Lesenswertes für Läufer (2)

Spaß schlägt Ehrgeiz

Nun ist nicht unbedingt gesagt, dass die Marathonrennen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro für einen Laufboom hierzulande sorgen. Auch wenn sich Anja Scherl, Philipp Pflieger und Julian Flügel ihren Möglichkeiten entsprechend ordentlich aus der Affäre gezogen haben, laufen die Deutschen auch in dieser Disziplin international der Spitze kilometerweit hinterher. Doch sind Medaillen alles? Zählt nicht etwas anderes, wenn man sich dazu durchringt, die Laufschuhe überhaupt einmal anzuziehen, um sich in diesem Metier zu versuchen? Und das ohne falschen Ehrgeiz, ohne überzogene Ziele – die 42,195 Kilometer nicht mal im Hinterkopf.

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Scharnhorstlauf

„Laufpass“: Der Seriensieger ist zurück (Ranking Nr. 20)

Da ist er also wieder! Rund vier Monate war Robin Dörrie nicht zu sehen, wenn Läufer zu Wettkämpfen in der Region antraten. Wer den Mittvierziger kennt, der kann in etwa nachvollziehen, war für eine schlimme Zeit das für ihn gewesen ist. Immer wiederkehrende Knieschmerzen, die zwei Operationen zur Folge hatten, zwangen Dörrie zum Pausieren und zum Kürzertreten. Beim Hannover-Marathon Anfang April musste er sich gewaltig quälen, um trotzdem ins Ziel zu kommen; angesichts dessen war seine Zeit von 2:51 Stunden für die 42 Kilometer aller Ehren wert. In Bordenau, beim 31. Scharnhorstlauf, hat der Hannoveraner nun sein Comeback gegeben.

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Lesenswertes für Läufer (1)

Ein Trainingsplan für den Kopf

Nun muss Angela Merkel auch noch dafür herhalten, Läufern Beine zu machen. Ob die viel beschäftigte Politikerin von dieser Rolle weiß? Sie, die im Winter auf Langlaufskiern eine mehr oder minder gute Figur macht, dient Michele Ufer in seinem Buch „Mentaltraining für Läufer“ für ein weiterführendes Gedankenspiel. In dem Fall geht es um den Versuch, den Kopf von einer Sache frei zu halten, die einen ausbremst statt zu beflügeln. „Denk jetzt nicht an Bundeskanzlerin Angela Merkel im pinken Bademantel“, fordert er den Leser auf. Gesagt, getan. Erreicht werde jedoch das Gegenteil: Der Versuch, das Gehirn nicht mkit diesem Gedankengang zu konfrontieren, führe genau zu dieser Vorstellung. Ufer schlussfolgert: „Eine Sprache, die auf Fehler fokussiert, führt uns zu den Ergebnissen, die wir eigentlich vermeiden wollen.“ Eine Quintessenz: Grübele nicht unnötig wegen dieses und jenes Problems, habe Spaß und sei unbekümmert!

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Gwendolyn Mewes läuft auch im Urlaub auf Bornholm. Foto: privat

Bothfelder entdecken Bornholm

Nun ist es nicht so, dass zum Sommerurlaub auf einer Ostseeinsel ausschließlich Bikini oder Badehose ins Reisegepäck gehören, wenn es sportlich zugehen soll. Gwendolyn Mewes und Jörg Kleinholz-Mewes aus Hannover haben bei ihrem Abstecher nach Bornholm auf ihre Laufsachen nicht verzichtet. Ohne diese wären es für das Lehrerehepaar auch keine richtigen Ferien. Immer schön in Bewegung bleiben, am besten fünf Tage am Stück – wie vom 25. bis 29. Juli bei der „Etape Bornholm“, dem wohl abwechslungsreichsten Volkslauf in ganz Dänemark. Sand, Wald, Berge, flaches Gelände – auf der östlichsten Insel des Landes fehlt nichts davon. „Ein tolles Event“, sagt Gwendolyn Mewes, die sich am Ende der insgesamt 42,1 Kilometer nach 2:48 Stunden über den siebten Platz in der Frauenwertung freuen konnte.

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Es bleibt bei einmal Silber für Bley

Alexander Bley (Startnummer 57) auf dem Weg ins Ziel .

Alexander Bley (Startnummer 57) auf dem Weg ins Ziel .

Der Ärger über den um knapp dreiZehntelsekunden verpassten Sieg war schnell verflogen. „Die Freude über meine erste WM-Medaille ist riesig“, sagte Alexander Bley. Der 25 Jahre alte Mittelstreckler von Hannover Athletics war bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Gehörlosen in Stara Zagora (Bulgarien) über 1500 Meter in 3:54,38 Minuten als Zweiter ins Ziel gekommen. Schneller war nur der Japaner Yuya Morimitsu (3:54,11), der auf den letzten Metern seine Spurtqualitäten ausspielte und noch an Bley vorbeizog. Der Hannoveraner wiederum gab dem Weißrussen Aliaksandr Charniak (3:54,54) knapp das Nachsehen.

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„Laufpass“: Familie verleiht Flügel

Christian Wiese (vorne) und Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics). Foto: Fettback

Christian Wiese (vorne) und Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics). Foto: Fettback

Man kann nicht alles haben. Einer wie Christian Wiese, weiß gut, wie er mit diesem Zwiespalt umgehen muss. Er muss den Spagat finden zwischen Sport und Familie – und er kriegt das auf die Reihe, ohne hier oder da große Abstriche machen zu müssen. Beim Eilenriede-Straßenlauf des VfL Eintracht Hannover konnte sich der 34-Jährige die Urkunde für den 3. Platz abholen – zeitgleich war er mit seinem Vereinskollegen Christian Schlamelcher (beide Hannover Athletics) in 33:48 Minuten ins Ziel gelaufen. Am Sieger, dem Holzmindener Jan Kaschura (33:37), war diesmal kein Vorbeikommen.

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Stille auf der Tartanbahn

Alexander Bley beim 1500-Meter-Rennen in Osterode, wo er 3:53,29 Minuten lief.

Alexander Bley beim 1500-Meter-Rennen in Osterode, das er nach 3:53,29 Minuten beendete.

Diese Stille! Dabei machen die Zuschauer im Stadion so viel Krach, dass andere sich die Ohren zuhalten möchten. Ein Szenario, auf das sich Alexander Bley immer wieder einstellen muss. Auch in den nächsten Tagen: Vom 25. Juni bis 3. Juli treffen sich im bulgarischen Stara Zagora Leichtathleten zu ihrer Weltmeisterschaft. Es ist das Championat der Gehörlosen. Und für Bley, den schnellen Mittelstreckler aus Hannover, eine besondere Herausforderung.

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