aus dem Schwarzwald

In Freiburg, ihrem Zuhause, hat man sie schon als „die Bekloppte, die durch die Wüste rennt“, bezeichnet. Geärgert hat sich Brigid Wefelnberg darüber nicht unbedingt. Irgendwie stimmt es ja, was ihr verbal vor den Kopf geknallt wurde. Man muss schon ein wenig verrückt sein, um das zu tun, was für die Mittfünfzigerin seit 2005 einen wesentlichen Teil ihres Lebens ausmacht. Von wegen „nur“ Marathon- oder Ultralauf: Für sie fängt der eigentliche Sport erst bei Strecken von mehr als 250 Kilometern an. Ganz schön extrem!

Was mit der SMS eines Freundes begann, sich mit 42 doch mal Gedanken über einen Start beim Marathon des Sables zu machen, hat Wefelnberg seitdem nicht mehr losgelassen. Die alleinerziehenden Mutter mit Vollzeitjob, die im Schwarzwald wandern ging, wurde zu einer Läuferin der speziellen Art. Viermal im Jahr startet sie durch und sammelt Extremläufe wie andere rare Briefmarken. Mehr als 50, die sie auf alle Kontinente geführt haben, sind es inzwischen. Zwei davon rückt sie in ihrem Buch „The Track – Auf Unwegen zur Extremläuferin“ in den Blickpunkt: den TransPyrenea und The Track. Der eine umfasst 870 Kilometer und ist in maximal 16 Tagen zu absolvieren, der andere mit 520 Kilometern und neun Etappen durch das australische Outback nicht weniger herausfordernd.

Muss man das haben? Kann man das überhaupt schaffen? Wefelnbergs Begeisterung für ihr extensives Hobby kennt kaum Grenzen, mit ihrer Selbstmotivation versetzt sie auch in kritischen Momenten Berge, und ihre Willenskraft ist beispielgebend. Den letzten, 130 Kilometer langen und nonstop zu bewältigenden Abschnitt ihrer Outback-Tour schaffte sie trotz einer schmerzhaften Schienbeinentzündung in gut 25 Stunden. Der Zieleinlauf am Ayers Rock sei alle Strapazen wert gewesen, meint sie – Wassermangel, Tütenessen, Fliegenplage, nächtliche Kälte im Zelt, Sturm und die stets wiederkehrende Angst, sich in der Wildnis verirren. Zwischendurch wird so abends im Camp aus einer Dose mit Ravioli eine heiß herbeigesehnte Delikatesse.

Schweren Herzen weiß Wefelnberg aber auch, sich selbst Grenzen zu setzen: Den TransPyrenea 2016 brach sie aufgrund eines fiebrigen Virusinfekts ab. „Meine schwierigste Entscheidung bei diesem Wettkampf“, sagt sie. Von Trainingsplänen hält Wefelnberg im Übrigen nicht viel. Sie läuft fast täglich von zu Hause zum Büro, eben mal so an die 20 Kilometer. Mitunter heißt es, sich besonders zu sputen, um vor einer Besprechung noch die Laufschuhe gegen Sandaletten tauschen zu können. Das ist nichts gegen das, was sie andernorts erwartet: ob Wüste oder Dschungel, Himalaja oder Polarkreis. „Erst wenn wir es wagen, die Komfortzone zu verlassen und die Distanzen zu erweitern, entdecken wir das Wunder im Gleichschritt von Körper, Geist und Seele“, schreibt sie. Ein Satz für das Poesiealbum eines jeden Extremsportlers.

Brigid Wefelnberg: „The Track – Auf Umwegen zur Extremläuferin“. Piper Verlag. 272 Seiten, 16 Euro.

Wenn Torturen Freude machen

Was unterscheidet Ultraläufer und Marathonis? Glaubt man Verena Liebers, dann trennen sich die Welten in diesem Fall nicht erst bei 42,195 Kilometern. Dahinter steckt mehr: „Das eigentlich Wichtige bei den Ultras ist nicht die Streckenlänge, sondern die Idee“, wie sie meint. Etwa diese: „Einfach loslaufen, Tagesform prüfen und dann weiter entscheiden.“ Liebers, die keine Profisportlerin, sondern der Kategorie ambitionierte Freizeitsportlerin zuzuordnen ist, ist selbst von dieser Idee besessen. Mit 50 hat sie ihren ersten 100-Kilometer-Lauf absolviert, zwei weitere folgten.

Darüber hat die Mittfünfzigerin jetzt ein Buch herausgebracht, das mit weiteren Geschichten und Anekdoten rund ums Laufen und um den Triathlon, ihre andere sportliche Leidenschaft, angereichert ist. Dazu gehört die lesenswerte Episode, wie sie Christian Hottas bei seinem 2000. Marathon 2013 in Hannover begleitete und dabei „magische Momente“ erlebte. Nicht bierernst geschrieben ist das Ganze, sondern auf amüsante Weise und auch mit einem Schuss Selbstironie. Siehe die Begründung dafür, dass Liebers sich bei ihrem vierten Start beim Remscheider Röntgenlauf für die 63-Kilometer-Distanz entschied. Sie hätte es auch bei einem Marathon belassen können, dann allerdings hätte sie die Differenz bis zum eigentlichen Ziel auf vier Rädern beschließen müssen. Doch sie „fahre nicht besonders gerne Bus“. Und gut stillsitzen, das habe sie auch noch nie gekonnt.

Nur so kann man wohl auch eine Herausforderung meistern wie die „Tortour de Ruhr“, bei der die 100 Kilometer noch das Minimum sind. Den weiten Weg zu Fuß von Hagen nach Duisburg hat sie insgesamt dreimal zurückgelegt, jedes Mal war es für sie ein grandioses Erlebnis. Da bleibt man eben auch mal  für ein Foto stehen oder um mit den Augen die Schönheiten der Natur aufzusaugen. Für Marathonis, die Angst haben, dass ihnen die Zeit davonrennt, ist das nahezu unvorstellbar. „Was am meisten für den Ultralauf spricht“, schreibt Liebers, „ist der mediative Effekt, die Entspannung.“ Gut zwölf Stunden war sie bei ihren Hundertern jeweils unterwegs, eine respektable Leistung auch angesichts der nicht immer optimalen Vorbereitung. Ihre Botschaft: „Laufen ist eine wunderbare Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen – aber natürlich besteht dabei auch die Gefahr, sich zu stoßen: am eigenen Ehrgeiz, an enttäuschten Plänen oder verschollenen Trainingspartnern.“

Verena Liebers: „Vom Abenteuer 100 Kilometer zu laufen“. Klartext Verlag. 224 Seiten, 14,95 Euro. 

Laufen als Lebenselixier

Noch so eine starke Frau! Man kann es nicht wirklich nachvollziehen, was Sandra Otto vollbracht hat, denn für die meisten läge Derartiges außerhalb jeglicher Vorstellung. Da erfährt die 34-Jährige völlig unerwartet, dass sie an Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium erkrankt ist. Es ist der Moment, in dem sie die „Sinnlosigkeit meines Dasein“ spürt, wie sie sagt. Doch abfinden will sich Otto damit nicht. Nur nicht aufgeben! Sie kämpft mit allem, was sie hat. Das Laufen, vorher schon ihr liebstes Hobby, wird ihr Anker. Zum Quell von Kraft, Lebensmut und Zähigkeit.

Wenige Tage nach der niederschmetternden Diagnose und kurz vor dem ersten Klinikaufenthalt tritt sie zusammen mit ihrem Mann zu einem Staffelmarathon an der Ostsee an. Eine irre Gefühlswelt: Otto spricht da noch von ihrem „vermeintlich letzten Zieleinlauf“. Doch sie nimmt den Kampf gegen das Schicksal an und steht ihn durch, trotz aller Rückschläge. Laufen wird ihr Lebenselixier, auch wenn sie es mitunter übertreibt. Sie lässt sich auch von der Chemotherapie nicht bremsen. Rund ein halbes Jahr nachdem sie von ihrer Erkrankung erfuhr, ist sie beim Halbmarathon in Leipzig nach zwei Stunden im Ziel.

Achim Achilles hat das Vorwort zu Ottos Buch „Mein Lauf ins Leben“ verfasst. Beim Lesen habe er immer wieder weinen müssen, bekennt der namhafte Autor und Hobbyläufer. Dessen muss er sich nicht schämen. Was Otto schreibt, das geht unter die Haut. Als sie meint, die Krankheit besiegt zu haben, gibt es die furchtbare Nachricht: Der Krebs ist zurück. Auch daran zerbricht Otto nicht. Sie hat zusätzlich zu dem, was ihr die Ärzte verordnen, ihre spezielle Medizin. „Das Laufen zeigt mir jeden Tag, wofür sich mein Aufstehen und mein Leben lohnt.“

Sandra Otto: „Mein Lauf ins Leben“. Meyer & Meyer Verlag. 180 Seiten, 14,95 Euro.

Neue Sportbücher (2)

Wie Schmerzen besiegt werden können

Dann gehen wir aus gegebenem Anlass doch gleich mal ans Eingemachte. Die rechte Achillessehne hat sich nach Bergaufläufen vor ein paar Tagen schmerzhaft in Erinnerung gebracht. Was sagt Paul Hobrough dazu? Eine ganze Menge, in dem speziellen Fall auf acht Seiten auf den Punkt gebracht. Mit der (gewiss nicht neuen) Erkenntnis, die ein Läufer gar nicht gern hört: Das wird dauern. Trotzdem bleiben wir dran, der Mann weiß schließlich, wovon er schreibt. Und das nicht nur in der lesenswerten Passage über Achillessehnenbeschwerden und ihre Heilung.

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Neue Sportbücher (1)

Comeback im Kriechtempo

Der Altwarmbüchener See also, guck an! Ein Ort, um das Laufen neu zu entdecken. Und dafür kann schon eine einzige Runde ausreichen – jedenfalls für Ronald Reng. Es ist ein innerer Jubelschrei, den er nach den 3,6 Kilometern ausstößt. Sechster Platz beim ersten Start bei einem Volkslauf, darüber darf man sich gewiss freuen. Auch wenn es dafür keinen Pokal gibt, geschweige denn eine Medaille. Reng, Kolumnist der HAZ und als Autor sportinteressierten Lesern aufgrund seiner Publikationen rund um den Fußball bestens bekannt, reagiert euphorisch. So, als habe er etwas Wichtiges wiedergefunden, das ihm über die Jahre abhanden gekommen war: „Ich kann wieder laufen“, frohlockt er.

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Hannover-Marathon: Fate Tola ist bereit fürs Laufspektakel

Gilbert Kipruto Kirwa , Stefanie Eichel, Fate Tola und Nicolas Kiefer (v.li.). Foto: Petrow

Nur gut, dass sie am Sonntag nicht singen oder reden muss. Als Fate Tola am Donnerstagabend in Hannover landete, wo sie 8. April ihren Vorjahreserfolg auf der Marathonstrecke wiederholen möchte, fehlte ihr die Stimme. Die hatte sie im Flugzeug gelassen, auf dem Rückflug von Addis Abeba, wo sich die 30-Jährige seit Januar auf ihren ersten Wettkampf des Jahres vorbereitet hatte. Ein Nebeneffekt der Klimaanlage an Bord. Wichtiger ist, dass Tola aus dem Trainingslager offenkundig die nötige Form für eine erneute Klasseleistung mitgebracht hat. Heiserkeit hin oder her. „Ich fühle mich sehr gut“, sagte sie. „Gucken wir mal.“

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„Laufpass“: Ranking Nr. 5 und 6

Gesamtwertung Frauen

Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Läufe
1. Krause Mandy 1987 Post SV Lehrte 66 3
2. Marx Beate 1979 Dets Race Team 64 3
3. Lyda Hannelore 1958 4. März 1985 58 4
4. Czupryniak Justyna 1978 SC Polonia Hannover 54 3
5. Lenhard Astrid 1978 Hannover 46 3
6. Kolbe Elke 1974 Hannover 96 43 3
7. Meier Sabine 1966 SG Bredenbeck 32 2
8. Rothan Michaela 1965 VfL Woltorf 32 3
9. Klippel-Westphal Kerstin 1970 Klippel Schumoden Burgwedel 29 2
10. Genrich Melanie 1978 SV Brackwede 25 1
11. Huwatscheck Lisa 1991 Hannover 96 25 1
12. Narloch Eva 1982 SV Aegir 09 Hannover 25 1
13. Sommer Lena 1996 Hannover Athletics 25 1
14. Grohmann Nadine 1985 25 2
15. Suchy Marion 1968 Adelheidsdorfer Lauf-AG 25 2
16. Schönknecht Antje 1973 LT Hämelerwald 24 2
17. Strüber Beate 1969 LAC Langenhagen 23 3
18. Langanke Stefanie 1981 Hannover Runners 22 1
19. Pingpank Saskia 1998 Vfl Eintracht Hannover 22 1
20. Wiedenhofer Alexandra 1976 LAUFLIEBE 22 1

Gesamtwertung Männer

Platz Name Vorname Jhg Verein Punkte Läufe
1. Solter Andreas 1983 LAC Langenhagen 118 6
2. Kuhlmann Timo 1990 TuS Bothfeld 47 2
4. Kleinholz-Mewes Jörg 1973 Dets RaceTeam 45 3
3. Kehl Steve 1981 Hannover 96 Triathlon 38 2
5. Weldaj Haftom 1990 TSV Pattensen 35 2
6. Kendelbacher Michael 1982 Körperwerk Gehrden 32 2
7. Kramer Andreas 1969 TSV Barsinghausen 30 3
8. Nickel Dirk 1971 Hannover 27 2
9. Jankowski Raoul 1991 Det’s RaceTeam 25 1
10. Riechers Nicolai 1993 Osnabrücker TB 25 1
11. Stubbe Yannick 1989 TV Waldstraße Wiesbaden 25 1
13. Görtler Timo 1991 TuS Bothfeld 25 2
12. Eckert Robin 1991 TuS Wunstorf 22 1
14. Heckl Dirk 1983 SG Bredenbeck 22 1
15. Rodenbeck Jürgen 1969 TuS Wunstorf 22 1
17. Bedel Mohammed 2000 TSV Sibbesse 22 2
16. Braune-Krickau Martin 1966 Hannover Athletics 21 2
18. Kairies Maik 1966 Barsinghausen 21 2
20. Hernando Navarro Jose Antonio 1974 The Spanish Corredores 20 1
19. Kaschura Jan 1985 RunArtist Holzminden 20 1

Die vollständigen Listen zum Herunterladen

Springe-Deister-Marathon

5. HAZ-Ranking_17.03.2018

5. HAZ-Ranking_17.03.2018_Halbmarathon

5. HAZ-Ranking_17.03.2018_Marathon

5. HAZ-Gesamtrankig_17 03 2018

Scharnhorstlauf

6. HAZ-Ranking_18.03.2018 (Update)

6. HAZ-Gesamtrankig_18 03 2018

HAZ-Vorbereitungsgruppe: Rund ums Steinhuder Meer

Mehr als 100 Läufer in verschiedenen Tempogruppen machten sich von Hagenburg aus auf den Weg rund um den gefrorenen See. Foto: Gabriele Schulte und Wolfgang Ratsch

Den Rundweg ums Steinhuder Meer, durch pittoreske Moore und Birkenwäldchen, kennen viele allenfalls von einer Radtour. Auch für Peer Seef ist es das erste Mal, dass er die kompletten 31 Kilometer statt auf dem Rennrad im Laufschritt absolviert. Der Tierarzt aus Ronnenberg trainiert für seinen ersten Marathon, am 8. April in Hannover. „Wenn schon, dann gleich in die Vollen“, hat sich der 44-Jährige gesagt, als er sich im Herbst für die HAZ-Vorbereitungsgruppe bei Trainer Markus Pingpank angemeldet hat, ohne viel Lauferfahrung zu haben. Das Training lief seitdem so gut, dass Peer Seef auch die Runde um Steinhuder Meer „ganz optimistisch“ angeht.

Mit ihm machen sich an diesem Sonntagmorgen mehr als 100 Läufer in verschiedenen Tempogruppen von Hagenburg aus auf den Weg rund um den gefrorenen See – außer der HAZ-Gruppe auch andere, die von Markus Pingpank trainiert wurden beziehungsweise werden. Wohl alle sind froh, dass das Thermometer auf immerhin minus zwei Grad geklettert ist, die Sonne durch die Wolken lugt und der Ostwind nicht allzu scharf ist. „Noch nie hatte ich im Vorfeld so viele Anfragen, ob der Lauf wirklich stattfindet“, sagt Pingpank, der die Steinhuder-Meer-Umrundung jedes Jahr im März organisiert. Die Eiseskälte der Vortage und mögliche Glättegefahr hätten etliche umgetrieben. Aber spätestens nach den ersten Kilometern sind die Bedenken verflogen.

Schon nach 13,5 Kilometern wartet bei der Jugendherberge Mardorf die erste von zwei Getränkestationen. „Das ist neben der tollen Landschaft mit das Schöne an diesem Lauf, dass man die Verpflegung hat“, sagt Silke Pingpank. Sie führt an diesem Tag von Mardorf aus eine Gruppe an, die in Hannover am 8. April den Halbmarathon laufen will – da reicht zur Vorbereitung nun die Teilstrecke von 17,5 Kilometern. Einige, wie die 23 Jahre alte Laura Reimer und ihre Mutter Nicole, absolvieren stattdessen ab Hagenburg knapp 25 Kilometer und lassen sich bei Steinhude von Familienmitgliedern abholen. Bei Kilometer 23,5 gibt es noch mal Tee, „Iso“ und zusätzlich Müsliriegel. An diesem Verpflegungsstand schenkt Hannover-Marathon-Organisatorin Stefanie Eichel die Getränke ein, wie schon oft in den Vorjahren steht ihr Vater ihr dabei zur Seite.

Für die Laufgruppen geht es mit Blick auf Sonntagsspaziergänger, Schlittschuhläufer und Eissegler weiter Richtung Hagenburg zurück zum Start. Manche haben mittlerweile das Plaudern eingestellt, weil es für sie nun doch anstrengender wird. Andere geben auf den letzten Kilometern noch einmal Gas.

Im Ziel macht sich große Zufriedenheit breit. Angesichts der noch um einige Grad angestiegenen Temperaturen wird von der Meerrunde als „Lauf in den Frühling“ geschwärmt. Peer Seetz, der im Tempo von fünf Minuten pro Kilometer mit am schnellsten unterwegs war, freut sich schon auf das nächste „Highlight“, den Springe-Deister-Marathon am 17. März. Da will er, wie viele aus der HAZ-Gruppe, „den Halben“ laufen und damit der Vorbereitung für den Hannover-Marathon noch einmal richtig Schliff geben.

Von Gabriele Schulte

Silvesterlauf: Neue Gesichter – neue Rekorde

Strahlende Siegerin: Fate Tola. Foto: Florian Petrow

Beim Start stand sie ganz weit außen in der ersten Reihe und wirkte beinahe ein wenig schüchtern, nach den 5,8 Kilometern war Fate Tola mittendrin im Geschehen. Für ihren deutlichen und durchaus zu erwartenden Sieg in 20:18 Minuten beim Silvesterlauf rund um den Maschsee holte sich die 30-Jährige auf dem Podium viel Beifall ab. Vom 1. Januar an läuft Tola im Trikot von Hannover Athletics; dass ihr Erfolg bei ihrer Premiere am Maschsee ihrem alten Verein LG Braunschweig gutgeschrieben wurde, ist dann reine Formsache. „Ich freue mich sehr, ab morgen Hannoveranerin zu sein“, sagte Tola bei der Siegerehrung mit einem Lächeln im Gesicht, das diese Aussage noch bekräftigte.

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HAZ-Laufgruppe: Mit guten Vorsätzen zum Silvesterlauf

Mike Voland. Foto. Kutter

Den Jahreswechsel nehmen viele gern zum Anlass für gute Vorsätze. So auch Mike Voland. Der 52-Jährige aus Barsinghausen will in diesem Jahr erstmals an einem Silvesterlauf teilnehmen – dem größten der Region am Maschsee, im Rahmen der HAZ-Laufgruppe. Silvester sei für ihn ein ganz besonderes Datum, sagt Voland: „Aus einer Silvesterlaune heraus habe ich mein Leben verändert.“ Das war vor sechs Jahren. Mit einem Verzicht auf Süßigkeiten fing es an, der Verzicht auf Fleisch kam dazu, dann das genüssliche Kochen anstelle von Fast Food und Fernsehen, und schließlich das Laufen.

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